Deine WordPress-Website leitet Besucher auf dubiose Shops weiter, Google zeigt eine Warnung, oder im Backend tauchen Inhalte auf, die du nie geschrieben hast? Dann erstmal tief durchatmen: Ja, deine Website wurde vermutlich gehackt. Und nein, das ist nicht das Ende, sondern ein lösbares Problem mit einem klaren Fahrplan.
Genau diesen Fahrplan bekommst du hier: von den ersten 60 Minuten über die eigentliche Bereinigung bis zu der Frage, die fast alle Anleitungen unterschlagen, nämlich warum so viele Websites nach der Bereinigung schon zwei Wochen später WIEDER gehackt sind. Spoiler: Es liegt nicht an Pech.
Ich betreibe eine WordPress-Agentur und bekomme gehackte Websites regelmäßig auf den Tisch, oft nach zwei, drei gescheiterten Selbstrettungsversuchen. Die Fehler wiederholen sich dabei so zuverlässig, dass dieser Artikel sie dir hoffentlich komplett erspart!
Das Wichtigste in Kürze:
- Sofortmaßnahmen in dieser Reihenfolge: Website in den Wartungsmodus (bei Spam-Versand oder Weiterleitungen beim Hoster komplett sperren lassen), eigenen Rechner scannen, ALLE Passwörter ändern, infizierten Zustand als Beweis sichern.
- Dein Hoster erkennt Malware und schickt dir eine Warn-Mail – aufräumen musst du aber selbst. Das steht bei IONOS, Strato und All-Inkl ausdrücklich so in den Hilfe-Seiten.
- Gesperrt wird unterschiedlich hart: Strato macht das komplette Paket dicht, IONOS entzieht den befallenen Dateien die Rechte, All-Inkl sperrt meist nur die einzelnen Schaddateien.
- Verlass dich nicht blind auf das Hoster-Backup: Die Sicherungen reichen nur rund 14 Tage zurück. War der Hack länger unbemerkt, sind alle Stände infiziert.
- Malware-Scanner wie Wordfence finden bekannten Schadcode, aber keine individuell versteckten Hintertüren. Ein grüner Scan ist kein Freispruch.
- Echte Bereinigung heißt: WordPress-Core, Plugins und Themes komplett frisch ersetzen, Datenbank und Benutzerliste prüfen, Einfallstor schließen.
- Wer nur Symptome löscht, wird wieder gehackt: Backdoors, offene Sicherheitslücken und infizierte Backups sind die drei Rückwege der Angreifer.
- Danach Google nicht vergessen: In der Search Console unter Sicherheitsprobleme die Überprüfung beantragen, sonst bleibt die Warnung stehen.

Woran du erkennst, dass deine Website wirklich gehackt wurde
Nicht jede kaputte Website ist gehackt, und nicht jeder Hack ist offensichtlich. Die typischen Anzeichen, grob nach Häufigkeit sortiert: Deine Website leitet auf fremde Spam-Seiten weiter. Google oder der Browser zeigen eine Sicherheitswarnung. Im Google-Index tauchen seltsame Seiten mit japanischen oder kyrillischen Titeln auf (die berüchtigte site:-Abfrage deiner Domain lohnt sich!). Dein Hoster schickt eine Abuse- oder Malware-Mail. Es existieren unbekannte Admin-Benutzer. Oder dein Postfach quillt über mit Beschwerden, weil deine Domain Spam-Mails verschickt.
Ein einzelnes schwaches Indiz ist noch kein Beweis, aber zwei davon zusammen sind es praktisch immer. Und dann zählt vor allem eins: Tempo. Jede Stunde, die der Angreifer ungestört arbeitet, macht die Bereinigung aufwendiger und den Schaden größer.

Sofortmaßnahmen: die ersten 60 Minuten
Bevor du auch nur eine Datei löschst, kommen diese fünf Schritte, in genau dieser Reihenfolge:
- Website vom Netz nehmen Ein Wartungsmodus-Plugin ist in zwei Minuten aktiv und schützt schon mal deine Besucher davor, in die verseuchte Seite zu laufen. Kenn aber seine Grenze: Den Spam-Versand und die Weiterleitungen stoppt es nicht. Die laufen über direkt aufgerufene Dateien und die .htaccess weiter, komplett an WordPress vorbei. Wenn deine Domain also Spam verschickt oder auf fremde Seiten umleitet, greif zum Telefon und lass die Seite beim Hoster komplett sperren (oder gib den Fall direkt an die Soforthilfe ab). Erst das zieht dem Angreifer wirklich den Stecker.
- Eigenen Rechner scannen Klingt paradox, ist aber Pflicht: Wenn der Angreifer deine Zugangsdaten über einen Trojaner auf DEINEM Computer abgegriffen hat, tippst du gleich alle neuen Passwörter direkt wieder in seine Hände. Erst der Viren-Scan, dann der Rest.
- Alle Passwörter ändern Und zwar wirklich alle: WordPress-Benutzer, FTP- beziehungsweise SFTP-Zugangsdaten, Datenbank-Passwort, Hoster-Login, E-Mail-Postfächer. Dazu die Security Keys (Salts) in der wp-config.php erneuern, damit gestohlene Login-Cookies ungültig werden.
- Infizierten Zustand sichern Zieh per FTP eine komplette Kopie der Website samt Datenbank, BEVOR du aufräumst. Das ist deine Beweissicherung für die Ursachen-Analyse, für eine eventuelle Strafanzeige und für die DSGVO-Bewertung. Wer sofort putzt, vernichtet genau die Spuren, die er gleich noch braucht.
- Hoster kontaktieren Falls dein Hosting-Anbieter die Website gesperrt hat, steht in seiner Mail meist eine Liste der gefundenen Dateien. Die ist Gold wert für die Suche. Antworte, frag nach Details und kläre den Entsperrungs-Weg.

Wenn dein Hoster gesperrt hat: IONOS, Strato und All-Inkl
Die ersten Handgriffe sind gemacht, die Seite ist offline, die Passwörter sind neu – und dann liegt da diese Mail vom Hoster im Postfach. Sperrung wegen Malware. Der erste Impuls ist fast immer derselbe: anrufen und erwarten, dass die das jetzt regeln. Ist ja schließlich ihr Server! Und genau hier kommt die Ernüchterung, die ich dir lieber jetzt gebe als mitten in der Krise: Dein Hoster sperrt, scannt und warnt. Sauber machen musst du selbst. Das steht bei IONOS, Strato und All-Inkl sogar ausdrücklich in den Hilfe-Seiten – da wird gar kein Hehl draus gemacht.
Warum dein Hoster überhaupt eingreift
Kurz zum Verständnis, warum die Hoster so rabiat reagieren: Deine gehackte Website ist aus Hoster-Sicht eine Gefahr für alle anderen. Sie verschickt Spam über die gemeinsamen Mail-Server, verteilt Schadsoftware an Besucher und ruiniert im schlimmsten Fall den Ruf ganzer IP-Bereiche. Strato formuliert das ganz offen: Um die eigenen Plattformen und andere Kunden nicht zu gefährden, werden betroffene Websites notfalls gesperrt.
Die Sperrung ist also keine Strafe, sondern Quarantäne. Das zu wissen hilft beim Support-Gespräch: Der Hoster ist nicht dein Gegner, aber er ist eben auch nicht dein Putztrupp.
IONOS: Deaktivierung statt Komplettsperre
IONOS fährt von den dreien den sanftesten Kurs. Der Server filtert Angriffe schon im Vorfeld über ModSecurity-Regeln, und wenn trotzdem Malware auf deinem Webspace landet, entzieht der IONOS-Virenschutz den schädlichen Dateien automatisch die Datei-Rechte. Die Dateien werden also deaktiviert, nicht gelöscht, und deine Website läuft oft eingeschränkt weiter. Du bekommst eine E-Mail (Betroffene berichten von Betreffzeilen wie „Angriff auf Ihren IONOS Vertrag“ oder Hinweisen auf schädliche Dateien), und im Kundenkonto findest du unter der Sicherheits-Übersicht die Details zu den Funden.
Dazu gibt es den Site Scan (technisch von SiteLock): Die Basisversion ist in den Tarifen kostenlos enthalten und scannt täglich. Wichtig zu verstehen: Die Basisversion scannt NUR. Das automatische Entfernen gefundener Malware gibt es erst mit der kostenpflichtigen Erweiterung Site Scan + Repair.
Was viele an dieser sanften Methode unterschätzen: Weil die Website meist weiterläuft, fehlt der heilsame Schock. Die deaktivierten Dateien sind aber nur die gefundenen Symptome. Wie der Angreifer reinkam und welche Backdoors er sonst noch versteckt hat, beantwortet dir der Dateirechte-Entzug nicht.
Strato: die Komplettsperre und der Weg zurück
Strato greift härter durch. Bei Malware-Funden oder Missbrauch (etwa Spam-Versand über dein Paket) wird die Website oder gleich das ganze Paket gesperrt, und du bekommst umgehend eine E-Mail der Abuse-Abteilung. Deine Website ist dann offline, Punkt.
Der Weg zurück ist bei Strato klar durchgetaktet, und du musst ihn selbst gehen. Die offizielle Entsperr-Anleitung verlangt der Reihe nach: alle deine Rechner mit Virenscannern prüfen, sämtliche Passwörter neu setzen (Kunden-Login, SFTP, Datenbanken, E-Mail), den Webspace bereinigen und das CMS aktualisieren. Danach startest du im Kunden-Login einen Webspace-Scan, und erst wenn der keine Schaddateien mehr findet, wird deine Website automatisch entsperrt.
Zwei Details aus den Strato-Hilfeseiten solltest du dabei ernst nehmen. Erstens grenzt Strato seine Verantwortung ausdrücklich ab: Schutz vor infizierten Kunden-Rechnern oder mehrfach verwendeten Passwörtern könne der Hoster nicht bieten, die Bereinigung des Webspace ist Kundensache. Und zweitens warnt Strato selbst davor, beim Wiederherstellen einfach ein Backup einzuspielen, weil das gewählte Backup ebenfalls schon infizierte Dateien enthalten kann. Diese Warnung steht da nicht zum Spaß, sondern weil genau das ständig passiert.
All-Inkl: die VIRENFUND-Mail
All-Inkl dokumentiert öffentlich vor allem sein Sperr-Recht: Bei rechtswidrigen Inhalten auf dem Account darf unverzüglich gesperrt werden, mit gleichzeitiger Benachrichtigung. Wie der Hoster konkret mit Malware-Funden umgeht, steht weniger detailliert in den offiziellen Hilfen. Aus der Praxis von Bereinigungs-Dienstleistern ist das Muster aber gut belegt: All-Inkl sperrt meist nicht den ganzen Webspace, sondern benennt die gefundenen Schadcode-Dateien um und sperrt nur diese. Du bekommst eine automatische E-Mail mit dem Betreff VIRENFUND, und im KAS findest du unter dem Wartungscenter die Liste der beanstandeten Dateien, um die du dich selbst kümmern musst.
Der für All-Inkl-Kunden wichtigste Punkt steht dagegen schwarz auf weiß in der offiziellen Datensicherungs-Übersicht, und er hat es in sich: FTP-Daten werden nur in ungefähr 14-tägigem Abstand gesichert, vorgehalten werden in der Regel zwei Stände (maximal zwei und maximal vier Wochen alt). Datenbanken gibt es in drei Ständen bis etwa zwölf Tage zurück, und auf all das besteht kein Rechtsanspruch, es ist eine freiwillige Leistung. Für den Hack-Fall heißt das: Die Chance, bei All-Inkl ein garantiert sauberes Hoster-Backup von vor dem Angriff zu finden, ist klein.
Was alle drei nicht für dich tun
Ziehen wir die Grenze einmal scharf nach, denn sie ist bei allen drei Hostern praktisch identisch:
| Leistung | Macht der Hoster | Bleibt an dir hängen |
|---|---|---|
| Malware erkennen und melden | ja, automatisch | entfällt |
| Sperren bzw. Dateien deaktivieren | ja | entfällt |
| Malware vollständig entfernen | nur als kostenpflichtiges Zusatzprodukt | ja, inklusive Verstecke, die Scanner nicht finden |
| Einfallstor finden und schließen | nein | ja, sonst kommt der Hack wieder |
| Versteckte Hintertüren und Admin-Benutzer aufspüren | nein | ja |
| Google-Warnung entfernen lassen | nein | ja, über die Search Console |
| DSGVO-Einschätzung bei Datenabfluss | nein | ja, als Verantwortlicher |
Die kostenpflichtigen Repair-Angebote (bei IONOS und Strato jeweils über SiteLock) nehmen dir dabei durchaus Arbeit ab: Sie entfernen automatisch, was ihre Signaturen kennen. Was sie nicht leisten, ist der forensische Teil, also die Fragen, WIE der Angreifer reinkam und WAS er alles verändert hat. Ohne Antworten darauf ist jede Bereinigung ein Würfelspiel.
Die Backup-Falle: 14 Tage sind schnell vorbei
Noch mal gesondert, weil dieser Punkt über Rettung oder Totalverlust entscheidet: Die Hoster-Backups reichen kürzer zurück, als du denkst. IONOS erstellt tägliche Backups, bewahrt sie aber maximal 14 Tage auf und sagt ausdrücklich, dass du für langfristige Sicherung selbst verantwortlich bist. Strato hält auf der aktuellen Plattform ebenfalls tägliche Backups der letzten 14 Tage vor. Und All-Inkl sichert FTP-Daten, wie gesagt, überhaupt nur etwa alle zwei Wochen.
Jetzt die unangenehme Rechnung: Viele Hacks bleiben wochenlang unbemerkt. Wenn der Angreifer seit sechs Wochen drin ist, gibt es beim Hoster schlicht kein sauberes Backup mehr. Alle verfügbaren Stände enthalten seine Hintertüren. Deshalb, auch wenn es nach dem Brand wie ein seltsamer Zeitpunkt für Brandschutz klingt: Eigene Backups mit langer Aufbewahrung, unabhängig vom Hoster, sind die günstigste Versicherung, die es für Websites gibt. Welche Werkzeuge das zuverlässig erledigen, findest du in meinem Vergleich der WordPress-Backup-Plugins.

Malware finden: wo sich der Schadcode versteckt
Jetzt geht die Suche los, und dafür gibt es zwei Werkzeugklassen. Erstens Malware-Scanner: Wordfence als Plugin, Sucuri SiteCheck als externer Schnellcheck, dazu kommerzielle Dienste wie MalCare. Die sind ein guter Startpunkt, weil sie bekannte Schadmuster zuverlässig finden.
Zweitens deine eigenen Augen, denn Scanner haben eine eingebaute Schwäche: Sie erkennen Bekanntes. Eine individuell gebaute Backdoor aus fünf Zeilen unauffälligem PHP steht in keiner Signatur-Datenbank. Deshalb gehören die üblichen Verstecke manuell geprüft:
- wp-content/uploads: PHP-Dateien haben in Upload-Ordnern nichts verloren. Jede einzelne ist verdächtig.
- wp-config.php und .htaccess: Angehängter Code am Anfang oder Ende, kryptische Weiterleitungsregeln.
- functions.php des Themes: Beliebter Ort für eingeschleuste Funktionen, weil die Datei bei jedem Aufruf läuft.
- Verschleierter Code: Muster wie eval() in Kombination mit base64_decode() sind in legitimen Plugins selten und in Malware Standard.
- Die Datenbank: Eingeschleuste Skripte in Beiträgen und der Tabelle wp_options sieht kein Datei-Scanner.
- Die Benutzerliste: Unbekannte Administratoren mit unauffälligen Namen, gern als „admin2″ oder mit Zahlendreher.

Richtig bereinigen: das Alles-frisch-Prinzip
Und jetzt der wichtigste Grundsatz dieses Artikels: Durchsuchen und Flicken verliert. Ersetzen gewinnt. Statt jede Datei einzeln zu verdächtigen, tauschst du alles aus, was sich austauschen lässt: WordPress-Core neu installieren, jedes Plugin und das Theme frisch aus offizieller Quelle laden, danach alles auf die aktuelle Version bringen. Nur deine eigenen Inhalte (Uploads, individuelle Anpassungen) werden einzeln geprüft und übernommen. So bleiben Backdoors gar nicht erst liegen, statt dass du hoffen musst, jede gefunden zu haben.
Dazu gehören die Aufräumarbeiten drumherum: unbekannte Admin-Benutzer löschen, Datenbank auf eingeschleusten Code prüfen, Dateiberechtigungen kontrollieren (644 für Dateien, 755 für Ordner) und die Frage aller Fragen beantworten: Wo kam der Angreifer rein? In der großen Mehrheit der Fälle ist die Antwort ein veraltetes Plugin mit bekannter Sicherheitslücke, ein schwaches oder wiederverwendetes Passwort, oder ein „kostenloses“ Premium-Theme aus dubioser Quelle (Nulled Themes sind praktisch immer verseucht, Finger weg!). Diese Lücke muss zu, sonst war alles umsonst.
Und das eingespielte Backup? Nur eine Lösung, wenn es nachweislich aus der Zeit VOR dem Hack stammt und du die Lücke trotzdem schließt. Da viele Hacks wochenlang unbemerkt bleiben, sind vermeintlich saubere Backups oft längst infiziert. Prüfen, nicht hoffen!

Warum Websites nach der Bereinigung wieder gehackt werden
Kommen wir zum Kapitel, das dieser Artikel den meisten Anleitungen voraushat, denn hier entscheidet sich, ob du das Thema einmal erledigst oder im Abo. Wenn eine WordPress-Website immer wieder gehackt wird, war sie nie wirklich sauber. Der Angreifer hat drei klassische Rückwege:
Erstens die Backdoor: Bei der Übernahme legt er an mehreren Stellen kleine Hintertüren ab, als harmlos benannte PHP-Datei in den Uploads, als Code-Schnipsel in einer legitimen Datei, als unauffälliges Pseudo-Plugin. Eine einzige übersehene reicht, und er spaziert wieder rein, automatisiert, ohne einen Finger zu rühren. Genau deshalb schlägt das Alles-frisch-Prinzip jede noch so gründliche Suche.
Zweitens die ungeschlossene Einfallslücke: Wer bereinigt, ohne die Ursache zu finden, wird vom nächsten automatischen Bot-Scan einfach nochmal durch dieselbe Tür erwischt. Die Angreifer sind hier keine genialen Hacker, sondern Skripte, die Tag und Nacht nach verwundbaren Versionen suchen.
Und drittens der Webspace-Nachbar: Liegen in deinem Hosting-Paket mehrere Installationen (die vergessene Test-Website, das alte Zweitprojekt), können die sich gegenseitig neu anstecken, weil sie mit denselben Rechten laufen. Du kannst deine Hauptseite dreimal perfekt putzen: Wenn nebenan eine verwundbare Alt-Installation rostet, kommt der Angreifer über die zurück. Also: Den KOMPLETTEN Webspace prüfen und alles löschen, was nicht mehr gebraucht wird.

Google Bescheid geben
Ist die Website sauber, fehlt noch die Rehabilitation bei Google. Falls deine Website in der Suche gewarnt oder markiert wurde: Öffne die Google Search Console, Bereich Sicherheitsprobleme, und beantrage dort nach der Bereinigung die Überprüfung, mit zwei, drei Sätzen dazu, was gefunden und was behoben wurde. Ohne diesen Schritt bleibt die Warnung kleben, auch wenn längst alles sauber ist. Und beantrage die Überprüfung wirklich erst NACH vollständiger Bereinigung, sonst verlängerst du den Prozess unnötig.
Kurzer Rechts-Hinweis an dieser Stelle: Waren personenbezogene Daten im Spiel (Formulare, Kundenkonten, Shop), greift möglicherweise die DSGVO-Meldepflicht nach Artikel 33 mit ihrer 72-Stunden-Frist an die Datenschutzbehörde. Das sprengt diesen Artikel, gehört aber auf deinen Zettel, im Zweifel mit Anwalt.

Danach: So bleibt es das letzte Mal
Die gute Nachricht zum Schluss: Wer einmal sauber bereinigt hat, kann die Wiederholung mit überschaubarem Aufwand verhindern. Die Basics: Updates konsequent und zeitnah einspielen (veraltete Plugins bleiben Einfallstor Nummer eins), Zwei-Faktor-Authentifizierung für alle Admin-Konten, ein Security-Plugin oder eine Web Application Firewall gegen Brute-Force-Angriffe, und eine aufgeräumte Benutzer- und Plugin-Liste. Die komplette Härtungs-Checkliste findest du in meinem Guide zur WordPress-Sicherheit, und einen schnellen Selbsttest bietet der kostenlose Sicherheits-Check.
Der zweite Baustein ist Monitoring, denn der Unterschied zwischen einem Hack, der eine Stunde alt ist, und einem, der sechs Wochen lief, ist gewaltig. Regelmäßige Datei-Integritäts-Prüfungen, Erreichbarkeits-Überwachung und kontrollierte Updates gehören bei unserer WordPress-Wartung fest dazu. Vorsorge klingt langweilig, ist aber um Größenordnungen billiger als die zweite Bereinigung.
Fazit
WordPress gehackt, was tun? Erst sichern, dann tauschen, dann schließen: Sofortmaßnahmen in den ersten 60 Minuten (offline, Rechner-Scan, alle Passwörter, Beweiskopie), danach die Bereinigung nach dem Alles-frisch-Prinzip statt Datei-Stochern, dann Einfallstor schließen, Webspace komplett prüfen und Google um die Überprüfung bitten. Und wenn dein Hoster gesperrt hat: Die Entsperrung kommt immer zum Schluss, nicht zwischendurch. Erst wenn wirklich alles sauber ist, geht die Seite wieder online – bei Strato zum Beispiel über einen sauberen Webspace-Scan. Wer diese Reihenfolge einhält, erledigt das Thema einmal, und nicht alle vier Wochen wieder.
Und wenn du beim Lesen gemerkt hast, dass dir das zu tief geht, oder wenn du den Kreislauf aus Bereinigen und Wieder-gehackt-werden schon durchhast: Genau dafür gibt es unsere Soforthilfe für gehackte Websites, mit kompletter Bereinigung, Ursachen-Analyse und dem Google-Prozess bis zur verschwundenen Warnung, zum Festpreis. Manchmal ist Abgeben schlicht die schnellste Route zurück ins Geschäft.
Häufige Fragen zum WordPress-Hack
Woran erkenne ich, dass meine WordPress-Website gehackt wurde?
Typische Anzeichen: Weiterleitungen auf fremde Spam-Seiten, Sicherheitswarnungen von Google oder dem Browser, unbekannte Seiten im Google-Index, fremde Admin-Benutzer, Spam-Mails von deiner Domain oder eine Malware-Mail deines Hosters. Zwei dieser Anzeichen zusammen sind praktisch immer ein Hack, und dann zählt vor allem schnelles Handeln.
Was muss ich als Erstes tun, wenn WordPress gehackt wurde?
In dieser Reihenfolge: Website in den Wartungsmodus nehmen und, falls deine Domain Spam verschickt oder umleitet, beim Hoster komplett sperren lassen, den eigenen Rechner auf Schadsoftware scannen, sämtliche Passwörter ändern (WordPress, FTP, Datenbank, Hoster, E-Mail) samt Security Keys, und eine Kopie des infizierten Zustands als Beweissicherung ziehen. Erst danach beginnt die eigentliche Bereinigung.
Reicht ein Malware-Scanner wie Wordfence zur Bereinigung?
Als Startpunkt ja, als Beweis für Sauberkeit nein. Scanner finden bekannte Schadmuster, aber keine individuell versteckten Backdoors, keine fremden Admin-Konten und oft keinen Schadcode in der Datenbank. Verlässlich sauber wird eine Website durch den kompletten Austausch von Core, Plugins und Theme plus manuelle Prüfung von Uploads, Datenbank und Benutzerliste.
Kann ich einfach ein Backup einspielen und fertig?
Nur wenn das Backup sicher aus der Zeit vor dem Angriff stammt UND du danach die Sicherheitslücke schließt. Viele Hacks bleiben wochenlang unbemerkt, sodass auch die Backups längst Hintertüren enthalten. Und ohne geschlossene Lücke wird selbst ein wirklich sauberes Backup vom nächsten automatischen Scan wieder übernommen.
Warum wird meine Website immer wieder gehackt?
Weil bei der Bereinigung etwas übrig blieb: eine versteckte Backdoor, die ursprüngliche Einfallslücke, ein weiterhin gültiges Passwort oder eine infizierte Nachbar-Installation im selben Webspace. Angreifer sichern sich bei der Übernahme mehrere Rückwege, und ein einziger übersehener reicht für den Wiederbefall. Die Lösung ist eine Bereinigung nach dem Alles-frisch-Prinzip plus geschlossene Ursache.
Was kostet eine professionelle Hack-Bereinigung?
Seriöse Anbieter arbeiten meist mit Festpreisen im mittleren dreistelligen Bereich für normale Websites, komplexe Fälle wie Shops kosten mehr. Dafür bekommst du neben der Bereinigung auch die Ursachen-Analyse und die Google-Rehabilitation. Verglichen mit dem Umsatzverlust einer tagelang gesperrten Website und gescheiterten Selbstversuchen rechnet sich das schnell.
Mein Hoster hat meine Website gesperrt. Was jetzt?
Ruhe bewahren und die Hoster-Mail genau lesen, dort steht, was gefunden wurde. Dann: eigenen Rechner prüfen, alle Passwörter ändern, Webspace bereinigen (selbst oder vom Profi), und danach die Entsperrung anstoßen. Bei Strato läuft das über einen Webspace-Scan im Kunden-Login, der sauber sein muss, dann wird automatisch entsperrt.
Entfernt IONOS, Strato oder All-Inkl die Malware für mich?
Nein, die Bereinigung ist bei allen drei Hostern ausdrücklich Kundensache. IONOS und Strato bieten mit SiteLock-Produkten eine automatische Entfernung als kostenpflichtiges Extra an, die aber nur bekannte Schadmuster erwischt. Das Einfallstor finden und schließen sowie versteckte Hintertüren aufspüren musst du selbst oder einen Dienstleister beauftragen.





