„Ihr neues Bad.“ Exakt diese drei Worte stehen am Beginn von vier von fünf Websites, die ich vor Kurzem von KI-Tools erstellen ließ.
Hinzu kam ein cremefarbener Hintergrund, eine Serifenschrift und ein kleines Label in Großbuchstaben über der Überschrift. Und drei Tools generierten sogar beinahe die gleiche Kundenstimme: eine „Familie Krüger“ aus Dresden, die es gar nicht gibt.
Für diesen einheitlichen Stil gibt es längst einen treffenden Begriff: KI-Slop im Webdesign. Ich begegne ihm überall, und wenn ich ehrlich bin, auch bei meinen eigenen Projekten. Ich erstelle selbst Websites und nutze jeden Tag Claude Code.
Früher kam ohne genaue Vorgabe immer der lila Verlauf heraus. Seit ich Lila ausschließe, bekomme ich Creme und Serife. Ganz gleich, welchen Prompt ich verwende: Am Ende sieht es irgendwie jedes Mal nach demselben KI-Look aus.
Damit bin ich übrigens nicht der Einzige. Websites, die jemand mal eben mit einem KI-Website-Builder wie Lovable, v0 oder Bolt zusammengebaut hat, erkenne ich häufig innerhalb von zwei Sekunden. Um das nachzuweisen, habe ich einen Versuch gemacht: derselbe Laien-Prompt, fünf Tools, keinerlei Nacharbeit. Heraus kamen viermal nahezu identische Seiten.
In diesem Artikel erfährst du, woher das kommt, wie du KI-Slop auf Websites erkennst und warum er dich Vertrauen und Kunden kosten kann. Vor allem aber zeige ich dir, wie du vermeidest, dass deine eigene Seite genauso aussieht wie jede andere. Spoiler: Anders wird es erst durch eine klare Richtung, Verbote und Kontrolle.
Das Wichtigste in Kürze:
- KI-Slop im Webdesign beschreibt beliebig wirkende, ohne Prüfung veröffentlichte KI-Websites im stets gleichen Einheitslook, hinter denen keine eigenen Entscheidungen stehen. Fehlt dir eine eigene Richtung, kommst du fast unabhängig vom Prompt genau dort heraus.
- Mein Versuch: Der gleiche Laien-Prompt bei fünf KI-Tools ergab viermal fast die gleiche Website, einschließlich eines identischen Überschriften-Anfangs und einer ausgedachten „Familie Krüger“.
- Der aktuelle Standard-Look ist nicht länger der lila Verlauf, sondern umfasst Creme, Serifenschrift, ein kursiv gedrucktes Wort, Terrakotta und kleine Labels über jeder Überschrift.
- Das ist gleich doppelt schlecht: Allein der Verdacht auf KI-Nutzung verringert laut NN/g das Vertrauen der Besucher, und erfundene Rezensionen sind laut UWG nicht erlaubt.
- Was hilft: zuerst eine eigene Richtung bestimmen (Design-Referenz, echte Fotos, echte Texte), dann Verbote definieren und am Ende mit Tools wie Impeccable kontrollieren.
Mein kostenloser Skill
Anti-Slop-Webdesign
anti-slop-webdesign bringt die KI dazu, zunächst eine eigene Richtung zu bestimmen, anschließend zu bauen und das Ergebnis zum Schluss selbst zu kontrollieren. Bei meinem Test mit Claude Code erreichten damit drei Durchläufe 0 Funde. Du erhältst ihn gratis, sobald du dich für meinen Newsletter anmeldest.
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Was ist KI-Slop im Webdesign?
KI-Slop im Webdesign steht für Websites, die mithilfe generativer KI geschaffen und ungeprüft ins Netz gestellt werden: Sie sind optisch beliebig, enthalten ausgedachte Inhalte und zeigen keine einzige eigene Entscheidung. Du erkennst solche Websites daran, dass sie sich zum Verwechseln ähnlich sind, ganz gleich, ob sie für einen Handwerker, ein Software-Tool oder einen Coach erstellt wurden.
Woher kommt das Wort? „Slop“ stammt aus dem Englischen und bedeutet wörtlich Fraß, Schweinefutter oder Nassmüll. Die deutsche Wikipedia nennt es sogar direkt „Schmodder“. Populär gemacht hat den Begriff der britische Entwickler Simon Willison mit einem Blogbeitrag im Mai 2024. Seine Überlegung: Genau wie „Spam“ unerwünschte Werbemails geächtet hat, soll „Slop“ ungeprüfte KI-Inhalte ächten.
Danach ging es Schlag auf Schlag: „Slop“ wurde gleich mehrfach zum Wort des Jahres 2025 gewählt, wie t3n zusammenfasst, unter anderem von Merriam-Webster.
Eins ist ganz wichtig dabei: Nicht jede KI-Website ist Slop! Die KI ist bloß das Werkzeug, sie ist nicht das Problem.
Slop entsteht nur, wenn du den Standard ungeprüft annimmst: keine eigene Richtung, fehlende Kontrolle, erfundene Zahlen bleiben erhalten. Eine von einer KI erstellte Seite mit klarem Briefing, echten Fotos und einem Check zum Schluss ist kein Slop.
Und wie flächendeckend ist das Ganze? Adrian Krebs, ein Entwickler, hat 1.590 Produktseiten aus „Show HN“ unter die Lupe genommen, einer Kategorie auf Hacker News, in der Gründer ihre neuen Projekte präsentieren.
Das Resultat: 22 Prozent wiesen vier oder mehr typische KI-Muster auf, 32 Prozent zwei bis drei, und nur 46 Prozent blieben weitgehend frei davon.
Zum Verständnis: Dies ist bloß ein kleiner Teil der Tech-Szene, nicht das komplette Netz. Und ein einzelnes Merkmal bedeutet noch keine KI. Dennoch macht die Untersuchung deutlich, wie umfassend der Einheitsstil bereits ist.

Mein Test: Ein Prompt, fünf Tools, fast dieselbe Website
Es wird ja viel geredet. Ich wollte es selbst herausfinden und habe Anfang November 2026 den gleichen Prompt in fünf KI-Tools eingetippt. Genau so, wie ihn ein Handwerker schreiben würde: ohne Designvorgaben, ohne Fachbegriffe.
So bin ich vorgegangen
Für den Test habe ich mir die fiktive Firma „Lindholz“ ausgedacht, einen Badsanierungs-Betrieb in Dresden. Der Prompt lautete wörtlich:
„Erstelle eine moderne und professionelle Website für meinen Badsanierungs-Betrieb „Lindholz“ in Dresden. Wir planen und bauen Bäder komplett aus einer Hand: Beratung, Fliesen, Sanitär und barrierefreie Bäder. Die Seite soll Vertrauen aufbauen und Anfragen bringen.“
Diesen Prompt bekamen Lovable, v0 von Vercel, Bolt, Claude Code ohne Design-Skill und Claude Code mit Anthropics offiziellem Skill „frontend-design“. Jedes Mal mit Standardeinstellungen, ein einziger Durchlauf, keine Nachbesserung, kein Folgeprompt.
Jede fertige Seite habe ich bei gleicher Bildschirmbreite von 1280 Pixeln angeschaut und mit Impeccable 4.8.0 geprüft. Das ist ein kostenloses Prüfwerkzeug, das den Code einer Website automatisch nach bekannten KI-Design-Mustern und technischen Mängeln durchsucht. Mehr dazu weiter unten.
Das Ergebnis im Überblick
| Tool | Hauptüberschrift | Schrift | Hintergrund | Erfundene Zahlen und Stimmen | Impeccable-Funde |
|---|---|---|---|---|---|
| „Ihr neues Bad. Aus einer Hand.“ | Fraunces (Serife) | Creme | keine Zahlen, aber erfundene Kontaktdaten | 13 | |
| „Ihr neues Bad. Geplant und gebaut aus einer Hand.“ | Fraunces (Serife) | Creme | „4,9 von 5 aus 127 Bewertungen“, „400+ sanierte Bäder“, 3 Kundenstimmen | 27 | |
| „Räume, die bleiben.“ | Manrope (ohne Serifen) | dunkles Foto, helles Grünweiß | „20+ Jahre Erfahrung“, „5.0 Google ★“ | 29 | |
| „Ihr neues Bad. Komplett aus einer Hand.“ | Iowan Old Style (Serife) | Creme | „15+ Jahre Erfahrung im Badbau“, „350+ sanierte Bäder“, 3 Kundenstimmen | 31 | |
| „Ihr neues Bad“, dann „vom ersten Strich bis zur letzten Fuge.“ | Young Serif (Serife) | Creme | „640+ sanierte Bäder“ als hochzählende Zahl, 3 Kundenstimmen | 42 |


Was mir sofort aufgefallen ist
- Dieselbe Überschrift: Vier von fünf Überschriften beginnen wörtlich mit „Ihr neues Bad.“ Dieser Satz stand nicht im Prompt!
- Dieselbe Schriftart: Vier von fünf nutzen für die Überschrift eine Serifenschrift, Lovable und v0 sogar exakt dieselbe: Fraunces.
- Derselbe Hintergrund: Vier von fünf zeigen einen cremefarbenen Hintergrund, Impeccable erkennt bei allen vieren die Creme-Palette als KI-Muster.
- Dasselbe Beiwerk: Wirklich jedes der fünf Tools setzt ein kleines Label oberhalb der Hauptüberschrift und ergänzt den Button um einen Pfeil.
Mein persönliches Highlight: Drei von fünf Tools haben fast dieselbe Kundenstimme erfunden. Die „Familie Krüger“ (beziehungsweise „Familie K.“) taucht bei v0 und bei beiden Claude-Code-Läufen auf. Zweimal beginnt das Zitat mit „Vom ersten Termin bis zur Übergabe …“, einmal mit „Von der ersten Beratung bis zur Übergabe …“.
Bei allen dreien schwärmt jemand von einem barrierefreien Bad für die Mutter samt Hilfe beim Antrag bei der Pflegekasse, zweimal angeblich aus Radebeul. Dieselbe erfundene Familie, auf drei verschiedenen Websites. Wenn dir das nicht zeigt, wie sehr diese Modelle aus demselben Topf schöpfen, weiß ich auch nicht.
Spannend auch:
- Der Skill-Lauf: Ausgerechnet der Lauf mit Anthropics offiziellem Design-Skill hatte mit 42 die meisten Impeccable-Funde. Die Website wirkte zwar eigenständiger, mit einer Bauplan-Optik samt Bemaßung. Aber sie zeigte fast alle Merkmale der Creme-Welle: Serife, Creme, ein Teil der Überschrift in Terrakotta, Labels in Code-Schrift und über jedem Abschnitt eine Nummer plus Abschnittsname.
- Bolts Nummern: Bolt versieht seine vier Leistungen mit den Zahlen 01 bis 04, obwohl es zwischen ihnen überhaupt keine Reihenfolge gibt. Eben das führen Anthropic und kill-ai-slop als typisches Zeichen für KI an: Nummern gehören nur dorthin, wo tatsächlich eine Reihenfolge besteht.
- Kein Lila mehr: Das vielleicht Wichtigste: Kein einziges Tool hat Lila benutzt. Der berüchtigte lila Verlauf ist Geschichte, der Standard von heute ist Creme mit Serife.

Ehrliche Einordnung
Ein einzelner Durchlauf pro Tool liefert eine Stichprobe, aber kein Ranking. Beim zweiten Versuch kann das Ergebnis anders aussehen. Auch die Impeccable-Zahl ist keine Schulnote: Technische Schwächen wie ein zu geringer Kontrast fließen direkt in die Zählung ein, und wenige Funde sagen nichts darüber aus, ob eine Seite eigenständig aussieht.
Lovable hatte die geringste Zahl an Funden und zeigte trotzdem den kompletten Creme-und-Serife-Look. Der Fairness halber: „aus einer Hand“ war bereits im Prompt enthalten, dass die Formulierung in den Überschriften erscheint, kommt also nicht von ungefähr. „Ihr neues Bad.“ war hingegen nicht vorgegeben.
Etwas Positives muss ich ebenfalls erwähnen: Lovable, v0 und beide Durchgänge mit Claude Code haben zum Schluss von sich aus gewarnt, dass die Inhalte erfunden wurden. v0 nannte sogar die einzelnen Punkte: Telefonnummer, E-Mail, Adresse, Kennzahlen, Bewertungen und Kundenstimmen seien frei ausgedacht, die Bilder per KI erstellt, und Impressum sowie Datenschutzerklärung würden fehlen, obwohl beides in Deutschland vorgeschrieben ist.
Übersieht jemand diese Warnung und veröffentlicht die Seite trotzdem, landet weiterhin Slop im Netz. Bei den Bewertungen kommt sogar noch ein rechtliches Problem hinzu, darauf gehe ich später genauer ein.
Warum sehen KI-Websites alle gleich aus?
Wie kann es sein, dass fünf verschiedene Tools fast dieselbe Website bauen? Die Antwort steckt in der Funktionsweise der Modelle und im Werkzeugkasten dahinter.
Der statistische Durchschnitt: Sprachmodelle funktionieren als Vorhersagemaschinen. Sie geben das plausibelste Resultat aus, also den Mittelwert sämtlicher Internetseiten ihrer Trainingsdaten. Anthropic, die Firma hinter Claude, gibt das ganz offen zu.
Im offiziellen Leitfaden für Frontend-Design steht wörtlich: „You tend to converge toward generic, ‚on distribution‘ outputs.“ Auf Deutsch: Das Modell landet von sich aus beim Durchschnitt.
Eine Forschungsarbeit zu „Verbalized Sampling“ liefert dazu die Erklärung: Beim Nachtraining bewerten Menschen vertraute Ergebnisse besser, diese Typikalitäts-Verzerrung drückt die Vielfalt der Modelle zusätzlich. Deshalb reicht „mach es kreativ“ als Anweisung auch nicht aus.
Überall der gleiche Baukasten: Lovable erzeugt laut eigener FAQ React mit Tailwind CSS und den vorgefertigten Bausteinen von shadcn/ui. Und weil shadcn/ui seit November 2024 standardmäßig die Icons von Lucide mitbringt und einen einzigen Eckenradius für alles vorgibt, haben tausende Websites dieselben Symbole, Radien und Abstände, bevor überhaupt jemand gestaltet hat.
Ein vererbtes Lila: Tailwind-Schöpfer Adam Wathan hat sich am 7. August 2025 öffentlich dafür entschuldigt, dass er früher jeden Button in seinen Tailwind-UI-Templates in Indigo gehalten hat. Deshalb war jahrelang jede KI-Oberfläche lila.
War, wohlgemerkt. Früher landete auch Claude Code bei mir ohne Vorgaben zuverlässig beim lila Verlauf und den drei Karten. Mein Test zeigt: Diese Zeit ist vorbei. Kein einziges Tool lieferte noch Lila, vier von fünf lieferten Creme mit Serife. Der frühere Ausweich-Look ist zum neuen Standard geworden.
Woher er kommt? Terrakotta um den Farbwert #D97757 ist laut Anthropics eigener Design-Anleitung Claudes hauseigene Akzentfarbe.
Und kill-ai-slop merkt an, dass die Serifen-Begrüßung direkt vom Startbildschirm eines Chat-Assistenten übernommen wirkt. Meine Deutung, kein bewiesener Fakt: Die KI reproduziert die Ästhetik ihrer eigenen Oberfläche, sobald man ihr „Geschmack“ statt Lila abverlangt.
Das Ergebnis gleicht der Bolognese in der Kantine: ganz okay, macht satt, aber abends spricht niemand drüber.

Woran du KI-Slop im Webdesign erkennst
Hier sind die typischen Merkmale. Ich habe sie aus dem Katalog von Impeccable, dem Feldführer kill-ai-slop, der Liste von Tenex sowie Anthropics Design-Anleitung für Claude gesammelt und mit meinem eigenen Test verglichen. Das Jüngste zuerst.
Der heutige Standard-Look: Creme und Serife
- Cremefarbener Hintergrund: Ein warmer Cremeton (etwa #F4F1EA) als Standard anstelle einer bewussten Wahl. In meinem Test lieferten ihn vier von fünf Tools.
- Serifen-Überschrift mit einem kursiven Wort: Eine kontrastreiche Serifenschrift, bei der ein einzelnes Wort kursiv oder farbig hervorgehoben ist. Laut kill-ai-slop der viralste KI-Tick bei Überschriften.
- Terrakotta als Akzent: Oft um #D97757. Laut Anthropic ist das Claudes eigene Akzentfarbe. Auf deiner Website wirkt sie deshalb wie ein Fingerabdruck der KI.
- Immer dieselben „besonderen“ Schriften: Fraunces, Instrument Serif, Space Grotesk und Geist tauchen auf, sobald die KI nach etwas „Geschmackvollem“ greift. In meinem Test entschieden sich zwei Tools unabhängig voneinander für Fraunces.
- Inter als Fließtext: Inter ist eine super Schrift. Weil sie aber überall standardmäßig genutzt wird, sehen Seiten damit auf einmal alle gleich aus.
Labels, Nummern, Pfeile: das Vorlagen-Beiwerk
- Versal-Label über jeder Überschrift: Ein kleines Label in gesperrten Großbuchstaben, im Fachjargon „Eyebrow“. Alle fünf Tools in meinem Test haben eines gesetzt.
- Pill über der Hauptüberschrift: Eine abgerundete Plakette wie „Meisterbetrieb in Dresden“, die aussieht, als ob du sie anklicken könntest.
- Deko-Nummern 01, 02, 03: Nummerierte Abschnitte, obwohl nichts aufeinander aufbaut. Bolt hat im Test seine vier Leistungen durchnummeriert, der Skill-Lauf setzte über jeden Abschnitt eine Nummer plus Abschnittsname.
- Mittelpunkt-Reihen: Angaben wie „Schnell · Sicher · Einfach“, mit Punkten getrennt.
- Labels in Code-Schrift: Monospace-Schrift als Deko für kleine Beschriftungen, völlig ohne Bezug zu Code oder Daten.
- Ein Pfeil hinter jedem Button: „Mehr erfahren →“, überall. Im Test: fünf von fünf.
Die Faustregel von Anthropic dazu ist einfach: Strukturelemente sollen Information tragen, nicht dekorieren. Eine Nummer gehört nur dorthin, wo es wirklich eine Reihenfolge gibt.
Aufbau und Bausteine
- Immer dasselbe Skelett: Zentrierter Hero (der große Einstiegsbereich), darunter drei Feature-Karten, Kennzahlen, Kundenstimmen, Abschlussaufruf, Footer.
- Drei identische Karten mit Icon-Kachel: Dieselben Linien-Icons, meist Lucide, in hell eingefärbten Kacheln: Zahnrad, Blitz, Globus, oft ohne Bezug zum Inhalt.
- Karten in Karten: Mehrere Kartenebenen um denselben Inhalt, gern mit gleichem Radius und Schatten auf allem.
- Große Kennzahlen-Leiste: „10.000+ Kunden, 99,9 % Verfügbarkeit“, gern als hochzählende Zahlen animiert. Mein Skill-Lauf ließ „640+ sanierte Bäder“ hochzählen.
- Logo-Laufband: Eine endlos laufende Reihe „Bekannt aus“ mit Platzhalter-Logos.
- Dieselbe Einblendung überall: Jeder Abschnitt gleitet beim Scrollen auf dieselbe Art herein, jede Karte wächst beim Drüberfahren.

Der alte Look: Lila und Neon
- Lila-blaue Verläufe auf Buttons und Hintergründen sowie Überschriften mit Farbverlauf.
- Milchglas und Neon: Glas-Effekte (Glassmorphism), leuchtende Ränder und dunkle Themes mit grellen Akzenten.
- Emojis als Icons: 🚀 und ✨ in Listen und Buttons.
Dieser Look gilt als erste Welle von 2024/25. Entdeckst du ihn heute, kommt die Website vermutlich von einer älteren Vorlage oder einem älteren Modell.
Texte und Vertrauen
- Leere Versprechen: Vage Sätze wie „Die Zukunft beginnt jetzt“, die auf jeder beliebigen Website stehen könnten.
- Floskelwörter: nahtlos, mühelos, ganzheitlich, und auf Englisch seamless, effortless, supercharge.
- Erzwungene Gegensätze: Konstruktionen wie „Kein Feature. Eine Plattform.“
- Gedankenstriche überall: Tenex hat auf einer einzigen Seite 31 Stück gezählt.
- Erfundene Zahlen und Kundenstimmen: „10.000+ zufriedene Kunden“ ohne Beleg und Bewertungen von „Sarah M.“ mit fünf Sternen, aber ohne Gesicht.
- Fehlendes Impressum: Keine Pflichtangaben, keine echten Namen, keine echten Fotos.
Kleiner Insider zum Punkt mit den Gedankenstrichen: In meinem Text findest du keinen einzigen Gedankenstrich. Ist dir aufgefallen, oder?
Keine Panik: Ein einzelnes Merkmal macht noch keinen Slop. Ein Verlauf ist kein Verbrechen, und manches davon war mal ein echter Webdesign-Trend.
Auch Adrian Krebs rechnet bei seiner Messung mit Fehlalarmen, und Anthropic betont selbst, dass manche Muster zu manchen Briefings schlicht passen: Creme und Serifen können für ein Café oder ein Magazin genau richtig sein.
Kritisch wird es, wenn fünf, sechs Merkmale zusammenkommen. Dann wirkt deine Website wie ein Anzug von der Stange: passt irgendwie, aber niemand dreht sich danach um.
Und was kommt nach Creme?
Eines kann ich dir jetzt schon sagen: Auf die Creme-Welle folgt die nächste. Denn jedes reine Verbot erzeugt nur den nächsten Standard. Die Ausweich-Looks sind in den Katalogen längst gesammelt:
- Fast-Schwarz mit Säuregrün: ein dunkler Hintergrund, dazu genau ein leuchtender Akzent in Säuregrün.
- Der Zeitungs-Look: hauchdünne Linien und null Eckenradius.
- Das „geschmackvolle Terminal“: Monospace-Schrift überall.
Das Tool avoid-ai-design bringt es auf den Punkt: Auch die Lösung pendelt sich auf neue Standards ein. Merke dir also lieber das Prinzip als die einzelnen Farben: Sobald ein Look ohne Begründung auf jeder zweiten neuen Website auftaucht, ist er das nächste KI-Erkennungszeichen.
Was dich der KI-Look kostet
Okay, deine Website sieht aus wie viele andere. Ist das wirklich so schlimm? Leider ja. Und zwar gleich auf mehreren Ebenen.
Vertrauen und Wiedererkennung
Das Wichtigste: Es muss gar keine KI im Spiel sein, damit der Schaden entsteht. Der Verdacht reicht. Die Nielsen Norman Group hat in einer Studie vom August 2026 77 Leute sechs Website-Varianten bewerten lassen.
Das überraschende Resultat: Die KI-generierten Bilder schnitten sogar leicht besser ab. Aber sobald Teilnehmer KI hinter einer Seite vermuteten, bewerteten sie die Seite schlechter.
Selbst dann, wenn dort echte Fotos zu sehen waren. Nicht die KI schadet dir also, sondern der KI-Eindruck. Und genau diesen Eindruck erzeugt der Einheitslook. In dieselbe Richtung zeigt eine Raptive-Studie: Das Vertrauen sinkt fast um die Hälfte, sobald Nutzer bei einem Text von KI-Inhalten ausgehen.
Dazu zählt auch der Wiedererkennungswert. Deine Website ist dein digitales Schaufenster. Und kein Mensch hält bei einem Schaufenster an, das exakt so aussieht wie die zehn daneben.

Kontrast und Barrierefreiheit
Der KI-Look hat noch ein echtes technisches Problem: Er ist oft schwer lesbar. Für normalen Fließtext verlangt die Richtlinie WCAG ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 zwischen Schrift und Hintergrund.
Das alte Tailwind-Indigo auf Weiß schafft mit 4,47:1 schon knapp nicht die Vorgabe. Und die Creme-Welle ist noch mieser: Terrakotta (#D97757) auf Creme (#F4F1EA) kommt gerade mal auf 2,77:1.
In meinem Test meldete Impeccable allein bei der Bolt-Seite 19 Kontrastfehler. Das ist nicht nur eine Stilfrage: Seit dem 28. Juni 2025 gilt in Deutschland das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz, das für bestimmte Angebote, etwa viele Online-Shops, barrierefreie Websites verlangt.
Ob es dich betrifft, kläre bitte mit einer Fachperson, ich gebe hier keine Rechtsberatung. Aber guter Kontrast hilft so oder so jedem Besucher.
Erfundene Bewertungen: Hier wird’s rechtlich heikel
Zahlreiche KI-Tools bestücken die Rubrik für Erfahrungsberichte mit frei erfundenen Kundenmeinungen. In meinem Test haben das drei von fünf Tools getan, und fast mit denselben Namen. Das wirkt erst einmal harmlos. Das ist es jedoch keineswegs! Seit dem 28. Mai 2022 gelten im UWG (Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb) strengere Regeln für Bewertungen:
- Anhang zu § 3 Abs. 3 UWG, Nr. 23c: Gefälschte Bewertungen und Empfehlungen sind immer unzulässig, auch selbst geschriebene.
- Nr. 23b: Du darfst nicht behaupten, dass Bewertungen von echten Kunden stammen, ohne das angemessen geprüft zu haben.
- § 5b Abs. 3 UWG: Wer Bewertungen zeigt, muss angeben, ob und wie er ihre Echtheit sicherstellt.
Eine von der KI erfundene „Sarah M.“ oder „Familie Krüger“ dürfte da ziemlich sicher drunterfallen. Das Oberlandesgericht Köln hat Ende 2024 Werbung mit nicht überprüften Kundenbewertungen verboten (Az. 6 U 59/24). Ein bloßer Hinweis auf die fehlende Prüfung reichte nicht, wie die IT-Recht Kanzlei erklärt. Im Ernstfall drohen Abmahnungen von Mitbewerbern oder der Wettbewerbszentrale.
Ich bin kein Anwalt, und das hier ist keine Rechtsberatung. Mein Rat ist trotzdem simpel: Erfundene Testimonials fliegen raus, bevor deine Seite online geht. Immer.
Und was sagt Google?
Google stört sich nicht an KI-Inhalten an sich. Bereits 2023 hat Google klargestellt, dass die Qualität zählt und nicht die Herkunft eines Beitrags. Seit März 2024 existiert allerdings eine Spam-Richtlinie gegen „Scaled Content Abuse“, also gegen massenhaft erstellte Website-Inhalte ohne Nutzwert, ganz gleich ob diese von Personen oder Systemen stammen.
Deine eigene Firmen-Website ist damit nicht gemeint. Beliebiger Durchschnitts-Content hat es trotzdem schwer, denn Google achtet auf E-E-A-T: Erfahrung, Expertise, Autorität und Vertrauenswürdigkeit. Und genau diese Erfahrung geht einer Schablonen-Seite ab.
Selbsttest: Ist deine Website KI-Slop?
Es ist an der Zeit für einen ehrlichen Check deiner eigenen Website. Beantworte dir diese Fragen mit Ja oder Nein:
- Hat deine Website einen cremefarbenen Hintergrund, für den du dich nie bewusst entschieden hast?
- Steht deine Hauptüberschrift in einer Serifenschrift mit einem einzelnen kursiven oder farbigen Wort?
- Steht über jeder Überschrift ein Mini-Label in Großbuchstaben oder eine Pill-Plakette?
- Gibt es Nummern wie 01, 02, 03, obwohl nichts aufeinander aufbaut?
- Hängt hinter jedem Button ein Pfeil?
- Gibt es Kundenstimmen ohne echten Kunden oder Zahlen ohne Beleg?
- Fehlen echte Fotos von dir, deinem Team oder deiner Arbeit?
- Haben alle Karten denselben Schatten und denselben Radius?
- Könnte dein Satz im Hero genau so auf der Website deiner Konkurrenz auftauchen?
- Gibt es einen lila Verlauf oder nutzt du Inter, ohne dich je bewusst dafür entschieden zu haben?
Hast du drei oder mehr Mal mit Ja geantwortet? Dann solltest du noch einmal ran. Diese Schwelle nennt ebenfalls die AI-Slop-Checkliste von Bitdoze. Kein einziges Ja bei dir? Glückwunsch! Dann bist du schon einen Schritt weiter als die meisten.
Diese Tools prüfen deine Seite auf KI-Slop
Du möchtest es genauer wissen? Dann lass ein Tool drüberlaufen. Mein Standard ist Impeccable: Das Gratis-Tool mit offenem Quellcode von Paul Bakaus checkt deinen Code in Version 4.8.0 auf 62 Prüfregeln. Wahlweise nutzt du das Browser-Add-on für Chrome oder scannst direkt eine URL.
Hört sich kompliziert an? Ist es gar nicht. npx führt ein Programm unmittelbar über das Terminal aus, ohne dass du es dauerhaft einrichten musst. Dafür ist lediglich die gratis Laufzeitumgebung Node.js auf deinem Computer nötig.
npx impeccable detect
Ich jage Impeccable bei jedem Projekt zum Schluss einmal durch. Aber sei ehrlich zu dir: Kein Tool sieht alles. Bei meiner Creme-Demo übersieht Impeccable zum Beispiel die Versal-Labels, Deko-Nummern und Pfeile komplett. Schau also am Ende immer selbst hin.
Es gibt weitere Gratis-Helfer:
- kill-ai-slop: ein Feldführer mit 35 KI-Merkmalen plus Scan-Erweiterung für Coding-Assistenten.
- Taste Skill: bringt deinem KI-Assistenten Art Direction und echte Bilder bei.
- Hallmark: von Together AI, checkt deine Website in acht Bildschirmbreiten.
- avoid-ai-design: erkennt als einer der wenigen Scanner ebenfalls die Creme-Welle.
- pixelslop: checkt mit einem echten Browser die tatsächlich gerenderten Pixel statt nur den Code.
Eine Warnung zum Schluss, die Capital & Compute treffend formuliert: Ein Prüftool allein liefert dir am Ende eine korrekte, aber austauschbare Seite. Die eigene Richtung nimmt es dir nicht ab.

So vermeidest du KI-Slop auf deiner Website
Muss eine KI-Website also zwangsläufig nach Slop aussehen? Das muss sie gar nicht! Ich bin selbst großer Fan von KI im Webdesign. Du musst der KI nur geben, was sie von sich aus nicht hat: Entscheidungen.

Nenn eine Design-Referenz statt „modern und clean“
Das ist mein wichtigster Rat. Adjektive wie „modern, clean, professionell“ führen direkt in den statistischen Durchschnitt. Nenne der KI lieber eine konkrete Referenz, also eine Marke, ein Magazin oder ein Studio, deren Stil zu dir passt.
Ich nutze zum Beispiel gern die Kosmetikmarke Aesop, das Magazin Kinfolk oder die Schriftgießerei Klim Type Foundry. Damit habe ich die besten Ergebnisse erzielt.
Es geht nicht darum, einfach zu kopieren. Die KI erhält lediglich eine Vorgabe, die sich vom Standard abhebt. Ideen für deine eigene Referenz entdeckst du in meiner Sammlung moderner Websites.
Wichtig dabei: Die Referenz muss genau zu deinem Thema passen! Ruhige Magazin-Vorbilder wie Kinfolk sind perfekt für ein Café oder eine Boutique. Beim Fliesenleger oder beim Software-Tool landest du damit jedoch direkt im heutigen Standard: Creme und Serife.
Anthropic rät in der eigenen Design-Anleitung für Claude, das Unverwechselbare aus deiner Branche zu holen: aus ihren Materialien, ihren Werkzeugen, ihrer Fachsprache.

Zeig echte Fotos
Tenex bringt es auf den Punkt: Ein Bild auszuwählen erfordert eine Entscheidung, und genau deshalb fehlt es auf so vielen KI-Seiten. Ein echtes Foto von dir, deinem Team oder deiner Werkstatt ist das stärkste Mittel gegen den Einheitslook. Das gibt es nämlich nur bei dir. Faustregel: mindestens ein echtes Bild pro wichtiger Seite.

Wähl Schrift und Farbe bewusst
Wähle eine Hauptfarbe mit deutlichen Akzenten anstelle eines unsicheren Regenbogens und halte deine Überschriften einheitlich in einer Farbe. Bei den Schriften genügen ein oder zwei, die du gezielt aussuchst.
Ich gebe dir bewusst keine Liste mit „Anti-Slop-Schriften“ an die Hand. Sonst benutzen die bald alle, und wir bekommen den nächsten Einheitslook. Selbst Anthropic warnt, dass Claude auch beim Ausweichen stets bei denselben Lieblingsschriften hängen bleibt. Wähle die Schrift lieber direkt aus deiner Design-Referenz aus.

Schreib echte Texte und zeig echte Kundenstimmen
„Die Zukunft beginnt jetzt“ bedeutet gar nichts. „Badsanierung aus einer Hand, in drei Wochen fertig“ sagt alles. Bei Kundenstimmen ist wichtig: echte Namen, echte Rollen und am besten ein Bild, natürlich nur mit Zustimmung. Nenne Zahlen nur, wenn du sie auch belegen kannst.
So schlägst du zwei Fliegen mit einer Klappe: Deine Website wirkt echter, und du bist beim UWG auf der sicheren Seite.

Die richtige Reihenfolge: erst Richtung, dann Verbote, dann Prüfung
Diese Reihenfolge ist entscheidend. Anthropic empfiehlt in der eigenen Design-Anleitung: Plan vor Code. Lass die KI zuerst 4 bis 6 feste Farben, die Schriften und das Layout festlegen und prüfe diesen Plan gegen dein Briefing, bevor eine Zeile Code entsteht.
Zusätzlich hilft ein Trick aus der Verbalized-Sampling-Forschung: Lass dir mehrere Design-Richtungen mit geschätzter Wahrscheinlichkeit ausgeben und verwirf die wahrscheinlichsten. Was übrig bleibt, ist seltener Durchschnitt.

Sag der KI, was sie lassen soll
KI-Modelle sprechen erstaunlich gut auf klare Verbote an. Für sämtliche Seiten, die ich mit Claude Code erstelle, habe ich strikte Vorgaben hinterlegt. Auf meiner Verbotsliste befinden sich unter anderem:
- der klassische Aufbau Hero → drei Feature-Karten → Testimonials → Footer in drei Spalten
- Emojis als Icons und erfundene Testimonials samt erfundener Zahlen
- lila Verläufe auf Weiß, Schrift mit Farbverlauf und das bekannte Software-Blau #3B82F6
- Creme-Hintergrund mit Serifen-Überschrift und einem einzelnen kursiven Wort, wenn es nicht zum Thema passt
- Labels in Großbuchstaben über Überschriften, Deko-Nummern ohne Reihenfolge und Pfeile hinter jedem Button
- Milchglas, leuchtende Ränder und derselbe Schatten auf allem
- Inter und andere Standardschriften, wenn sie nur aus Gewohnheit drin sind
Aber Achtung: Verbote allein reichen nicht! Sagst du der KI nur „weniger KI-Look“, bekommst du keinen eigenen Look, sondern nur den nächsten Standard. Capital & Compute rät deshalb: erst eine Richtung festlegen, etwa mit deiner Design-Referenz, dann prüfen.

Skills helfen, aber sie denken nicht für dich
Arbeitest du mit Claude Code? Dann kannst du dir Anthropics kostenlose Design-Anleitung „frontend-design“ installieren. Das ist ein sogenannter Skill, also ein Regelpaket, das Claude automatisch nutzt. Seit dem 3. September 2026 kennt sie beide Wellen. Der erste Befehl fügt den Plugin-Marktplatz hinzu, der zweite installiert das Paket:
/plugin marketplace add anthropics/skills
/plugin install example-skills@anthropic-agent-skills
Doch erwarte keine Wunder! In meinem Test zeigte sich, dass gerade der Durchlauf mit diesem Skill die meisten Impeccable-Funde (42) und fast alle Merkmale der Creme-Welle aufwies.
Der Skill stellt ein nützliches Regelwerk dar, aber er ersetzt weder dein Briefing noch deine Referenz noch die Kontrolle zum Schluss. Ohne eigenen Kurs aus deiner Branche bleibt selbst mit Skill lediglich der Standard übrig.
Du arbeitest mit Lovable, Bolt oder v0? Mittlerweile können alle drei Skills importieren, bei Bolt funktioniert das sogar mit jedem Plan. Weiter unten erkläre ich dir anhand meines eigenen Skills, wie das geht.
Wenn dein Tool keine Skills unterstützt, nimmst du die Kurzversion meines Skills oder den älteren und knapperen Baustein aus dem offiziellen Claude Cookbook.
Allerdings stammt der Cookbook-Baustein noch aus der Zeit vor der Creme-Welle und empfiehlt beispielsweise weiterhin Farbverläufe für den Hintergrund. Deshalb besser kurz überprüfen. Der Text ist zwar auf Englisch, die Modelle kommen damit aber problemlos klar. Setze ihn direkt an den Anfang deines Prompts oder deiner Projektanweisungen:
<frontend_aesthetics> You tend to converge toward generic, „on distribution“ outputs. In frontend design, this creates what users call the „AI slop“ aesthetic. Avoid this: make creative, distinctive frontends that surprise and delight. Focus on: Typography: Choose fonts that are beautiful, unique, and interesting. Avoid generic fonts like Arial and Inter; opt instead for distinctive choices that elevate the frontend’s aesthetics. Color & Theme: Commit to a cohesive aesthetic. Use CSS variables for consistency. Dominant colors with sharp accents outperform timid, evenly-distributed palettes. Draw from IDE themes and cultural aesthetics for inspiration. Motion: Use animations for effects and micro-interactions. Prioritize CSS-only solutions for HTML. Use Motion library for React when available. Focus on high-impact moments: one well-orchestrated page load with staggered reveals (animation-delay) creates more delight than scattered micro-interactions. Backgrounds: Create atmosphere and depth rather than defaulting to solid colors. Layer CSS gradients, use geometric patterns, or add contextual effects that match the overall aesthetic. Avoid generic AI-generated aesthetics: - Overused font families (Inter, Roboto, Arial, system fonts) - Clichéd color schemes (particularly purple gradients on white backgrounds) - Predictable layouts and component patterns - Cookie-cutter design that lacks context-specific character Interpret creatively and make unexpected choices that feel genuinely designed for the context. Vary between light and dark themes, different fonts, different aesthetics. You still tend to converge on common choices (Space Grotesk, for example) across generations. Avoid this: it is critical that you think outside the box! </frontend_aesthetics>
Und ganz egal, welchen Weg du wählst: Check am Ende immer noch mal alles durch. Anthropic gibt ja selbst an, dass das Modell weiterhin zu Lieblingslösungen neigt. Deshalb lasse ich zum Abschluss bei mir immer npx impeccable detect laufen und schaue danach selbst drüber.

Mein kostenloser Skill gegen KI-Slop: erst Richtung, dann Code
Die 42 Funde mit frontend-design machen klar: Ein Skill, der bloß Regeln auflistet, genügt nicht. Deshalb habe ich selbst einen entwickelt. Er heißt anti-slop-webdesign, kostet nichts und liegt mittlerweile in Version 3 vor.
Was läuft bei ihm anders? Fünf Schritte anstelle einer bloßen Liste mit Regeln:
- Klären, was es wirklich gibt: Branche, Ort, Zielgruppe, Ziel und tatsächliche Inhalte, dazugedichtet wird nichts. Die Website wird so entworfen, dass sie auch ohne noch unbekannte Fakten auskommt, und Bereiche, die bloß Platzhalter enthalten würden, fallen weg. Platzhalter für Telefon, Adresse oder Öffnungszeiten tauchen ausschließlich im Kontaktbereich und in der Fußzeile auf, niemals im ersten Bildschirm oder in Buttons.
- Erst die Texte, kurz: Die Startseite enthält insgesamt ungefähr 450 bis 800 Wörter, pro Abschnitt maximal drei knappe Sätze und keinerlei Tabellen. Für die Hauptüberschrift mit maximal acht Wörtern erstellt die KI zehn Vorschläge und verwirft die ersten drei sowie jeden mit einer Branchenfloskel wie „aus einer Hand“ oder „bis zur letzten Fuge“.
- Die Richtung auswürfeln: Anstatt selbst zu entscheiden, lässt die KI über einen echten Zufallsbefehl im Terminal vier Dinge auswürfeln: Grundton, Startbereich, Schriftcharakter und Motivart, beispielsweise Ort, Material oder Hand und Werkzeug. Zuvor sortiert sie alles aus, was für die Zielgruppe nicht passt. Beispiele aus der Branche, die man einfach kopieren könnte, enthält der Skill nicht mehr.
- Bauen, Fotos zuerst: Die KI holt acht bis zwölf mögliche Fotos, sieht sie durch und wählt ausschließlich scharfe, passende Aufnahmen ohne fremde Logos. Das Startfoto nimmt mindestens 60 Prozent des ersten Bildschirms ein, die Hauptüberschrift misst auf dem Desktop 64 bis 120 px, die Abschnitte haben 120 bis 200 px Abstand, und genau ein Signatur-Element kommt zum Einsatz. Die Mindeststandards für Kontrast, Schriftgrößen, lokale Schriften, Impressum und Datenschutz bleiben bestehen.
- Am Bild prüfen: Die KI betrachtet Screenshots auf dem Desktop und dem Handy und gibt sich für sechs Kriterien jeweils 1 bis 10 Punkte, vom ersten Eindruck bis zur Eigenständigkeit. Werte unter 8 werden verbessert, und zwar in mindestens zwei Runden. Anschließend wird Impeccable zweimal ausgeführt, einmal in der Datei und einmal im Browser, bis beide 0 anzeigen. Abschließend kontrolliert sie alles selbst anhand der Verbotsliste.
Schritt drei ist der Kern. Die Verbalized-Sampling-Forschung von oben zeigt, dass Sprachmodelle zum Vertrauten neigen, und bei gleicher Aufgabe wählen sie immer wieder dieselbe „originelle“ Lösung. Dagegen hilft nur echter Zufall: eine Zufallszahl statt einer Wahl.
Der Weg dorthin war nicht kurz. Version 1 kam am 3. November 2026 zweimal auf 0 Funde, erinnerte optisch jedoch an ein Wireframe mit grauen, gestrichelten Platzhaltern anstelle von Bildern.
Version 2 enthielt Fotos, machte aber den Eindruck eines Datenblatts: reichlich Fließtext, Tabellen, Häkchenlisten, kleine Fotos als Beiwerk, gelb hervorgehobene Platzhalter mitten im Startbereich und Abschnitte, die alle gleich laut wirkten.
Außerdem griffen beide Läufe zu Fliesenspiegel, Meißner Kobaltblau, Barlow und „bis zur letzten Fuge“, weil die KI ein Beispiel für Fliesenleger aus meinem eigenen Skill aufgegriffen hatte. Was ich daraus gelernt habe: Gibt man der KI ausschließlich Verbote, entsteht eine korrekte, aber langweilige und sachlich-kühle Website. Schön ist Pflicht.
Am Nachmittag des 4. November 2026 habe ich Version 3 ausprobiert: mit dem gleichen Lindholz-Prompt wie beim großen Test, ergänzt lediglich um den Satz „Nutze dafür den Skill anti-slop-webdesign.“ Drei voneinander unabhängige Läufe in Claude Code, parallel gestartet, jeweils ungefähr 22 bis 24 Minuten lang, ohne dass ich etwas nachgebessert habe.
Die Messung erfolgte wie bei den übrigen Tools mit Impeccable 4.8.0 bei 1280 px, zusätzlich gab es die Dateiprüfung.
Dabei kam heraus: Lauf 1: 0 Funde. Lauf 2: 0 Funde. Lauf 3: 0 Funde. Ohne meinen Skill sah der Vergleich so aus: Lovable 13, v0 27, Bolt 29, Claude Code 31 und mit frontend-design 42.
Die 0 kommt nicht von ungefähr, schließlich kontrolliert der Skill seine Arbeit und verbessert sie eigenständig.
Zunächst zeigte Impeccable bei Lauf 1 noch 5 Funde in der Datei und 1 im Browser an, bei Lauf 2 waren es 4 Funde und 2 Hinweise, bei Lauf 3 noch 5 Funde in der Datei. Zum Schluss lagen in allen drei Läufen die sechs Kriterien der Selbstbewertung jeweils bei mindestens 8.
Noch interessanter als das Ergebnis in Zahlen ist der unterschiedliche Look der drei Websites:
- Lauf 1: Der Zufall bestimmte eine kräftige Farbfläche (Senfgelb abwechselnd mit Graphit und Weiß), ein Vollbildfoto für den Einstieg und die schmale, fette Archivo zusammen mit Hanken Grotesk. Die Hauptüberschrift „Ein Betrieb für das ganze Bad“ erscheint in großen Versalien über einem warm ausgeleuchteten Badfoto. Als Signatur-Element dient der „Meterriss“, ein Bleistiftstrich einen Meter oberhalb des fertigen Bodens, nach dem sich Fliesenleger und Installateur richten. Im Ablauf verläuft er über die gesamte Breite und wird beim Scrollen wie von selbst gezeichnet.
- Lauf 2: Kaltes Steingrau, dazu Kaminrot als einziger Farbakzent, „Typo zuerst“ und Switzer als Schrift, ausgesprochen groß und leicht. Die Überschrift „Wer Ihr Bad plant, baut es auch.“ liegt direkt an der oberen Kante eines Hochformatfotos. Das Signatur-Element bildet eine 120-cm-Wasserwaage samt Zentimeterskala, die sich beim Scrollen waagerecht stellt, begleitet von „Erst die Waage, dann die Fliese“. Lauf 2 erkannte außerdem von allein, dass der eigene Vorschlag „bis zur letzten Armatur“ lediglich eine Variante der untersagten Floskel war, und tauschte ihn aus.
- Lauf 3: Dunkles Tannengrün, Messing als einziger Akzent, eine riesige Überschrift oberhalb eines breiten Panoramafotos und Albert Sans als Schrift. Die Überschrift heißt: „Wer Ihr Bad plant, baut es auch.“ Das Signatur-Element zeigt einen Dresdner Straßenzug, zusammengesetzt aus vier echten Fassadenfotos aus Dresden, vom Gründerzeitaltbau bis zum Plattenbau, mit der Überschrift „Ein Bad in Striesen ist kein Bad in Gorbitz.“ Für jeden Haustyp steht ein Satz über die Bad-Probleme, die dort typisch sind.
Keiner der drei Läufe dichtet etwas dazu: weder Kundenstimmen noch Bewertungen, Kennzahlen, Siegel oder Gründungsjahre. Annahmen, etwa zur Bauzeit, werden im Bericht mit „bitte prüfen“ versehen.
Platzhalter stehen ausschließlich im Kontaktbereich, und jedes Foto trägt den Hinweis, dass es sich um ein Beispielfoto handelt, das ersetzt werden soll. Das Formular und die Impressum-Seiten musst du noch einbinden, worauf alle drei selbst hinweisen.
Wo liegt also der ehrliche Haken? Lauf 2 und Lauf 3 verwenden exakt dieselbe Überschrift, obwohl sie unabhängig voneinander liefen und der Skill zehn Vorschläge fordert. Auch Lauf 1 und Lauf 3 entschieden sich für dasselbe Startfoto. Der Aufbau ist ebenfalls ähnlich: Leistungen in großen Zeilen mit abwechselndem Foto, Barrierefrei, Ablauf, aufklappbare Fragen und Formular.
Der Würfel sorgt also bei Farbe, Schrift und Startbereich dafür, dass der Einheitslook aufbricht. Bei Texten und Fotos greift die KI weiterhin zum Offensichtlichen. Hier hilft nur das, was von dir selbst kommt: echte Fotos und selbst geschriebene Texte. Außerdem sind drei Läufe nur eine Stichprobe und keine Garantie.
Deshalb überarbeitest du deine Texte auch immer selbst! Der Skill ist weiterhin nur ein Werkzeug und kein Wundermittel.
Und so installierst du den Skill:
- Claude Code: Den Ordner anti-slop-webdesign aus der ZIP-Datei nach ~/.claude/skills/ kopieren (gilt für alle Projekte) oder nach .claude/skills/ im Projekt.
- Claude im Browser oder in der Desktop-App, auch im Gratis-Plan: Unter claude.ai/customize/skills auf „+“, dann „Create skill“, dann „Upload a skill“ und die ZIP-Datei hochladen. Voraussetzung: In den Einstellungen unter „Capabilities“ ist „Code execution and file creation“ an.
- Lovable: Workspace settings, dann Skills, dann Add, dann „Upload ZIP“. Das geht nur als Owner oder Admin.
- Bolt: Settings, dann Skills library, dann Add skill, dann „Import from file“ und die Datei SKILL.md wählen.
- v0: In der linken Seitenleiste erst „Skills“ auswählen, anschließend „Add New“, danach „Import from ZIP“ und die ZIP-Datei hochladen. Du kannst ihn auch über „Create a skill“ selbst erstellen und dafür die Kurzversion aus der Datei fuer-lovable-v0-bolt.md hineinkopieren.
In Claude Code reicht danach ein Satz:
Bau mir eine Website für … und nutze den Skill anti-slop-webdesign.
Mein kostenloser Skill
Anti-Slop-Webdesign
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Wann Selbermachen nicht mehr reicht
Dank Vibe Coding, also dem Entwickeln durch Chat-Befehle, erreichst du heutzutage erstaunlich viel. Ein Prototyp oder eine schlichte Landingpage sind damit echt locker drin. Deswegen direkt eine Agentur zu buchen, wäre teilweise wie mit Kanonen auf Spatzen zu schießen.
Wenn du jedoch zum zwanzigsten Mal promptest und es weiterhin aussieht wie bei allen anderen, ist es keine Schande, dir Unterstützung zu suchen. Du kannst dir deine Website auch erstellen lassen, genau das bieten wir bei kopfundstift an. Und falls deine derzeitige Seite schon nach Slop aussieht, ist womöglich ein Website-Relaunch der passende nächste Schritt.
FAQ: Häufige Fragen zu KI-Slop
Was ist KI-Slop im Webdesign?
KI-Slop im Webdesign bezeichnet Websites, die mit generativer KI erstellt und ungeprüft veröffentlicht werden. Sie sehen austauschbar aus, folgen immer demselben Aufbau und enthalten häufig erfundene Zahlen und Kundenstimmen. Entscheidend ist nicht das Werkzeug, sondern die fehlende menschliche Prüfung: Slop entsteht, wenn niemand eigene Entscheidungen trifft und den Standard einfach übernimmt.
Woran erkenne ich eine KI-Website?
Typisch sind heutzutage ein cremefarbener Hintergrund, eine Serifen-Überschrift mit einem kursiven Wort, Terrakotta als Akzent, Mini-Labels in Großbuchstaben über jeder Überschrift, Deko-Nummern wie 01, 02, 03, Pfeile hinter jedem Button sowie erfundene Zahlen und Kundenstimmen ohne echte Fotos. Ab etwa drei solcher Merkmale lohnt sich ein genauer Blick, ein einzelnes beweist noch nichts.
Warum sehen KI-Websites alle gleich aus?
Sprachmodelle geben das statistisch Wahrscheinlichste aus, also den Durchschnitt ihrer Trainingsdaten. Anthropic bestätigt das selbst. Dazu kommt der gleiche Baukasten: Viele Tools nutzen React, Tailwind CSS, shadcn/ui und Lucide-Icons, wodurch Radien, Abstände und Symbole schon vor jeder Gestaltung identisch sind. Und das Nachtraining verstärkt die Vorliebe für Vertrautes zusätzlich.
Was ist die zweite Welle von KI-Slop?
Die zweite Welle ist jener Look, der auf den lila Verlauf folgte: cremefarbener Hintergrund, kontrastreiche Serifenschrift, ein einzelnes kursives Wort, Terrakotta als Akzent und Labels in Großbuchstaben. In meinem Test brachten vier von fünf Tools exakt diesen Look. Er ist folglich nicht mehr der Ausweg, sondern der heutige Standard, den du aktiv umgehen musst.
Welches KI-Tool baut die wenigsten Slop-Muster?
In meinem Test hatte Lovable mit 13 die wenigsten Impeccable-Funde, lieferte aber trotzdem den kompletten Creme-und-Serife-Look. Die Zahl allein sagt also wenig über Eigenständigkeit aus. Außerdem war es nur ein Durchlauf pro Tool, eine Stichprobe und kein Ranking. Wichtiger als die Tool-Wahl sind dein Briefing, eine passende Referenz und die Prüfung am Ende. Das zeigt auch mein Nachtest: Mit meinem kostenlosen Skill anti-slop-webdesign kam Claude Code in drei Läufen auf 0 Funde, weil der Skill selbst prüft und nachbessert.
Hilft Anthropics frontend-design-Skill gegen KI-Slop?
Allein leider nicht. In meinem Test hatte ausgerechnet der Lauf mit diesem Skill die meisten Impeccable-Funde (42) und fast alle Merkmale der Creme-Welle. Der Skill ist ein nützliches Regelwerk und kennt beide Wellen, ersetzt aber keine eigene Richtung. Erst mit Briefing, einer Referenz aus deiner Branche und einer Prüfung am Ende bringt er echten Mehrwert. Mein kostenloser Skill anti-slop-webdesign setzt genau diese Reihenfolge um und kam mit Claude Code in drei Läufen auf 0 Funde.
Gibt es einen kostenlosen Skill gegen KI-Slop?
Ja, für meinen Skill anti-slop-webdesign musst du nichts bezahlen. Du erhältst ihn über die Anmeldung zu meinem Newsletter: Sobald du die E-Mail bestätigt hast, beginnt der Download. Damit schreibt die KI zunächst drei mögliche Gestaltungsrichtungen auf, streicht die naheliegendste und erstellt einen Plan, ehe sie mit dem Bauen anfängt. Zum Schluss kontrolliert sie das Ergebnis selbst mit Impeccable. In meinem Versuch mit Claude Code erreichten drei Durchgänge 0 Funde. Das bleibt allerdings eine Stichprobe und verspricht keine Garantie. Nutzen kannst du ihn mit Claude Code, Claude im Browser, Lovable, Bolt und v0.
Ist eine mit KI gebaute Website automatisch Slop?
Nein! Wichtig ist nicht das Tool, sondern ob jemand nachgedacht hat. Mit einer klaren Design-Referenz, echten Fotos, echten Texten und einem Check am Ende kann eine KI-gebaute Website wirklich stark und individuell wirken. Slop entsteht erst, wenn du den Standard einfach so übernimmst und erfundene Inhalte ungeprüft online stellst.











