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2.16 Development process von Pacione

Chris Pacione, Gründer und CEO des LUMA Institutes, hat ebenfalls ein Modell entwickelt, welches für den Designprozess sehr interessant sein dürfte. Seine Perspektive ist dem des Designers schon näher, auch wenn er sehr multidisziplinär engagiert ist.

2002 | BodyMedia product development process von Chris Pacione

Interfacemodell

So hat er auch Bücher veröffentlicht, die mehr Innovationen in Unternehmen bringen sollen. Sein Modell ist angelehnt an Barry Boehms Modell aus dem Jahre 1986 – welches sehr auf Produktgestaltung ausgelegt war. Pacione hat Boehms Modell etwas verändert, wobei es jetzt auch mehr auf die Interfacedisziplin abzielt. Dieses Modell wurde zwar von Chris Pacione 2002 entwickelt, jedoch erst 2009 von Nico MacDonald in seinem Buch »What is Web design?« veröffentlicht.

Zyklisches Modell

Die Spiralform des Modells soll die sich wiederholenden Zyklen darstellen – den Startpunkt hat der Prozess bei diesem Modell im Mittelpunkt und geht von da aus immer weiter nach außen. Die einzelnen Phasen werden durch die vier Felder definiert, die die Linie durchquert. Auch Pacione verknüpft seine Phasen teilweise mit Methoden, wobei diese nur als Vorschlag angesehen werden können. Die Wege zwischen den Punkten markieren die einzelnen Phasen – sinnvollerweise enden die Phasen dabei immer beim Eintreten in ein neues Phasenquadrat. Die vier Phasen des Modells erinnern dabei an verschiedene andere, bereits betrachtete Modelle: Define (Definieren), Design (designen), Delve (vertiefen), Determine (determinieren).

Vom Allgemeinen zum Konkreten

Der Inhalt der Phasen ist anfangs noch sehr generell und kaum spezifisch, es erfolgt kein Auseinandersetzen mit Details – alles ist noch sehr »quick and dirty«. Je weiter die Spirale sich vom Startpunkt entfernt, um so spezieller, detailreicher und spezifischer werden die Aufgaben bzw. die Auseinandersetzungen mit dem Produkt. Auch bei diesem Modell sieht man wieder eine Zirkularität, wobei das willkürliche Hin- und Herspringen scheinbar nicht möglich ist. Somit ist zwar der Prozess zirkulär, die Vorgehensweise jedoch linear, da beispielsweise immer auf die Phase des Designens, die Phase der Vertiefung folgt.

Was bedeutet das für den Designprozess?

Spiralförmiges Modell

Die spiralförmige Darstellung ist anfangs sicher etwas gewöhnungsbedürftig, jedoch erweitert sie die Darstellung um einen weiteren interessanten Fakt: Während um den Startpunkt herum noch alles sehr grob ist, wird es nach außen hin immer spezieller und detailreicher – hier kommt also zu den Phasen und den Wiederholungen der Phasen noch eine weitere Ebene hinzu.

Kein Zurückspringen

Dass das Zurückspringen in diesem Modell nicht angedacht ist, wäre ein Kritikpunkt, der gegen das Modell spricht. Das sehr schnelle bzw. frühe Anfertigen von Prototypen und damit das Testen der ersten groben Idee ist ein Fakt, der für die Wirtschaftlichkeit dieses Modelles spricht, da schon sehr früh auch an einer praktischen Umsetzung gearbeitet werden muss und kann und darauf basierend wieder die Analyse stattfindet. Dies erinnert etwas an das Modell von Bill Newkirk (1981), der auch damals schon erkannte, dass Analyse und Synthese schon sehr früh Hand in Hand gehen müssen und sich in Wechselwirkung zueinander befinden.

Dieses Modell ist nun eindeutig für Software bzw. Interface-Entwicklung gedacht, kann jedoch durch Abstraktion auf andere Disziplinen übertragen werden – schließlich sind die Phasen und eben die Wiederholungen dieser Phasen sehr allgemein gehalten.

»the product must be the right thing to make, posits designers as synthesizers and indicates the relationship with users is on-going« – Nico MacDonald

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