Einen eigenen Online Kurs erstellen und damit ein echtes Business aufbauen. Der Traum von Vielen. Dabei ist das Erstellen von Onlinekursen kein Hexenwerk – allerdings ein gutes Stück Planung & Arbeit. In diesem Artikel zeige ich dir, wie du deinen eigenen Onlinekurs erstellst und dabei nicht den Kopf verlierst.

Aber Achtung: Wir reden hier nicht mehr von „Kamera an, Video hochladen, reich werden“. Der E-Learning-Markt hat sich massiv verändert. Laut aktuellen Marktanalysen bewegt sich der globale E-Learning-Markt bei über 300 Milliarden US-Dollar – mit einer jährlichen Wachstumsrate von rund 14 %. Das ist gigantisch. Aber es bedeutet auch: Der Wettbewerb ist gestiegen, und „einfach nur Videos aufnehmen“ reicht längst nicht mehr.
Das Wichtigste in Kürze:
- Transformation statt Information: Dein Programm muss ein konkretes Ergebnis liefern – reines Wissen kann jeder bei ChatGPT abfragen
- Community-basierte Programme erreichen bis zu 85 % Abschlussrate vs. 3-10 % bei reinen Selbstlernkursen
- KI-Tools sparen 40-60 % Produktionszeit – von Skripting bis Videoschnitt
- Newsletter-Subscriber sind der Nr. 1 Prädiktor für Launch-Erfolg (ROI: 42 Dollar pro investiertem Dollar)
- Deutsche Plattformen wie Ablefy oder Coachy lösen DSGVO- und Steuerprobleme automatisiert
Warum jetzt der richtige Zeitpunkt ist
Vielleicht fragst du dich: „Ist der Markt nicht schon übersättigt?“ Die Antwort ist: Ja und nein. Ja, es gibt verdammt viele Onlinekurse da draußen. Aber nein – der Markt für gute Online-Kurse ist alles andere als gesättigt.
Der E-Learning-Markt wächst weiterhin mit über 14 % pro Jahr. Was sich verändert hat, ist die Art der digitalen Lernangebote, die funktionieren. Der klassische Selbstlernkurs – 50 Stunden Video, die niemand jemals durchschaut – hat ausgedient. Die Abschlussraten solcher Kurse liegen bei mageren 3–10 %.
Was stattdessen boomt:
- Community-basierte Online-Kurse mit bis zu 85 % Abschlussrate
- Cohort-Based Courses – alle starten gemeinsam, feste Termine
- Hybride Formate – aufgezeichnete Videos plus interaktive Live-Sessions
Schritt 1: Dein Kursthema finden & validieren
Bevor du auch nur eine einzige Minute in die Produktion steckst, musst du eine entscheidende Frage klären: Gibt es für dein Thema online überhaupt zahlende Kunden?
Laut Marktanalysen scheitern rund 42 % aller Startups daran, dass schlicht kein Markt existiert. Bei Onlinekursen ist es genauso.

So findest du dein perfektes Thema
Frag dich: Wobei wirst du ständig um Rat gefragt? Wo liegt deine Expertise? Erfolgreiche Kursthemen lösen typischerweise eines dieser Probleme für deine Zielgruppe:
- Sie helfen Menschen, Geld zu verdienen oder zu sparen
- Sie helfen, Zeit und Ressourcen zu sparen
- Sie verbessern die Gesundheit oder Lebensqualität
- Sie vermitteln eine konkrete, nachgefragte Fähigkeit
Validierung: Bevor du baust, verkaufe
Der schlaueste Weg, dein Thema zu validieren, ist Pre-Selling. Erstelle eine einfache Landing Page, beschreibe klar das Ergebnis für deine Zielgruppe und biete einen Frühbucher-Rabatt an. Wenn Leute kaufen, weißt du: Es gibt Nachfrage.
Schritt 2: Deinen Online Kurs planen & strukturieren
Du hast dein Thema. Jetzt geht’s an die Planung. Und hier kommt ein Mindset-Shift:
Du verkaufst keine Videos. Du verkaufst eine Transformation.
Ein Kurs, der ein Problem in 3 Stunden löst, ist wertvoller als einer, der 30 Stunden braucht. 50 Stunden Videomaterial erschlagen deine Lernenden – und sie brechen ab.

So strukturierst du deinen Online-Kurs didaktisch
Definiere zuerst das Lernziel. Was kann dein Teilnehmer, wenn er fertig ist? Sei konkret. Dann arbeitest du rückwärts: Welche Schritte sind nötig, um diesen Lernerfolg zu erreichen? Jeder Schritt wird ein Modul.

Als Faustregel: 4–8 Module mit jeweils 3–7 Lektionen. 5–12 Minuten pro Lektion ist der Sweet Spot – eine MIT/edX-Studie zeigt ein Median-Engagement von rund 6 Minuten. Baue interaktive Elemente wie Quizze und Umfragen ein, um den Lernerfolg deiner Teilnehmer zu sichern und ein besseres Lernerlebnis zu schaffen.
Schritt 3: Lerninhalte erstellen – Equipment & KI-Tools
Die gute Nachricht: Du brauchst kein Hollywood-Studio, um einen Online-Kurs zu erstellen. Die Zeiten, in denen du 5.000 € in Equipment investieren musstest, sind vorbei. Heute kannst du deinen Videokurs schnell und einfach produzieren.
Wichtig:
Audioqualität ist wichtiger als Videoqualität. Ein etwas körniges Bild verzeihen deine Zuschauer. Schlechter Ton führt zum sofortigen Abbruch.

Equipment nach Budget
Budget-Setup (unter 150 €): Smartphone (ab iPhone 13 oder Samsung Galaxy S22), Lavalier-Mikrofon (Rode SmartLav+ ~60 €), günstiges Ringlicht (~30 €), kostenlose Tools (DaVinci Resolve oder CapCut).
Mid-Range-Setup (500–800 €): Systemkamera (Sony ZV-E10), USB-Mikrofon (Shure MV7), zwei Softboxen, Descript oder Camtasia.
Starte mit dem Budget-Setup. Du kannst immer noch upgraden, wenn du weißt, dass dein Onlinekurs funktioniert.
KI-Tools für die Produktion
KI-Tools sind keine Spielerei mehr – sie sind echte Game-Changer beim Erstellen von Online-Kursen:
- Descript – Videoschnitt über Text, automatische „Äh“-Entfernung, KI-Audiooptimierung
- ChatGPT und Claude – Kursstruktur entwickeln, Skripting, Lernziele definieren
- Canva oder Gamma.app – Ansprechende Präsentationen und Vorlagen in wenigen Klicks
- CapCut oder Opus Clip – automatisiert Social-Media-Clips erstellen
Creator berichten von einer Zeitersparnis von 40–60 % durch KI-gestützte Workflows. So kannst du dich auf die Kursinhalte konzentrieren statt auf die technische Umsetzung.
Du möchtest dir dein E-Learning erstellen lassen? Auch das ist eine Option – allerdings solltest du deine Expertise selbst einbringen, um authentische Inhalte zu erstellen.
Schritt 4: Die richtige Kursplattform wählen
Du hast deinen Kurs produziert. Jetzt brauchst du eine Lernplattform zum Hosten und Verkaufen – auch LMS (Learning Management System) genannt. Dort kannst du deinen Kurs hochladen und deine Teilnehmer können in ihrem eigenen Tempo lernen.

Für den DACH-Markt empfehle ich deutsche Plattformen wie Ablefy (ab 49 €/Monat), Coachy (ab 35 €/Monat) oder Memberspot (ab 39 €/Monat). Sie bieten DSGVO-Konformität, deutsche Oberflächen und oft automatisierte Steuerabwicklung.
Ausführlicher Vergleich:
Die detaillierte Übersicht aller Kursplattformen mit Vor- und Nachteilen findest du in meinem Kursplattformen Vergleich.
Schritt 5: Marketing & Vermarktung
Hier scheitern die meisten Kurs-Creator. Ein perfekter Kurs, den niemand kennt, generiert null Euro. Wenn du deinen Onlinekurs erstellen und verkaufen willst, ist Marketing keine Option – es ist Pflicht.
Die Verteilung deiner Zeit sollte mindestens 50/50 sein: 50 % Produktion, 50 % Vermarktung. Deine Newsletter-Subscriber sind dabei der Nr.-1-Prädiktor für Launch-Erfolg.
Die Launch-Formel: Listengröße × 1,5–2 % Conversion × Kurspreis = erwarteter Umsatz
Komplett-Guide:
Alles zu E-Mail-Listen, Launch-Strategien, Funnels und Pricing findest du in meinem ausführlichen Onlinekurs Marketing Guide – damit du deinen Kurs erfolgreich verkaufen kannst.
Rechtliches & Business im DACH-Raum
Gewerbeanmeldung
Voraufgezeichnete Onlinekurse ohne persönliche Interaktion gelten fast immer als gewerblich. Wenn du dein Wissen digitalisieren und als digitale Produkte anbieten willst, brauchst du ein Gewerbe. Die Gewerbeanmeldung kostet 15–65 € beim lokalen Gewerbeamt. Als Einzelunternehmen hast du einen Gewerbesteuer-Freibetrag von 24.500 €.
Kleinunternehmerregelung (neu!)
- Vorjahresgrenze: 25.000 € netto (erhöht von 22.000 € brutto)
- Laufende Jahresgrenze: 100.000 € netto als harter Cap
- Keine Umsatzsteuererklärung mehr nötig für Kleinunternehmer
DSGVO-Pflichten
- Datenschutzerklärung auf jeder Seite
- Auftragsverarbeitungsverträge (AVV) mit allen Dienstleistern
- Cookie-Consent für nicht-technisch-notwendige Cookies
- Double Opt-In für E-Mail-Marketing
Wie du Fehler vermeidest
Die Einstiegshürden sind niedrig, aber die Erfolgshürden sind gestiegen. Hier die häufigsten Fehler beim Online Kurs Erstellen:
Kein Audience vor dem Launch
Der mit Abstand häufigste Fehler. Creator verbringen Monate mit der Erstellung, launchen dann ins Leere und wundern sich, warum niemand kauft. Lösung: E-Mail-Liste mindestens 3–6 Monate vor dem Launch aufbauen. Minimum für einen kleinen Beta-Launch: 250 Subscriber.
Keine Validierung der Zielgruppe
Ein Programm erstellen, das du für gut hältst, ohne zu prüfen, ob jemand dafür zahlen würde. Die Lösung heißt Pre-Selling: Verkaufe das Angebot, bevor du es baust. Wenn niemand kauft? Dann hast du dir Monate an Arbeit gespart.
Underpricing
Ein Angebot für 29 €, das 297 € wert wäre, zieht weniger engagierte Lernende an, hat höhere Refund-Raten und lässt keinen Spielraum für bezahlte Werbung. Setze den Preis basierend auf dem Wert der Transformation, nicht auf der Anzahl der Videostunden.
Content-Overload
50 Stunden Videomaterial werden als besonderer Wert verkauft. Aber Lernende fühlen sich von der Masse erschlagen und brechen ab. Weniger ist mehr – konzentriere dich auf ansprechende, didaktisch aufbereitete Lerninhalte!
Marketing ignorieren
90 % der Zeit fließen ins Produkt, nur 10 % ins Marketing. Die Vermarktung beginnt bereits während der Erstellung deines Online-Kurses – dokumentiere deinen Prozess auf Social Media, teile Einblicke, bau Vorfreude auf.
Fazit: Dein Onlinekurs wartet
Wenn du diesen Guide durchgearbeitet hast, weißt du mehr als 90 % aller angehenden Kurs-Creator da draußen.

Die wichtigsten Punkte:
- Starte mit dem, was du hast. Smartphone + 60-€-Mikrofon reichen.
- 5–12 Minuten pro Lektion. Kürzer = bessere Abschlussraten.
- Deine E-Mail-Liste ist dein wichtigstes Asset.
- Validiere bei deiner Zielgruppe, bevor du erstellst.
- Community schlägt Content.
Der E-Learning-Markt wächst weiter, die Einstiegshürden sind so niedrig wie nie, und die KI-Tools machen es einfacher denn je, einen eigenen Online-Kurs zu erstellen. Also, worauf wartest du? Du kannst deinen ersten Onlinekurs einfach erstellen – fang heute an!
Häufig gestellte Fragen
Was kostet es, einen Onlinekurs zu erstellen?
Du kannst mit unter 150 € starten: Smartphone, ein Lavalier-Mikrofon (ca. 60 €), Ringlicht (ca. 30 €) und kostenlose Tools wie DaVinci Resolve. Kursplattformen kosten zwischen 35–99 € monatlich.
Wie lange dauert es, einen Online Kurs zu erstellen?
Mit fokussiertem Ansatz und KI-Tools: 4–8 Wochen. 2–4 Wochen Planung, 2–3 Wochen Produktion, 1–2 Wochen Feinschliff.
Brauche ich eine Gewerbeanmeldung für meinen Onlinekurs?
Ja, in den meisten Fällen. Die Anmeldung kostet 15–65 € beim lokalen Gewerbeamt. Als Einzelunternehmer hast du einen Gewerbesteuer-Freibetrag von 24.500 €.
Welche Kursplattform ist die beste für den deutschsprachigen Raum?
Für den DACH-Markt empfehle ich deutsche Lernplattformen wie Ablefy (ab 49 €/Monat), Coachy (ab 35 €/Monat) oder Memberspot (ab 39 €/Monat). Details im Kursplattformen Vergleich.
Wie viel kann ich mit einem Onlinekurs verdienen?
Im ersten Jahr ohne Audience: 500–3.000 €. Mit E-Mail-Liste: 2.000–10.000 € pro Launch. Nach 2–4 Jahren: 3.000–15.000 €/Monat. Die Formel: Listengröße × 1,5–2 % Conversion × Kurspreis. Mehr dazu im Marketing Guide.
Kann ich einen Onlinekurs erstellen lassen?
Ja, du kannst die technische Umsetzung und Produktion outsourcen. Aber deine Expertise und dein Wissen solltest du selbst einbringen – das macht deinen Kurs authentisch und einzigartig.







