WordPress Theme deaktivieren und löschen – und zwar richtig!

Sobald du ein neues WordPress-Theme installierst (und dieses auch verwenden möchtest), solltest du das alte Theme deinstallieren. Das bringt nicht nur mehr Sicherheit, sondern macht deine Seite auch schneller. Wie du ein WordPress-Theme richtig löscht und was der Unterschied zum Deinstallieren eines Themes ist, werde ich dir in diesem Blogartikel zeigen.

Auf deiner Reise durch die Weiten des Blog Universums solltest du nur das an Bord haben, was du wirklich benötigst.

Alte WordPress-Themes, die du nicht mehr einsetzt, gehören nicht dazu. Deshalb ist es für eine saubere WordPress-Installation wichtig, nicht verwendete WordPress-Themes zu löschen.

Warum du ungenutzte WordPress-Themes löschen solltest

Falls du dich für ein neues WordPress-Theme entschieden hast, solltest du das alte löschen.

Dadurch hebst du deine WordPress-Installation sauber und erhältst folgende Vorteile:

  • Bessere Datenbankleistung – Auch ein inaktives Theme hinterlässt Spuren in deiner Datenbank, zum Beispiel seine gespeicherten Einstellungen (die sogenannten theme_mods). Deshalb solltest du deine Datenbank sauber und schnell halten und nicht verwendete WordPress-Themes löschen.
  • Mehr Speicherplatz auf dem Server – Die eigentlichen Theme-Dateien liegen im Dateisystem deines Webservers (unter wp-content/themes) und belegen dort Platz. Um dein Webhosting zu entlasten, solltest du durch das Deinstallieren nicht verwendeter Themes Speicher freigeben.
  • Verbesserte Leistung – Das größte Leistungsproblem bei inaktiven Themes ist das Dashboard. Das liegt an den Aktualisierungen der Themes. Automatische Aktualisierungsanfragen werden an alle aktiven und inaktiven Themes gesendet, sodass 5 bis 20 inaktive Themes Auswirkungen haben können.
  • Theme-Updates – Natürlich müssen nicht verwendete Themes (die gelöscht sind) nicht mehr gewartet werden. Damit erhältst du Zeit für dich und die Übersicht über eine WordPress-Updates.
  • Sicherheit der Website – Wenn ein inaktives WordPress-Theme nicht aktualisiert wird, machst du es Hackern besonders einfach.

Wann du ein WordPress-Theme nicht löschen solltest

Aber bitte lösche nicht alle deine WordPress-Themes. Überlege dir gut, ob du das jeweilige Theme einfach nur deaktivierst oder gleich komplett von deiner WordPress-Website löschst. In folgenden Fällen ist es definitiv nicht ratsam, WordPress-Themes zu löschen:

  • Das betreffende Theme ist ein Parent-Theme, das mit einem installierten Child-Theme verbunden ist.
  • Du möchtest das Theme für spätere Tests speichern.
  • Du betreibst ein Multisite-WordPress-Netzwerk und das betreffende Theme ist an anderer Stelle im Netzwerk noch aktiv.

Abgesehen von diesen Situationen, ist es immer besser, das Theme zu löschen.

WordPress-Theme deaktivieren oder löschen – ein großer Unterschied

Man sollte meinen, dass das Deaktivieren und das Löschen eines Themes dasselbe bedeuten, oder?

Leider ist das nicht der Fall. Falls du den Unterschied nicht kennst, kann das zur Verwirrung und Nachteilen führen. Was ist also der Unterschied zwischen dem Deaktivieren und dem Löschen eines WordPress-Themes?

WordPress-Theme deaktivieren

Ein Theme wird deaktiviert, wenn du dich entscheidest, ein anderes Theme auf deiner WordPress-Seite zu aktivieren. Es ist nicht nötig, das vorherige Theme zu deaktivieren; du ersetzt es einfach durch ein anderes Theme.

Der Grund dafür ist, dass du immer nur ein Theme auf deiner Website haben kannst.

Daher befinden sich die Dateien des deaktivierten Themes immer noch auf deinem Server. Dazu gehören auch die Einstellungen, Widgets und Menüs, die für dieses Theme erstellt wurden.

Dies geschieht nur für den Fall, dass du das Theme irgendwann wieder aktivieren möchtest. WordPress möchte sicherstellen, dass du keine deiner alten Theme-Einstellungen oder Dateien verlierst.

Der Vorteil daran ist, wenn du das Theme wiederverwenden willst, kannst du es einfach wieder aktivieren.

➜ Du kannst also rasch zwischen zwei verschiedenen WordPress-Themes wechseln.

Alle Optionen und Widgets bleiben erhalten.

WordPress-Theme löschen

Eine vollständige Löschung eines WordPress-Themes bedeutet, dass alle Dateien, Einstellungen, Menüs und Widgets von deiner WordPress-Website entfernt werden. Du musst dir also keine Sorgen machen, dass die Dateien Leistungs- oder Sicherheitsprobleme verursachen.

Bevor du ein WordPress-Theme löschst …

Achte auf diese Schritte, um beim Löschen keinen Schaden an deiner Website anzurichten:

  • Sichere deine Seite – Beim reinen Theme-Löschen ist das Risiko zwar gering, aber alle Anpassungen, die du an genau diesem Theme vorgenommen hast (Customizer-Einstellungen, eigener Code), sind danach weg. Tu dir selbst einen Gefallen und erstelle für den Fall der Fälle ein Backup – entweder über deinen Hoster oder mit einem Plugin wie UpdraftPlus oder Duplicator.
  • Überprüfe deine Website – Überprüfe abschließend, ob deine WordPress-Website fehlerfrei angezeigt wird (und funktioniert).

Methode #1: Theme im Dashboard löschen

Begib dich in ein WordPress Dashboard. Das ist das, was du nach dem Anmelden unter der Adresse deinedomain.de/wp-admin siehst.

Wähle hier Design > Themes.

Nun siehst du alle WordPress-Themes, die du installiert hast. Im besten Fall sollte das dein verwendetes Template sein, so wie ein Child Theme. Solltest du hier noch andere Themes sehen, die du nicht verwendest, klicke auf die jeweilige Kacheln. Du gelangst in einen Übersichtsbildschirm:

Hier kannst du in der unteren rechten Ecke auf löschen klicken. Du hast das WordPress-Theme damit gelöscht.

Ein wichtiger Stolperstein, über den fast jeder mal fällt: Dein aktives Theme kannst du nicht löschen. Solange ein Theme gerade verwendet wird, fehlt der Löschen-Button schlicht. Du musst also zuerst ein anderes Theme aktivieren – dann lässt sich das alte wie beschrieben entfernen.

Methode #2: Theme per FTP löschen

Solltest du mit der ersten Methode nicht zum Ziel kommen, gibt es noch eine zweite Methode, um eine WordPress-Theme zu löschen. Ich würde dir diese Methode allerdings nur empfehlen, wenn du keinen Zugang zum WordPress-Dashboard hast.

Dafür nutzt du einen FTP Programm. Am bekanntesten sind Cyberduck und FileZilla. Beide laufen übrigens sowohl auf Mac als auch auf Windows (FileZilla zusätzlich auf Linux) – du musst dich also nicht nach Betriebssystem entscheiden, sondern nimmst einfach das, was dir besser gefällt. Damit greifst du auf deinen Webserver zu und löschst die Theme Dateien per Hand aus deiner WordPress Installation.

Kleiner Sicherheitstipp: Verbinde dich wenn möglich per SFTP statt per klassischem FTP. Beim normalen FTP wandern deine Zugangsdaten im Klartext durchs Netz – SFTP verschlüsselt das Ganze. Beide oben genannten Programme können das problemlos.

Dafür verbindest du dich mit deinem Web Hosting und suchst deinen WordPress Ordner. In diesem Ordner gehst du auf wp-content > Themes.

Hier siehst du alle installierten Themes. Nun kannst du die nicht verwendeten Themes einfach mit entfernen löschen. Achte darauf, dass du (falls du ein Child Theme benutzt) nicht das dazugehörige Eltern-Theme löschst.

Methode #3: Theme per WP-CLI löschen

Wenn du dich ein bisschen mit der Kommandozeile auskennst, gibt es noch einen richtig schnellen Profi-Weg: WP-CLI. Das ist das Kommandozeilen-Tool für WordPress und gerade dann praktisch, wenn du gleich mehrere alte Themes auf einmal loswerden willst.

Ein einzelnes Theme löschst du so:

wp theme delete twentytwentyone

Mehrere auf einmal hängst du einfach hintereinander:

wp theme delete twentytwentyone twentytwentytwo

Und der Klassiker, wenn du in einem Rutsch alle inaktiven Themes ausmisten willst:

wp theme delete $(wp theme list –status=inactive –field=name)

Das Schöne daran: Dein aktives Theme rührt WP-CLI dabei nicht an – das bleibt automatisch verschont. Du musst also keine Angst haben, dir aus Versehen die laufende Seite zu zerschießen.

Letzter Schritt: Aufräumen!

Jetzt hast du ein WordPress-Theme gelöscht. Gratulation! Falls du dir noch ein Bienchen verdienen möchtest, kannst du noch folgende Schritte befolgen, um wirklich alles von deiner Webseite (vom Theme) zu löschen.

Auch wenn das Theme jetzt gelöscht ist, solltest du dich noch um ein paar Dinge kümmern, denn einige themenbezogene Inhalte befinden sich noch auf deinem Server und nehmen nur Platz weg. Zu diesen Inhalten gehören:

  • Bilder
  • Menüs
  • Dummy-Inhalte wie Beiträge oder Pages
  • Widgets

Diese sind höchstwahrscheinlich alle inaktiv, aber hier erfährst du, wie du sie komplett löschen kannst:

Bilder

Gehe in die Mediathek und lösche alle Bilder manuell, die du nur für dieses Theme verwendet hast.

Menüs

Alle Themes haben unterschiedliche Menüpositionen. Du musst also entweder die Position der Menüs neu zuweisen oder sie löschen, wenn sie nicht verwendet werden.

Dazu gehst du zu Design > Menüs.

Dummy-Inhalte

Wenn das vorherige Theme Dummy-Inhalte wie Beiträge, Seiten oder sogar benutzerdefinierte Beitragstypen enthält, musst du diese manuell löschen, wenn du das möchtest. Du kannst sie aber auch für das neue Theme übernehmen.

Widgets

Wenn ein Widget nur für dieses Theme verwendet wurde, wird es in den Abschnitt inaktive Widgets verschoben.

So löschst du inaktive Widgets:

Gehe zu Design > Widgets und klicke dann auf die Schaltfläche inaktive Widgets löschen.

Nutzt du ein modernes Block-Theme? Dann findest du die Bildschirme „Design > Menüs“ und „Design > Widgets“ gar nicht mehr – die gibt es bei Block-Themes (Full Site Editing) so nicht. Stattdessen läuft alles über den Website-Editor unter „Design > Editor“. Deine Menüs steckst du dort im Navigations-Block, und die früheren Widgets sind zu Blöcken bzw. Template-Teilen geworden. Den Button „inaktive Widgets löschen“ suchst du in so einem reinen Block-Setup also vergeblich – aufgeräumt wird hier direkt im Editor.

WordPress-Theme löschen Fazit

Nun hast du gelernt, wie man ein WordPress-Theme richtig löscht. Das ist wichtig, um Platz auf dem Server zu schaffen und deine Webseite sicher zu halten.

Natürlich geht es bei der Performance und Sicherheit von WordPress um viel mehr, als nur um das Löschen deines Themes.

Wenn du deine inaktiven Themes entrümpelt hast, ist es an der Zeit, dein Wissen über diese Themen noch weiter auszubauen.

Schau dir zu diesem Zweck unsere Leitfäden zur WordPress-Sicherheit und zur Beschleunigung von WordPress an.

Das könnte dich auch interessieren…

Bild von Rafael Luge
Rafael Luge
Hey, ich bin Rafael – Intermedialer Designer (M.A.) und seit 2014 selbstständig mit meiner Agentur Kopf & Stift. Was als Webdesign-Bude startete, ist mittlerweile zu einer echten Leidenschaft für alles rund um WordPress, SEO und künstliche Intelligenz geworden. Über 250 Webprojekte später weiß ich: Die besten Learnings kommen aus der Praxis. Genau die teile ich hier im Blog – von WordPress-Tutorials über KI-Tools bis hin zu SEO-Tipps. Kein Marketing-Blabla, sondern Sachen, die ich selbst täglich nutze. Auf meinem YouTube-Kanal gibt's das Ganze auch als Video-Tutorials. Wenn du Fragen hast, schreib mir gerne!

Hat dir mein Beitrag geholfen?

4.9 / 5. 72

Bisher keine Bewertungen! Sei der Erste, der diesen Beitrag bewertet.

Ein Kommentar
Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Mit dem Absenden des Kommentars werden dein Name, deine E-Mail-Adresse und der Kommentartext gespeichert. Die Speicherung ist für die Darstellung der Kommentare erforderlich. Weitere Informationen findest du in der Datenschutzerklärung.