Gemini vs ChatGPT: zwei matte Objekte stehen sich auf Podesten gegenüber, verbunden durch ein feines Netz

Gemini vs ChatGPT: Welche KI passt zu dir? (2026)

Ich wollte es jetzt aber wirklich wissen. Also hab ich mich an einem völlig normalen Nachmittag hingesetzt und beiden KIs haargenau die gleiche Aufgabe gestellt: „Erstelle ein Bild – der Schreibtisch eines Webdesigners in Dresden am Morgen, Blick aus dem Fenster auf die Frauenkirche, fotorealistisch, Querformat.“

Das Ergebnis war ziemlich aufschlussreich. Gemini hat einfach geliefert. Zack, nach etwa 25 bis 30 Sekunden ein fotorealistisches Bild: iMac, Grafiktablett, Notizbuch, und draußen im Fenster die Frauenkirche. Sogar in meinem temporären Chat, also ganz ohne gespeichertes Gedächtnis.

Und was machte ChatGPT? Im temporären Chat gab’s erstmal überhaupt kein Bild. Nur die Meldung, dass die Bildgenerierung dort leider nicht funktioniert – dafür einen fertigen Prompt zum Selbermachen. Im normalen Chat ging’s dann doch: ein Bild mit gut sichtbarer Frauenkirche. Der Clou: ChatGPT schrieb einfach von sich aus „Webdesign Dresden“ auf den Monitor und „Dresden“ auf die Kaffeetasse. Dabei hatte das keiner verlangt.

Schon dieses kleine Duell zeigt ziemlich gut, wie verschieden sich die beiden KIs im Alltag anfühlen. Und genau darum dreht sich dieser Artikel: Beim Gemini vs ChatGPT-Vergleich geht’s nicht darum, „welches Modell ist das klügste?“, sondern darum, „welche KI passt zu dir und deinem Arbeitstag?“. Die Antwort hängt nämlich von ganz handfesten Sachen ab – deinen Tools, deinen Texten, deinem Budget und deinem Datenschutz.

Keine Sorge, ich erklär dir jeden Fachbegriff unterwegs.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Es kommt drauf an, was du brauchst: Es gibt keinen absoluten Sieger, aber den passenden Sieger für deinen Fall.
  • Gemini ist beim Einstieg billiger (4,99 € gegen 8 €) und schluckt bis zu 1 Million Tokens.
  • ChatGPT kann aktuell keine Videos mehr generieren, Gemini schon – über Veo und Flow.
  • Du lebst in Google Workspace? Dann Gemini. Microsoft 365 oder bunter Tool-Mix? Dann ChatGPT.
  • Beide Anbieter trainieren in den privaten Tarifen standardmäßig mit deinen Chats, das kannst du abschalten.
  • Teste beide eine Woche mit deinen echten Aufgaben.

GeminiChatGPT
Gratis-VersionJa, mit dem Flash-Lite-ModellJa, mit GPT-6 Luna
Bezahl-AboAI Plus 4,99 € im Monat, AI Pro 21,99 €, AI Ultra ab 99,99 €Go 8 € im Monat, Plus 23 €, Pro ab 103 €
Stärkstes Modell im AboGemini 4 Argon ab AI ProGPT-6 Astra, ab Plus eingeschränkt, in Pro erweitert
Training mit deinen ChatsAbschaltbar über „Aktivitäten speichern“Abmeldung möglich
API-Preis pro 1 Mio. Tokens (Eingabe / Ausgabe)Gemini 4 Argon: 2 $ / 10 $GPT-6 Astra: 10 $ / 50 $
Kontextfenster (wie viel Text auf einmal)1,05 Mio. Tokens1,05 Mio. Tokens

Abo-Angaben geprüft am 06.11.2026. Abo-Preise so, wie die Anbieter sie in Deutschland anzeigen (Claude ohne Mehrwertsteuer). Claude Code, Codex und Cursor in US-Dollar ohne Steuern. API-Listenpreise und Kontextfenster automatisch aktualisiert am 06.11.2026.

Die wichtigsten Zahlen und Fakten – Gratis-Version, Abo-Preise, stärkstes Modell, Training mit deinen Chats, API-Preis und Kontextfenster – stehen übersichtlich im Kasten oben. Der holt sich die aktuellen Werte automatisch. Deshalb erspar ich dir hier die langweilige Zahlenparade und schaue lieber auf die Dinge, die für deinen Alltag wirklich einen Unterschied machen.

Mein Praxistest: vier Aufgaben, zwei KIs, ein Nachmittag

Bevor wir in Preise und Modellnamen abtauchen, erzähl ich dir, was passiert ist, als ich beide KIs mit vier typischen Alltagsaufgaben gefüttert habe. Wortgleich, in temporären Chats (also ohne gespeichertes Gedächtnis), die Aufgaben nacheinander im selben Chat, Modell so, wie es voreingestellt war.

Eins muss ich fairerweise gleich dazusagen: Ich hatte nicht bei beiden den gleichen Tarif. ChatGPT nutzte ich mit meinem Plus-Abo, Gemini mit dem Pro-Modell. Hier treten also keine zwei Abos mit identischem Preis gegeneinander an. Ich zeige dir stattdessen, womit ich selbst jeden Tag arbeite. Behalte das im Hinterkopf.

Aufgabe 1 – die Kundenmail. „Schreib eine kurze, freundliche Mail an einen Kunden, der seit drei Wochen sein Feedback zum Website-Entwurf schuldet. Locker, aber höflich, Sie-Form, höchstens 120 Wörter.“ Gemini war nach rund 13 Sekunden schon fertig. Richtig flott, freundlich und sogar mit dem Vorschlag für einen kurzen Call – nur landete ein Emoji im Betreff und am Ende der Sie-Form-Mail stand „[Dein Name]“. Ein kleiner Schnitzer. ChatGPT schrieb eine solide Mail, die etwas steifer klang. Dafür gab’s darunter einen Knopf, mit dem ich den Text direkt lockerer machen konnte. Beide ordentlich, aber keiner ohne Macken.

Aufgabe 2 – aktuelle Recherche mit Quellen. „Was kostet Google AI Pro in Deutschland im Monat und was ist enthalten? Bitte mit Quellen.“ Beim Preis lagen beide richtig: 21,99 €. Nur ließ sich Gemini am meisten Zeit (fast eine Minute) und brachte trotz klarer Aufforderung nicht eine einzige Quelle mit. ChatGPT war nach etwa 20 Sekunden durch, listete die Features ordentlich auf und gab sogar den Hinweis, dass für viele das billigere AI Plus genügt – bei den Quellen gab’s aber nur Linktitel ohne Datum. Brauchbare Quellenangaben bleiben also bei beiden eine Baustelle.

Aufgabe 3 – Rechnen mit Falle. Drei Angebote für Websites, jeweils mit einmaligen Kosten und einer Monatsgebühr. Die Frage lautete: Welches Angebot ist nach zwei Jahren das billigste? Der Haken: Nach genau 24 Monaten liegen alle drei bei exakt 1.560 €. Beide KIs sind draufgekommen – Respekt. ChatGPT hatte die Lösung nach etwa 6 bis 10 Sekunden parat, zeigte alles übersichtlich in einer Tabelle und dachte sogar einen Schritt weiter: ab dem 25. Monat ist Angebot A am günstigsten. Gemini kam auf dieselbe richtige Rechnung, ließ sich dafür aber merklich mehr Zeit.

Praxistest: links das Bild von Gemini, rechts das Bild von ChatGPT, beide zeigen einen Schreibtisch mit Blick auf die Frauenkirche
Der Bildertest: links Geminis Version, rechts ChatGPTs Ergebnis. ChatGPT schrieb „Webdesign Dresden“ ungefragt auf den Monitor.

Was nehme ich aus meinem Test mit? ChatGPT erledigte Recherche und Rechenaufgabe flotter und war etwas aufgeräumter (Tabellen, Knöpfe, Mitdenken). Beim Bild machte es mir Gemini leichter – selbst im temporären Chat kommt direkt ein Ergebnis. Einen eindeutigen Gesamtsieger gab’s nicht. Und damit sind wir beim Kern der ganzen Diskussion: Entscheidend ist, was du mit der KI machen willst.

Was kosten Gemini und ChatGPT: Preisschild, Münzen und Taschenrechner auf einem Podest

Was kosten Gemini und ChatGPT wirklich?

Zuerst das Geld. Die aktuellen Beträge findest du im Kasten oben – hier geht’s um die Einordnung.

Bei Google Gemini kommst du wirklich verdammt billig rein. Die Gratis-Version kostet 0 € und bringt 15 GB Speicher mit. Eine Stufe höher gibt’s Google AI Plus für 4,99 € im Monat, danach Google AI Pro für 21,99 € – mit üppigen 5 TB Speicher, YouTube Premium Lite und dem Spitzenmodell. Genau diese Preise findest du auf der offiziellen Abo-Seite von Google. Ganz oben thront AI Ultra ab 99,99 €. Für die meisten Selbstständigen wäre das aber, als würden sie mit Kanonen auf Spatzen schießen.

Bei ChatGPT sieht die Treppe anders aus. Kostenlos für 0 €, dann der neue Einsteiger-Tarif Go für 8 € und Plus für 23 € im Monat, so zeigt es die deutsche Preisseite (Stand 6. November 2026). Darüber liegt Pro ab 103 € in drei Stufen für echte Power-User.

Zwei Dinge solltest du dabei wissen:

  • ChatGPT kann in Free und Go Werbung zeigen. Laut OpenAI-Preisseite „kann“ Go Werbung enthalten, deutsche Quellen berichten das auch für Free (AI Erfolg). Plus und Pro bleiben laut diesen Quellen werbefrei.
  • Geminis Einstieg ist deutlich billiger. 4,99 € gegen 8 € – wenn du nur ein bisschen mehr als die Gratis-Version willst, ist AI Plus das Schnäppchen.

Unterm Strich: Für den schmalen Geldbeutel gewinnt Gemini beim Einstieg. Bei den „Vollwert“-Abos (Pro bzw. Plus) nehmen sich beide preislich wenig.

Welche Modelle stecken eigentlich dahinter?

„Gemini“ und „ChatGPT“ sind nur die Namen der Apps. Darunter arbeiten verschiedene Sprachmodelle – und die wechseln gerade ziemlich schnell. Damit du in Gesprächen mitreden kannst, hier die aktuelle Lage.

Bei Google heißt das Spitzenmodell Gemini 4 Argon. Es wurde im Oktober 2026 für AI-Pro- und AI-Ultra-Abonnenten freigeschaltet (Google-Blog). In den Benchmarks taucht zusätzlich ein noch stärkeres „Carbon“ auf, das aber als vorläufig markiert ist. In der Gratis-Version bekommst du nur ein schlankes Flash-Lite-Modell – das ist der Preis fürs Nichtsbezahlen.

Bei OpenAI läuft die GPT-6-Familie: Astra ist das stärkste Modell für harte Nüsse, Sol (inzwischen auch als GPT-6.1 Sol) kommt laut OpenAI fast an Astra heran und kostet weniger, Luna ist das schlanke Sparmodell. Gratis-Nutzer chatten mit GPT-6 Luna. Für die starken Modelle brauchst du Plus oder Pro.

Wichtig: Was auf der Werbeseite als Modell steht, was in deiner App läuft und was im Benchmark getestet wird, muss nicht dasselbe sein. Hast du ein bestimmtes Modell im Auge? Dann schau genau nach, welches du mit deinem Abo wirklich nutzen kannst – statt dich auf eine schicke Schlagzeile zu verlassen.

Texte, Recherche und lange Dokumente im Alltag

E-Mails, Angebote, Social Posts, Recherchen, fette PDFs – welche KI kriegt das besser hin?

Deutsche Texte. Einen eindeutigen Gewinner gibt’s hier nicht. Die Tests kommen zu munter unterschiedlichen Ergebnissen. Einige Praxistests geben Gemini knapp den Vorzug, weil die Texte „lockerer“ rüberkommen. ChatGPT riecht dagegen manchmal ein bisschen nach Werbebroschüre. Andere Tests finden wiederum, dass ChatGPT feine Stil-Vorgaben genauer trifft. Mein Tipp: Lass beide denselben Text schreiben und entscheide, welcher Stil dir besser gefällt. Das kostet dich fünf Minuten und bringt dir mehr als irgendein Benchmark.

Recherche. Beide bieten eine „Deep Research“-Funktion. Die sucht im Netz nach Quellen und bastelt dir daraus einen Bericht. Schön bei Gemini: Deep Research kannst du sogar ohne Abo nutzen. Feste Monatslimits verrät inzwischen keiner der beiden mehr – wie viel du gerade noch machen kannst, siehst du am Zähler in der App. Trotzdem gilt: Schau dir die Quellen unbedingt selbst an. Bei meinem Versuch nannte Gemini nicht eine einzige Quelle, obwohl ich ausdrücklich danach gefragt hatte.

Lange Dokumente. Und hier spielt Gemini einen echten Trumpf aus: das Kontextfenster. Das ist quasi das Kurzzeitgedächtnis der KI – je größer, desto mehr Text kann sie auf einmal überblicken. Gemini AI Pro schluckt bis zu 1 Million Tokens und laut Google Uploads von bis zu 1.500 Seiten. ChatGPT Plus liegt mit seinen Reasoning-Modellen bei rund 256.000 Tokens.

Oder ganz einfach gesagt: Gemini Pro verschlingt einen kompletten Aktenordner, ChatGPT Plus schafft ein dickes Buch. Zerlegst du regelmäßig Verträge, Studien oder riesige PDFs, spricht das ziemlich deutlich fürs Google-Lager.

Bilder und Video mit Gemini und ChatGPT: Sofortbildkamera, leere Bilderrahmen und Filmklappe

Bilder und Video – hier trennt sich die Spreu vom Weizen

Mein Bildertest ganz oben hat’s schon angedeutet: Beide können Bilder, aber sie ticken unterschiedlich.

Bei Bildern entscheidet auch dein persönlicher Geschmack. Googles „Nano Banana“ macht bei fotorealistischen Motiven und Montagen aus mehreren Referenzbildern eine starke Figur. Das Bildmodell von OpenAI punktet dafür, wenn Text sauber im Bild stehen soll – etwa für Infografiken, Werbebanner oder Typografie. Als einfache Faustregel:

  • Fotorealistische Szene oder Collage aus mehreren Vorlagen → eher Gemini
  • Grafik mit Schrift, Banner, Infografik → eher ChatGPT

Der große, oft übersehene Unterschied ist das Video. OpenAI hat seine Video-App und -API Sora im Laufe des Jahres 2026 komplett eingestellt (OpenAI-Hilfe). Heißt im Klartext: ChatGPT kann aktuell keine Videos mehr generieren. Gemini schon – über Veo und Flow, und zwar in allen Bezahl-Tarifen ab AI Plus. Wenn du auch nur gelegentlich kurze KI-Clips für Social Media brauchst, ist das ein K.-o.-Kriterium zugunsten von Google. Viele ältere Vergleichsartikel haben diesen Punkt noch gar nicht auf dem Schirm.

Google Workspace vs. ChatGPT-Konnektoren

Hier zeigt sich bei der Wahl ChatGPT oder Gemini, warum die Frage „welche KI passt zu dir“ so stark von deinen vorhandenen Tools abhängt.

Gemini lebt im Google-Ökosystem. Es sitzt direkt in Gmail (Antwortentwürfe), Docs (schreiben, zusammenfassen), Sheets (Formeln, Analysen) und Drive (Fragen an deine eigenen Dateien). Wenn dein Arbeitstag ohnehin aus Gmail, Docs und Drive besteht, fühlt sich das an wie ein Kollege, der schon am Schreibtisch sitzt. Kein Copy-and-paste, kein Hin-und-her.

ChatGPT holt deine Tools von außen rein. Über sogenannte Konnektoren bindest du Google Drive, Gmail, Microsoft 365, Kalender und mehr an. Dazu gibt’s Projects zum Ordnen deiner Arbeit und Custom GPTs – also eigene, auf dich zugeschnittene Mini-Assistenten. Gemini kontert die mit seinen „Gems“, die es sogar schon gratis gibt.

Die Faustregel ist simpel:

  • Du lebst in Google Workspace? → Gemini, ganz klar.
  • Du nutzt Microsoft 365 oder einen bunten Tool-Mix? → ChatGPT mit seinen Konnektoren.

Agenten – was die KI selbst für dich erledigt

„Agenten“ sind das große Buzzword gerade. Gemeint ist eine KI, die nicht nur antwortet, sondern selbst lostippt: Websites bedient, Formulare ausfüllt, mehrstufige Aufgaben abarbeitet, während du Kaffee trinkst.

Hier hat ChatGPT für unsere Zielgruppe die Nase vorn. Agenten-Funktionen gibt’s schon ab Plus, und im Pro-Tarif sitzt „Dot“, ein Always-on-Agent, der im Hintergrund weiterarbeitet. Bei Google stecken die richtig starken Agenten-Features (Agent Mode, Spark) noch weitgehend im Ultra-Tarif und sind teils nur in den USA verfügbar – für Deutschland also mit Vorsicht zu genießen.

Wenn Agenten für dich wichtig sind, bekommst du sie bei ChatGPT also früher und günstiger. Aber ehrlich: Für die meisten Selbstständigen ist das heute noch Kür, nicht Pflicht.

Benchmarks – wer führt die Ranglisten an?

Du willst harte Zahlen? Die gibt’s – aber mit Vorsicht zu genießen.

In der großen Blind-Rangliste Arena (da stimmen echte Menschen anonym über Antworten ab) liegt (Stand 27.10.2026) bei Textqualität Google vorn: Gemini 4 Carbon und Argon belegen die vorderen Plätze, das beste ChatGPT-Modell schafft es dort nicht mal in die Top-Zwölf. Bei der Web-Entwicklung (Coding) dreht sich das Bild: Hier liegt GPT-6 Astra auf Platz 2 und damit deutlich vor Googles Argon auf Platz 11; Gemini 4 Carbon (vorläufig) folgt knapp dahinter auf Platz 4. Auch die Rangliste von Artificial Analysis sieht Google bei der reinen Intelligenz knapp vorn, aber GPT-6.1 Sol kommt mit deutlich weniger Kosten pro Testaufgabe ziemlich nah ran.

Eine ehrliche Randbemerkung hab ich noch: Anthropics Claude spielt da ebenfalls ganz vorne mit. Im Text-Ranking landet Claude Opus 5.5 auf Platz 3, direkt nach den zwei Gemini-Modellen. Bei der Web-Entwicklung steht es sogar auf Platz 1. Ich arbeite selbst jeden Tag mit Claude. Wie es sich gegen Gemini schlägt, liest du in Claude vs Gemini. Hier vergleichen wir aber die beiden großen KIs für den Alltag.

Und noch wichtiger: Benchmarks messen Modelle, nicht deinen Alltag. Ob eine KI deine deutsche Kundenmail oder dein 80-seitiges PDF besser hinbekommt, verrät dir kein Elo-Wert. Dafür gibt’s nur eins – selbst testen.

Datenschutz bei Gemini und ChatGPT: Vorhängeschloss vor einem Schild

Datenschutz und DSGVO – was du abschalten solltest

Gerade bei Kundendaten solltest du genauer hinschauen. Denn die Sache hat einen Haken: Beide Anbieter nutzen deine Chats standardmäßig, um ihre Modelle zu trainieren – jedenfalls bei den privaten Tarifen. Zum Glück kannst du das in den Einstellungen ausschalten.

So drehst du das Training ab:

  • ChatGPT: Such in den Einstellungen den Bereich zu Daten bzw. Datenschutz, dort gibt es einen Schalter, mit dem du verhinderst, dass deine Chats zum Verbessern der Modelle genutzt werden. Wie Menü und Schalter genau heißen, konnte ich auf OpenAIs eigenen Hilfeseiten nicht nachprüfen. Laut OpenAI-Preisseite ist der Ausstieg aus dem Training aber möglich.
  • Gemini: Auf gemini.google.com auf „Aktivitäten“ klicken, oben „Aktiviert“ anklicken und „Deaktivieren“ wählen (die Einstellung heißt „Aktivitäten speichern“). Google speichert Chats auch dann noch bis zu 72 Stunden, und von Prüfern angesehene Chats bis zu drei Jahre lang (Google-Support).

Für Firmen sieht das anders aus: Bei den Business- und Enterprise-Tarifen verwenden beide Anbieter deine Daten standardmäßig nicht zum Trainieren. Hantierst du mit echten Kundendaten, solltest du deshalb lieber kein privates Abo nehmen. Greif stattdessen zu Google Workspace oder ChatGPT Business – mit Auftragsverarbeitungsvertrag.

Und noch was, ganz offen: „DSGVO-konform“ lässt sich nicht einfach pauschal abhaken. Entscheidend ist immer, wofür du die KI einsetzt, welche Daten du nutzt und wo sie verarbeitet werden. Auch die Bezeichnungen in den Menüs wechseln dauernd. Wenn du unsicher bist, wirf lieber einen Blick in die aktuellen Einstellungen.

Fazit: Welche KI passt zu dir?

So, Butter bei die Fische. Wir haben uns Preise und Modelle angesehen, meinen Praxistest durchgespielt und jede Menge recherchiert. Und am Ende ist die Antwort überraschend einfach. Beim Duell ChatGPT vs Gemini gibt’s keinen Sieger, der für alle passt – wohl aber einen Gewinner für deinen ganz persönlichen Fall.

Greif zu Gemini, wenn … du sowieso den ganzen Tag in Gmail, Docs und Drive unterwegs bist, regelmäßig lange Dokumente unter die Lupe nimmst, Android verwendest, ab und zu kurze Videos erstellen willst – oder einfach möglichst günstig mit einer vernünftigen KI starten möchtest (AI Plus für 4,99 €).

Greif zu ChatGPT, wenn … du mit einem bunten Tool-Mix oder Microsoft 365 arbeitest, oft strukturierte Analysen und Recherchen brauchst, deine Arbeit gern mit Projekten und Custom GPTs organisierst oder schon früh Agenten ausprobieren möchtest.

Und mein ganz persönlicher Rat? Teste beide eine Woche mit deinen echten Aufgaben. Gib ihnen deine Mails, deine Angebote, deine Recherche. Nach sieben Tagen weißt du besser als jeder Benchmark, welche KI sich für dich anfühlt wie ein guter Kollege – und welche eher wie ein nerviger Praktikant. Viel Erfolg beim Ausprobieren!

FAQ: Gemini vs ChatGPT

Ist Gemini oder ChatGPT besser für deutsche Texte?

Einen eindeutigen Gewinner gibt’s nicht. Mal schreibt Gemini in Tests etwas lockerer, mal trifft ChatGPT die Stil-Vorgaben genauer. Die Unterschiede sind gering und hängen stark davon ab, was für einen Text du schreiben willst. Mein Tipp: Gib beiden die gleiche Textaufgabe und schau selbst, welcher Stil dir besser gefällt.

Kann ChatGPT noch Videos erstellen?

Nein. OpenAI hat seine Video-Lösung Sora 2026 eingestellt, ChatGPT bietet aktuell keine Videogenerierung mehr. Gemini kann über Veo und Flow weiterhin Videos erzeugen – ein großer Unterschied zugunsten von Google.

Was ist günstiger – Gemini oder ChatGPT?

Wenn du günstig einsteigen willst, ist Gemini billiger: Google AI Plus gibt’s für 4,99 € pro Monat, ChatGPT Go kostet 8 €. Bei den „Vollwert“-Abos (Gemini AI Pro 21,99 € vs. ChatGPT Plus 23 €) liegen die beiden preislich fast gleichauf. Was die Abos heute genau kosten, steht im Datenkasten weiter oben im Artikel.

Welche KI ist besser für Datenschutz und DSGVO?

Bei privaten Abos verwenden beide deine Chats standardmäßig fürs Training. Du kannst diese Nutzung aber ausschalten. Sobald du Kundendaten verarbeitest, ist ein Business- oder Enterprise-Tarif mit Auftragsverarbeitungsvertrag die bessere Wahl – dort trainieren die Anbieter by default nicht mit deinen Daten. Eine allgemeine DSGVO-Garantie gibt dir aber keiner der beiden.

Lohnt sich die kostenlose Version überhaupt?

Für gelegentliche Nutzung: ja, klar. Du bekommst bei beiden Chat, Bildgenerierung und Basis-Recherche. Allerdings laufen in den Gratis-Tarifen nur die schwächeren Modelle, und bei ChatGPT kann in Free Werbung auftauchen. Wer täglich arbeitet, fährt mit einem günstigen Bezahl-Tarif deutlich entspannter.

Was kosten die Modelle über die API für Entwickler?

Nur relevant, wenn ein eigenes Tool die Modelle direkt ansprechen soll – ein Abo ist kein API-Guthaben. Grob gilt: Googles Spitzenmodell Gemini 4 Argon und OpenAIs GPT-6.1 Sol liegen aktuell gleichauf bei etwa 2 $ Input und 10 $ Output je Million Tokens (bei Argon laut Berichten nur als Einführungspreis bis 30.11.), OpenAIs Topmodell GPT-6 Astra ist mit 10 $/50 $ deutlich teurer. Die genauen, oft rabattierten Tarife stehen in der Gemini-API-Doku bzw. auf der OpenAI-Preisseite.

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