Du hast eine Website, postest regelmäßig auf Social Media und investierst vielleicht sogar in bezahlte Werbung – aber irgendwie springt der Funke nicht über? Deine Besucher kommen, schauen sich kurz um und verschwinden wieder. Ohne Anfrage, ohne Kauf, ohne Newsletter-Anmeldung.
Das Problem liegt in den allermeisten Fällen nicht am Design, nicht an deinem Produkt und auch nicht an zu wenig Traffic. Das Problem sind deine Texte.
Genau hier kommt Copywriting ins Spiel. Und genau darum geht es in diesem Guide: Ich zeige dir, wie du Werbetexte schreibst, die nicht nur gut klingen – sondern die tatsächlich verkaufen.
Egal ob du Selbstständiger bist, gerade dein erstes Online-Business aufbaust oder als Marketing-Verantwortlicher bessere Ergebnisse brauchst – hier bekommst du alles: von der Psychologie hinter guten Texten über bewährte Copywriting-Formeln bis hin zu konkreten Vorher-Nachher-Beispielen auf Deutsch. Let’s go!
Das Wichtigste in Kürze:
- Copywriting ist das Schreiben von Texten, die den Leser zu einer konkreten Handlung bewegen – Kauf, Anmeldung, Klick.
- Die mächtigsten psychologischen Trigger sind: Schmerz, Verlangen, Social Proof, FOMO und Autorität.
- Die wichtigsten Frameworks: AIDA (Attention – Interest – Desire – Action) und PAS (Problem – Agitation – Solution).
- Gute Headlines sind entscheidend – 80 % der Leser lesen nur die Überschrift.
- Als Freelancer verdienst du 30–250 €/Stunde, je nach Erfahrung und Spezialisierung.
- KI ist ein Co-Pilot, kein Ersatz – strategisches und kreatives Copywriting bleibt Menschensache.
Was ist Copywriting? – Einfach erklärt
Copywriting ist das Schreiben von Texten, die den Leser zu einer konkreten Handlung bewegen. Das kann ein Kauf sein, eine Newsletter-Anmeldung, ein Klick auf einen Button oder eine Terminbuchung.
Klingt simpel? Ist es im Kern auch. Aber die Umsetzung hat es in sich.
Denn beim Copywriting geht es nicht darum, möglichst kreative oder literarisch wertvolle Texte zu verfassen. Es geht darum, dass am Ende jemand auf „Jetzt kaufen“ klickt. Jeder Satz existiert nur, um im Kopf deines Lesers den nächsten kleinen „Ja“-Schritt in Richtung Conversion auszulösen.
Das Wort „Copy“ kommt übrigens aus der englischen Werbesprache und bedeutet schlicht „Text“. Ein Copywriter ist also wortwörtlich jemand, der Werbetexte schreibt – oder präziser: der das Verfassen von Werbetexten zum Beruf gemacht hat. Die klassische Definition stammt von der Werbelegende Claude Hopkins und lautet: „Salesmanship in Print“ – Verkaufskunst auf Papier (oder eben auf dem Bildschirm).
Copywriting vs. Content Writing vs. UX Writing vs. Journalismus
Jetzt fragst du dich vielleicht: „Ist das nicht einfach das Gleiche wie Bloggen oder Content Marketing?“ Nein, ist es nicht. Auch wenn die Grenzen in der Praxis manchmal verschwimmen, gibt es fundamentale Unterschiede.
Content Writing zielt auf langfristigen Vertrauensaufbau durch informative oder unterhaltsame Inhalte. Denk an Blogartikel (wie diesen hier!), E-Books oder Ratgeber. Das Ziel ist Reichweite, SEO und Markenbindung – nicht der direkte Verkauf.
UX Writing beschäftigt sich mit Mikrotexten in digitalen Produkten. Das sind die Texte auf Buttons, in Fehlermeldungen oder beim Onboarding einer App. Das Ziel: den Nutzer sicher und reibungslos durch ein Produkt führen. Kein Verkauf, sondern Benutzerfreundlichkeit.
Journalismus informiert objektiv und neutral. Ein Journalist will aufklären, ein Copywriter will verkaufen. Ein Journalist schreibt über ein Produkt – ein Copywriter schreibt für ein Produkt.
Copywriting vereint all das Beste: Die Klarheit des UX Writings, die Tiefe des Content Writings und die Überzeugungskraft der Verkaufspsychologie. Aber am Ende dient jede Zeile einem einzigen Zweck – der Conversion.
Hier ein kleines Beispiel, damit es greifbar wird: Ein UX Writer beschriftet ein Formularfeld mit „E-Mail-Adresse“ – kurz und klar. Der Copywriter schreibt den Text drumherum, der erklärt, warum du deine E-Mail-Adresse überhaupt eintragen solltest. Zum Beispiel: „Hol dir jetzt deinen kostenlosen Marketing-Guide – direkt in dein Postfach.“
Die Pioniere des Copywritings – kurze Geschichte
Copywriting ist keine Erfindung des digitalen Zeitalters. Die Grundlagen stammen aus dem späten 19. Jahrhundert, als bezahlte Zeitungsanzeigen aufkamen. Und die Legenden von damals haben Prinzipien entwickelt, die heute noch genauso funktionieren.
Claude C. Hopkins veröffentlichte 1923 sein Buch „Scientific Advertising“ – gerade mal 78 Seiten, aber es veränderte die gesamte Branche. Hopkins erfand das Split-Testing und nutzte Coupons als Tracking-Instrument. Sein Mantra: Werbung muss messbar sein. David Ogilvy sagte über ihn: „Nobody should be allowed to have anything to do with advertising until he has read this book seven times.“
David Ogilvy selbst, der „Vater der modernen Werbung“, prägte einen Satz, den du dir merken solltest: „Im Durchschnitt lesen fünfmal so viele Menschen die Überschrift wie den Rest des Textes. Wenn du deine Headline geschrieben hast, hast du 80 Cent deines Dollars ausgegeben.“ Das zeigt dir, wie wichtig deine Überschrift ist.
Eugene Schwartz schrieb 1966 mit „Breakthrough Advertising“ das wohl wichtigste Copywriting-Buch aller Zeiten. Seine 5 Stufen der Awareness – von „Unaware“ bis „Most Aware“ – sind bis heute das Fundament jeder Copywriting-Strategie.
Und Joseph Sugarman? Der Mann verkaufte über 20 Millionen BluBlocker-Sonnenbrillen und prägte das „Slippery Slide“-Konzept: Jeder Satz soll den Leser zum nächsten Satz gleiten lassen, wie auf einer geölten Rutsche. Sein berühmtes Zitat: „You sell on emotion, but you justify a purchase with logic.“
Die Grundprinzipien des Copywritings sind über 100 Jahre alt – und funktionieren heute noch genauso. Claude Hopkins, David Ogilvy und Eugene Schwartz haben Methoden entwickelt, die das Zeitalter von Google Ads, Instagram und TikTok problemlos überlebt haben. Menschliche Psychologie ändert sich eben nicht.
Die Psychologie des Copywritings – Warum Menschen wirklich kaufen
Jetzt wird es spannend. Denn gutes Copywriting ist nicht einfach „schöne Texte schreiben“. Es basiert auf knallharter Psychologie.
Und die Wissenschaft ist hier eindeutig: Bis zu 95 % aller Kaufentscheidungen fallen unbewusst. Das limbische System – also der Teil deines Gehirns, der für Emotionen zuständig ist – entscheidet, bevor dein rationaler Verstand überhaupt in die Gänge kommt.
Daniel Kahneman hat dafür den Nobelpreis bekommen und unterscheidet in seinem Modell zwischen zwei Denkmodi. System 1 ist schnell, automatisch und emotional – es trifft die meisten Entscheidungen. System 2 ist langsam, analytisch und anstrengend – es liefert hinterher die rationalen Argumente.
Für dich als Copywriter heißt das: Sprich zuerst die Emotionen an, dann liefere die rationalen Argumente nach. Zuerst das Bauchgefühl, dann die Fakten. Immer in dieser Reihenfolge.
Die wichtigsten psychologischen Trigger
Lass mich dir die stärksten Hebel zeigen, die du in deinen Texten nutzen kannst:
Schmerz (Pain) ist der mächtigste Trigger überhaupt. Menschen sind evolutionär bedingt stärker motiviert, Schmerz zu vermeiden, als Freude zu gewinnen. Kahneman und Tversky haben mit ihrer Prospect Theory nachgewiesen, dass wir Verluste etwa doppelt so stark empfinden wie gleichwertige Gewinne. Wenn du in deinem Werbetext das konkrete Problem deiner Zielgruppe so präzise beschreibst, dass sie denkt „Woher kennt der mich?!“, dann hast du sie. Denn wer ein Problem am besten artikulieren kann, dem wird automatisch die höchste Kompetenz für die Lösung zugeschrieben.
Verlangen (Desire) ist die andere Seite der Medaille. Hier malst du das Wunschbild – die Transformation, die dein Produkt ermöglicht. Dabei geht es nie um Features, sondern immer um Benefits. Ein 5.000-mAh-Akku? Interessiert niemanden. Die Gewissheit, auf langen Reisen nie wieder mit leerem Handy dazustehen? Das weckt Verlangen. Neurobiologisch wird hier Dopamin ausgeschüttet – und zwar nicht erst beim Erreichen des Ziels, sondern schon bei der bloßen Vorstellung davon.
Social Proof nutzt eine mentale Abkürzung des Gehirns: Bei komplexen Entscheidungen verlassen wir uns auf die Schwarmintelligenz. Robert Cialdini, Professor für Psychologie und Autor des Bestsellers „Influence“, hat das ausführlich dokumentiert. Wenn 10.000 andere ein Produkt bereits gekauft und bewertet haben, stuft das Gehirn die Kaufentscheidung als sicher ein. Deshalb funktionieren Testimonials, Nutzerzahlen und Fallstudien so extrem gut.
FOMO (Fear of Missing Out) basiert auf Verknappung und Dringlichkeit. „Nur noch 3 Plätze frei“ oder „Angebot endet in 24 Stunden“ aktivieren die Verlustangst. Ein Wort der Warnung: Fake-Urgency zerstört Vertrauen. Wenn dein Countdown jede Woche von vorne startet, merken das die Leute. Echte Verknappung muss glaubwürdig sein.
Autorität funktioniert, weil wir Experten mehr Glaubwürdigkeit zuschreiben. Testsiegel, Zertifikate, „Bekannt aus“-Logos oder Expertenzitate – all das senkt die Skepsis deiner Leser und aktiviert das Vertrauenssystem im Gehirn.
Reziprozität ist ein weiteres Cialdini-Prinzip: Wenn du deinem Leser zuerst etwas Wertvolles gibst – einen kostenlosen Guide, ein hilfreiches Video, eine Checkliste – fühlt er sich unbewusst verpflichtet, etwas zurückzugeben. Das funktioniert seit Jahrtausenden, auch im Marketing.
Cialdinis 7 Prinzipien der Überzeugung
Da wir gerade bei Cialdini sind: Sein Buch „Influence“ wurde über 7 Millionen Mal in 44 Sprachen verkauft. Die darin beschriebenen Prinzipien sind quasi das Grundgesetz des überzeugenden Schreibens. Neben Reziprozität, Social Proof und Autorität gehören dazu noch Konsistenz (kleine Zusagen führen zu größeren), Sympathie (wir kaufen lieber von Menschen, die wir mögen), Verknappung und Zugehörigkeit (wir folgen den Normen unserer Gruppe).
Diese Prinzipien sind keine abstrakten Theorien. Es sind konkrete Werkzeuge, die du in jede Headline, jeden CTA und jede Sales Page einbauen kannst – essenziell beim Copywriting lernen.
Die stärksten Texte setzen mehrere Prinzipien gleichzeitig ein. Eine Testimonial-Box kombiniert Social Proof (andere haben es gekauft) mit Autorität (Experten empfehlen es) und Sympathie (eine echte Person mit Gesicht). So entsteht mehrfache Überzeugungskraft in einem einzigen Element.
Copywriting-Formeln und Frameworks – Deine Baupläne für überzeugende Texte
Okay, du kennst jetzt die Psychologie. Aber wie bringst du das Ganze in eine Struktur, die funktioniert? Genau dafür gibt es Copywriting-Frameworks. Das sind quasi Baupläne, die dich Schritt für Schritt durch den Text führen – damit du nichts vergisst und dein Leser am Ende genau da landet, wo du ihn haben willst.
AIDA – Das Urgestein
Die AIDA-Formel wurde bereits 1898 von Elias St. Elmo Lewis entwickelt und ist bis heute das bekannteste Werbewirkungsmodell der Welt. Und ja, es funktioniert immer noch verdammt gut.
A – Attention (Aufmerksamkeit): Reiß deinen Leser aus dem Alltagstrott. Mit einer provokanten Frage, einer überraschenden Statistik oder einem unerwarteten Statement.
I – Interest (Interesse): Jetzt musst du ihn im Text halten. Vertiefe das Problem, liefere relevante Infos.
D – Desire (Verlangen): Weck Emotionen! Zeig, wie dein Angebot das Leben deines Lesers verändert.
A – Action (Handlung): Eine glasklare Aufforderung zu einer bestimmten Handlung. Kein „vielleicht“, kein „wenn du Lust hast“. Sag deinem Leser exakt, was er jetzt tun soll.
Hier ein deutsches Beispiel für einen Online-Marketing-Kurs:
[A] „87 % aller Online-Marketer verschwenden ihr Budget – gehörst du auch dazu?“
[I] „Die meisten Unternehmer investieren tausende Euro in Werbung, ohne je einen positiven ROI zu sehen. Der Grund? Ihnen fehlt ein erprobtes System.“
[D] „Stell dir vor, du wüsstest genau, welche Anzeige funktioniert, bevor du auch nur einen Cent ausgibst. Unsere Absolventen steigern ihren ROAS im Schnitt um 340 % innerhalb von 90 Tagen.“
[A] „Sichere dir jetzt deinen Platz – nur noch 15 Plätze verfügbar.“
PAS – Problem, Agitation, Solution
PAS ist mein persönlicher Favorit für kurze, knackige Texte. Es ist brutal effektiv, weil es sofort ins Schmerzzentrum trifft. Besonders für Social Media Ads und Landing Pages ist PAS Gold wert.
P – Problem: Benenne den Schmerzpunkt. Direkt und ungeschönt.
A – Agitation: Verstärke den Schmerz. Male aus, was passiert, wenn das Problem ungelöst bleibt.
S – Solution: Präsentiere dein Angebot als Erlösung.
Ein Beispiel:
[P] „Deine To-Do-Liste wird jeden Tag länger, aber du schaffst trotzdem nichts wirklich Wichtiges.“
[A] „Du springst von Meeting zu Meeting, beantwortest endlose Slack-Nachrichten und am Ende des Tages fragst du dich: ‚Was habe ich eigentlich geschafft?‘ Jeder verlorene Tag kostet dich bares Geld.“
[S] „FocusFlow bringt Klarheit ins Chaos. Ein Dashboard, KI-Priorisierung, Echtzeit-Updates. In 5 Minuten eingerichtet, in 5 Tagen spürbar produktiver. Jetzt 14 Tage kostenlos testen.“
FAB – Features, Advantages, Benefits
FAB ist perfekt, wenn du erklärungsbedürftige Produkte oder Dienstleistungen verkaufen willst. Laut dem Content Marketing Institute erzielen benefit-orientierte Texte eine um 42 % höhere Conversion Rate als rein feature-basierte.
Die Formel zwingt dich, den Perspektivwechsel vom Produkt zum Kunden zu machen.
Feature (Eigenschaft): Was hat das Produkt?
Advantage (Vorteil): Was bewirkt das konkret?
Benefit (Nutzen): Was bringt mir das emotional?
Beispiel für eine Projektmanagement-Software:
Feature: „Echtzeit-Synchronisation über alle Geräte.“
Advantage: „Du hast immer den aktuellsten Stand – egal ob Desktop, Tablet oder Smartphone.“
Benefit: „Keine veralteten Informationen mehr. Du triffst bessere Entscheidungen und vermeidest kostspielige Fehler.“
Weitere Frameworks im Überblick
Es gibt noch eine ganze Reihe weiterer Frameworks, die je nach Situation ihren Platz haben:
4Ps (Promise – Picture – Prove – Push): Du gibst ein starkes Versprechen, malst ein lebhaftes Bild, lieferst Beweise und drängst zur Handlung. Ideal für Landing Pages und E-Mail-Kampagnen.
BAB (Before – After – Bridge): Beschreibe den frustrierenden Ist-Zustand, male den idealen Zielzustand und baue dann die Brücke mit deinem Produkt. Perfekt für kurze Social-Media-Posts und Retargeting-Anzeigen.
PASTOR (Problem – Amplify – Story – Transformation – Offer – Response): Entwickelt von Ray Edwards. Besonders stark für hochpreisige Coaching-Angebote und lange Sales Pages, weil es Storytelling mit Beweisführung kombiniert.
StoryBrand von Donald Miller macht den Kunden zum Helden der Geschichte und die Marke zum Guide. Funktioniert hervorragend für die gesamte Markenkommunikation und Website-Texte.
Starte mit AIDA oder PAS – die beiden decken 80 % aller Situationen ab. Lerne diese Frameworks wirklich zu beherrschen, bevor du dich an die anderen wagst. Tiefe schlägt Breite, gerade am Anfang.
Konkrete Techniken und Tipps für bessere Werbetexte
Frameworks geben dir die Struktur. Aber die wahre Magie passiert auf Satz- und Wortebene. Hier sind die Techniken, die durchschnittliche von richtig guten Texten trennen.
Headlines, die klicken
Erinnere dich an Ogilvy: 80 % der Menschen lesen nur die Überschrift. Wenn die nicht sitzt, ist alles andere egal. Deine Headline muss gleichzeitig Neugier wecken und einen klaren Nutzen versprechen.
Bewährte Headline-Formeln, die du sofort anwenden kannst:
- Zahlen + Versprechen: „7 bewährte Strategien, mit denen du deine Conversion verdoppelst“
- Wie-man-Formeln: „Wie du mit dem Elefanten-Prinzip dein Idealgewicht erreichst“
- Fragen: „Warum lesen 80 % nur die Überschrift – und wie änderst du das?“
- Curiosity Gap: „Der Marketing-Trick, den kaum jemand kennt (und der deine Leads verdreifacht)“
- Negativer Winkel: „So vermeidest du diese 5 teuren Fehler beim Copywriting“
Merk dir außerdem die 4 U’s für Headlines: Useful (nützlich), Urgent (dringend), Unique (einzigartig), Ultra-specific (ultra-spezifisch). Je mehr U’s deine Headline erfüllt, desto besser.
Gemessene, glaubwürdige Versprechen funktionieren im deutschsprachigen Markt besser als der typische amerikanische Hype. „Steigere deine Conversion um 27 % in 8 Wochen“ schlägt „Werde zum Millionär über Nacht“ – zumindest bei deutschen Lesern. Vertrauen vor Versprechen!
Überzeugende CTAs formulieren
Der Call-to-Action (CTA) ist das Herzstück deiner Conversion. Hier entscheidet sich, ob der Leser klickt oder nicht. Und trotzdem schreiben die meisten Leute „Absenden“ oder „Mehr erfahren“ auf ihre Buttons. Das ist, als würdest du einem hungrigen Gast die Speisekarte zeigen und dann sagen: „Hier ist die Tür zur Küche.“
Eine gute CTA-Formel: Verb + Nutzen + Sicherheit.
Hier ein paar Vorher-Nachher-Beispiele:
- ❌ „Absenden“ → ✅ „Jetzt kostenlose Strategie-Analyse sichern“
- ❌ „Mehr erfahren“ → ✅ „Entdecke, wie du 30 % mehr Umsatz machst“
- ❌ „Newsletter abonnieren“ → ✅ „Gratis-Checkliste downloaden“
Laut Unbounce erzielen personalisierte CTAs eine um bis zu 202 % höhere Conversion Rate als generische Buttons. Das sind keine Peanuts!
Storytelling – Geschichten, die verkaufen
Geschichten umgehen die rationale Abwehrhaltung des Gehirns elegant. Wenn du eine Story erzählst, hört der Leser auf, deinen Text kritisch zu analysieren – er taucht ein. Und genau da willst du ihn haben.
Die Struktur ist simpel: Nimm eine Person, die der Zielgruppe ähnelt. Beschreibe ihr Problem. Zeige den Wendepunkt. Und präsentiere das Ergebnis.
„Als ich meine erste Website launchte, passierte – nichts. Monate später hatte ich viel Traffic, aber keine einzige Anfrage. Erst als ich meine Texte komplett umstellte, änderte sich alles. Heute generiert dieselbe Seite regelmäßig Anfragen – ohne dass ich mehr Werbung schalte.“
Der Held deiner Geschichte ist übrigens immer der Kunde – nie dein Unternehmen. Du bist der Guide, der Mentor. Nicht der Held.
Einwandbehandlung direkt im Text
Jeder potenzielle Käufer hat vor dem Klick innere Widerstände. „Zu teuer.“ „Keine Zeit.“ „Funktioniert das wirklich?“ Die meisten Texte ignorieren diese Einwände – und verlieren dadurch massenhaft Kunden.
Professionelles Copywriting adressiert Einwände proaktiv. Die besten Methoden dafür sind das Vorwegnehmen („Du fragst dich vielleicht, ob das auch ohne großes Werbebudget funktioniert – die Antwort ist ja“), Soziale Beweise von ähnlichen Kunden, Garantien wie eine 30-Tage-Geld-zurück-Garantie und der Vergleich mit den Kosten des Nicht-Handelns: „Was kostet es dich, jeden Monat 2.000 € unter deinem Potenzial zu bleiben?“
Die Macht von Zahlen und Spezifität
Das Gehirn neigt dazu, vage Aussagen als werbliche Übertreibung abzutun. „Viele zufriedene Kunden“ – ja, klar. Das sagt jeder. Aber „1.432 Agenturen haben ihren Umsatz im vergangenen Jahr im Schnitt um 24,7 % gesteigert“ – das wirkt fundiert, recherchiert und glaubwürdig.
Konkret schlägt vage. Immer. Und ungerade oder „krumme“ Zahlen wirken dabei authentischer als gerundete. „127 Kunden in 3 Monaten“ ist glaubwürdiger als „über 100 Kunden“.
Stil-Regeln, die sofort wirken
Aktiv statt Passiv: „Wir senken den Preis für dich um 20 %“ statt „Der Preis wurde um 20 % gesenkt.“ Aktive Sprache gibt deinem Text Energie.
Kurze Sätze: Als Faustregel gilt: Ein idealer Satz hat nicht mehr als 17 Wörter. Aber variiere die Länge! Lange Sätze ziehen den Leser in die Erzählung. Kurze setzen Pointen. So wie hier.
Bucket Brigades: Das sind kurze Übergangssätze, die zum Weiterlesen animieren. „Aber das ist noch nicht alles…“, „Und jetzt kommt’s…“, „Stell dir vor…“. Die halten deinen Leser auf der geölten Rutsche, von der Sugarman gesprochen hat.
Die „So-Was?-Probe“: Lies jeden Satz deines Textes und frag dich: „Na und? Was bringt mir das?“ Wenn keine klare Antwort kommt, fehlt der Mehrwert für den Leser.
Copywriting in verschiedenen Kanälen
Die psychologischen Grundlagen bleiben überall gleich. Aber die Umsetzung muss sich radikal an den jeweiligen Kanal anpassen. Was auf einer Landing Page funktioniert, kann auf Instagram komplett floppen – und umgekehrt.
Website und Landing Pages
Auf einer Landing Page verfolgst du exakt ein Ziel: die Conversion. Nutzer entscheiden in Bruchteilen von Sekunden, ob sie bleiben oder abspringen.
Die Hero Section – also der Bereich, den der Besucher sofort sieht – ist das Allerwichtigste. Hier braucht es eine glasklare Headline mit Kundennutzen, eine erklärende Subheadline und einen unübersehbaren Call-to-Action-Button. Dazu Trust-Elemente wie Kundenlogos, Bewertungssterne oder Testimonials.
Ein Grundsatz, der sich bewährt hat: Rule of One – eine Landing Page, ein Leser-Typ, ein Versprechen, ein CTA. Wenn du gleichzeitig zum Newsletter-Abo, zum Whitepaper-Download und zum Produktkauf aufforderst, bekommst du gar nichts. Zu viele Optionen erzeugen das sogenannte Auswahlparadoxon – und der Besucher klickt weg.
E-Mail-Marketing und Newsletter
Dein Posteingang ist ein persönlicher Raum. E-Mail-Copywriting muss das respektieren. Der wichtigste Part beim E-Mail-Marketing? Die Betreffzeile. Laut Studien entscheiden 65 % der Empfänger allein anhand der Betreffzeile, ob sie eine E-Mail öffnen.
Optimale Betreffzeilen-Länge: 30–70 Zeichen, maximal 49 für Mobilgeräte. Personalisierte Betreffzeilen erhöhen die Öffnungsrate um durchschnittlich 22 %. Und ein Pro-Tipp: Das Wort „Newsletter“ im Betreff senkt die Öffnungsrate um fast 19 %. Also lass es weg.
Im E-Mail-Body selbst funktioniert Storytelling am besten. Schreib so, als würdest du dich an einen guten Bekannten wenden – persönlich, direkt und im Plauderton. Wenn du noch ganz am Anfang bist, findest du in unserem Guide zum Newsletter erstellen alles, was du für den Start brauchst. Aber vergiss nicht den strategischen CTA am Ende.
Social Media Ads
Facebook, Instagram, TikTok, LinkedIn – hier kämpfst du gegen das ultimative Aufmerksamkeitsdefizit. Nutzer befinden sich im passiven Scroll-Modus. Du unterbrichst sie also (deshalb heißt es auch „Interruption Marketing“).
Die ersten 1–3 Sekunden entscheiden über Erfolg oder Misserfolg deiner Anzeige. Der Hook muss sofort sitzen. Danach hast du maximal ein bis zwei Sätze für deine Botschaft und einen glasklaren CTA.
Die Plattform bestimmt den Ton: Auf TikTok und Instagram Reels musst du authentisch, informell und visuell stark sein. Auf LinkedIn ist ein professionellerer Ton gefragt, der B2B-Schmerzpunkte wie Effizienz oder Skalierung adressiert.
Google Ads
Google Ads sind das genaue Gegenteil von Social Media Ads. Hier sucht der Nutzer aktiv nach einer Lösung. Die Kaufintention ist bereits hoch. Deine Aufgabe: Auf begrenztem Raum (max. 30 Zeichen pro Titel, 90 pro Beschreibung) das exakte Keyword aufgreifen, Relevanz signalisieren und durch einen USP oder ein starkes Angebot den Klick erzwingen.
SEO-Copywriting
SEO-Copywriting ist der Spagat zwischen Google-Algorithmus und menschlichem Leser. Und ich muss es klar sagen: Der weit verbreitete Irrtum, SEO-Texte müssten mechanisch klingen und mit Keywords vollgestopft sein, ist Quatsch. Google belohnt heute primär „Helpful Content“ – also inhaltliche Tiefe, einzigartige Perspektiven und echten Mehrwert für den Leser.
Dein Hauptkeyword gehört in die H1, in den ersten Absatz, in die Meta-Description und in Alt-Tags von Bildern. Synonyme und verwandte Keywords webst du natürlich in den Text ein. Aber immer für den Leser, nie für die Suchmaschine.
Gerade jetzt, wo das Internet mit KI-generiertem Einheitsbrei geflutet wird, ist Originalität der Schlüssel zu Top-Rankings. Google bewertet nach E-E-A-T: Experience, Expertise, Authoritativeness, Trustworthiness. Zeig echte Erfahrung, liefere nachweisbare Expertise und bau Vertrauen auf – dann klappt es auch mit der Suchmaschinenoptimierung.
Copywriting lernen – So wirst du richtig gut
Die gute Nachricht: Copywriting ist kein angeborenes Talent. Es ist ein Handwerk, das du lernen kannst. Die weniger gute Nachricht: Es erfordert Übung, Disziplin und echtes Feedback. Einfach ein Buch lesen und dann perfekte Texte schreiben – so läuft das leider nicht.
Schritt-für-Schritt: Dein Lernweg
Schritt 1: Theorie-Grundlagen aufbauen. Lies 2–3 der Bücher, die ich dir gleich empfehle. Verstehe die Verkaufspsychologie, die Formeln und die Mechaniken dahinter. Gutes Copywriting zu lernen beginnt immer mit dem Verstehen der Grundlagen.
Schritt 2: Gute Texte studieren und analysieren. Bau dir einen Swipe File auf – eine Sammlung von Anzeigen, Landing Pages und E-Mails, die dich zum Klicken gebracht haben. Analysiere sie: Welche Trigger werden genutzt? Welches Framework steckt dahinter?
Schritt 3: Texte per Hand abschreiben. Klingt altmodisch? Ist es auch. Aber die legendäre Gary-Halbert-Methode funktioniert. Schreib erfolgreiche Werbetexte wortwörtlich mit Stift und Papier ab. Der physische Prozess zwingt dein Gehirn, Rhythmus, Wortwahl und emotionale Übergänge zu verinnerlichen.
Schritt 4: Täglich schreiben und üben. Schreib jeden Tag mindestens eine Headline um, erstelle Spec Ads (also spekulative Anzeigen für echte Unternehmen) oder formuliere CTAs. Die neuronalen Verknüpfungen für verkaufspsychologische Satzstrukturen müssen aktiv trainiert werden.
Schritt 5: Feedback holen. Von Mentoren, in Kursen oder Communities. Und ganz wichtig: Lies deine Texte laut vor! Diese auditive Kontrolle deckt unnatürliche Formulierungen und holprige Rhythmen sofort auf.
Schritt 6: Erste Projekte starten. Erstelle Spec-Work und Pro-Bono-Projekte für dein Portfolio. Dazu gleich mehr im Abschnitt über den Berufseinstieg.
Die wichtigsten Bücher
Wenn du nur ein einziges Buch lesen willst, nimm „Cashvertising“ von Drew Eric Whitman. Es wird quasi überall als DAS Einstiegsbuch empfohlen und deckt die psychologischen Grundlagen und über 100 Copywriting-Tricks ab.
Für fortgeschrittene Leser gibt es diese Klassiker (alle auf Englisch):
- „Breakthrough Advertising“ von Eugene Schwartz – das wichtigste Copywriting-Buch aller Zeiten
- „The Adweek Copywriting Handbook“ von Joseph Sugarman – perfekt strukturierte Einführung
- „Scientific Advertising“ von Claude Hopkins – nur 89 Seiten, aber revolutionär
- „The Boron Letters“ von Gary Halbert – kostenlos online verfügbar
- „Influence“ von Robert Cialdini – essenziell für Überzeugungspsychologie
- „Texten können“ von Daniela Rorig – das deutschsprachige Standardwerk
Kurse und Ressourcen
Im deutschsprachigen Raum gibt es mittlerweile einige richtig gute Anlaufstellen. CopywritingMBA.de von Maximilian Längsfeld bietet ein Coaching-Programm speziell für den deutschen Markt. Auf Plattformen wie Udemy findest du Kurse wie „Copywriting von A–Z“ für den Einstieg. Und auf Coursera gibt es international ausgerichtete Kurse für breitere Grundlagen.
Wie lange dauert es wirklich?
Seien wir ehrlich: In 3–6 Monaten intensiven Lernens und Übens hast du solide Grundlagen und erste brauchbare Ergebnisse. Nach 6–12 Monaten bist du bereit für bezahlte Aufträge. Professionelles Niveau erreichst du nach 1–3 Jahren kontinuierlicher Praxis.
Ein Kern-Insight, der mir dabei geholfen hat: Copywriting ist 70 % Denkwerk und 30 % Handwerk. Die meiste Arbeit passiert nicht beim Schreiben, sondern bei der Recherche, der Zielgruppenanalyse und der strategischen Planung.
Copywriting als Beruf – Gehälter, Freelance-Honorare und Einstieg
Kommen wir zum Thema Geld. Denn ja, mit Copywriting kannst du richtig gut verdienen – wenn du weißt, was du tust.
Gehalt als angestellter Copywriter in Deutschland
Die Vergütung korreliert stark mit deiner Fähigkeit, messbar Umsatz durch Conversions zu generieren. Hier ein realistischer Überblick basierend auf Daten von StepStone, Gehalt.de und Glassdoor:
| Erfahrungsstufe | Gehalt brutto/Jahr |
|---|---|
| Junior / Einstieg | 28.000–37.000 € |
| Mid-Level (3–5 Jahre) | 39.000–48.000 € |
| Senior (10+ Jahre) | 48.000–67.000 € |
| Creative Director | 60.000–95.000 € |
Regional gibt es deutliche Unterschiede. In Baden-Württemberg, Hamburg und Hessen liegen die Gehälter am höchsten. Der Median über alle Erfahrungsstufen liegt bei ca. 46.500 € brutto pro Jahr.
Freelance-Honorare – Hier wird es spannend
Als freiberuflicher Werbetexter ist dein Verdienstpotenzial deutlich nach oben offen. Top-Copywriter rechnen nicht nach Stunde ab, sondern nach dem wirtschaftlichen Wert, den sie für den Kunden generieren.
| Level | Stundensatz | Tagessatz |
|---|---|---|
| Einsteiger | 30–50 €/h | 240–400 € |
| Professional | 50–80 €/h | 400–640 € |
| Senior / Expert | 80–120 €/h | 640–960 € |
| Top-Spezialisten | 120–250 €/h | 960–2.000 € |
Die Empfehlung des Texterverbands liegt bei 60–120 €/Stunde bzw. 500–960 € Tagessatz. Interessanter sind allerdings die projektbasierten Preise:
- Landing Page (einfach): 500–1.500 € (Professional) bis 1.500–4.000+ € (Premium)
- Website-Texte (5–7 Seiten): 3.000–10.000+ €
- E-Mail-Sequenz (5–7 Mails): 700–3.000 €
- Einzelne E-Mail: 150–500 €
- Ad Copy (Facebook/Google): 150–400+ €
So startest du als Freelancer
Das größte Problem für Einsteiger ist das klassische Henne-Ei-Problem: Kunden wollen Referenzen sehen, aber ohne Kunden hast du keine. Die Lösung heißt Spec Ads (spekulative Anzeigen).
Such dir gezielt eine bestehende Website oder Landing Page, analysiere die Schwachstellen und schreib den gesamten Text unter Anwendung professioneller Frameworks komplett neu. Dokumentiere den Vorher-Nachher-Vergleich grafisch in deinem Portfolio. Das zeigt potenziellen Kunden nicht nur dein sprachliches Können, sondern auch dein strategisches Verständnis.
Texter gelten in Deutschland als Freiberufler – du brauchst also keine Gewerbeanmeldung und zahlst keine Gewerbesteuer. Eine einfache Anmeldung beim Finanzamt reicht. Bei Umsatz unter 22.000 €/Jahr greift zudem die Kleinunternehmerregelung – ideal für den Start. Für die Kundenakquise eignen sich Plattformen wie Malt.de oder LinkedIn.
KI und Copywriting – Dein neuer Co-Pilot (nicht Ersatz!)
Okay, der Elefant im Raum: Künstliche Intelligenz. ChatGPT, Claude, Jasper und Co. haben die Content-Produktion komplett auf den Kopf gestellt. Und ja, die Veränderungen sind real und teilweise dramatisch.
Laut Hootsuite nutzen mittlerweile über 85 % der Marketer KI-Schreibtools. Gleichzeitig zeigt eine Studie von Zhu et al. aus 2024, dass Freelance-Schreibjobs seit dem ChatGPT-Launch um über 30 % zurückgegangen sind. Das ist die harte Realität.
Aber – und das ist der entscheidende Punkt – die Nachfrage hat sich nicht einfach aufgelöst. Sie hat sich verschoben. Was verschwindet, sind die einfachen, austauschbaren Texte. Was steigt, ist die Nachfrage nach strategischem, kreativem und wirklich konvertierendem Copy.
Die wichtigsten KI-Tools im Überblick
ChatGPT (OpenAI): Exzellent für Brainstorming, Recherche und schnelle Rohentwürfe. Neigt allerdings zu repetitiven Mustern und generischen „KI-Wörtern“ wie „bahnbrechend“ oder „tauchen wir ein“.
Claude (Anthropic): Führend bei natürlicher, fließender Textausformulierung. Besonders präzise bei der Einhaltung komplexer Instruktionen und der Adaption spezifischer Markenstimmen. Das Projects-Feature ermöglicht es, Styleguides und Zielgruppen-Personas als permanenten Kontext zu hinterlegen.
Jasper / Copy.ai: Spezialisierte KI-Tools mit vorgefertigten Templates für AIDA, PAS, Facebook Ads und mehr. Ideal für Einsteiger ohne tiefe Prompting-Kenntnisse, aber weniger flexibel als die reinen LLMs.
Neuroflash: Das Hamburger Unternehmen ist speziell für den deutschen Markt optimiert und DSGVO-konform. Die einzigartige PerformanceFlash-Funktion nutzt Neuromarketing-Daten zur Vorhersage der Content-Performance. Spannend für alle, die überwiegend auf Deutsch texten.
Der optimale Mensch-KI-Workflow
Die Frage ist nicht „KI ja oder nein?“ – sondern „Wie nutze ich KI intelligent?“ Hier ist ein Workflow, der sich in der Praxis bewährt hat:
1. Mensch: Strategie definieren, Zielgruppe analysieren, Positionierung und Kernbotschaften festlegen.
2. KI: Outlines generieren, erste Entwürfe erstellen, Headline-Varianten liefern, A/B-Test-Optionen entwickeln.
3. Mensch: Überarbeitung für Markenstimme, emotionale Tiefe und kulturelle Nuancen. Einbau persönlicher Anekdoten. Faktenprüfung.
4. KI: SEO-Optimierung, Meta-Beschreibungen, Formatierungsvorschläge.
5. Mensch: Finale Prüfung, Faktencheck, Freigabe.
Prompt Engineering – Der Schlüssel zu gutem KI-Output
Ein guter Prompt ist wie ein gutes Briefing. Je präziser du der KI sagst, was du willst, desto besser wird das Ergebnis.
Schlüsselprinzip: Statt „Schreibe eine Sales Page“ zerlegst du den Prozess in Teilschritte. Erst die Zielgruppe analysieren, dann das PAS-Framework anwenden, dann den Text formulieren. Dieses „Chaining“ (Verketten) von Befehlen liefert dramatisch bessere Ergebnisse.
„Du bist ein erfahrener Copywriter für den deutschen Markt. Schreibe 10 Headline-Varianten für eine Landing Page eines Online-Kurses zum Thema Steuersparen für Selbstständige. Zielgruppe: Soloselbstständige im DACH-Raum, 30–50 Jahre. Tonalität: direkt, vertrauensvoll, ohne Hype. Nutze die PAS-Formel für mindestens 3 Varianten.“
Was KI (noch) nicht kann
Trotz aller Fortschritte fehlt KI etwas Entscheidendes: echte Empathie, gelebte Erfahrung und die kulturellen Nuancen, die im deutschen Markt so wichtig sind. Deutsches Copywriting lebt von Vertrauen und gemessenen Versprechen – eine KI, die primär auf englischen Daten trainiert wurde, verfehlt diese Feinheiten oft.
Die Branchenmeinung ist daher ziemlich klar: Mittelmäßige, formelhafte Texter werden ersetzt. Strategische, kreative Profis florieren. Die besten Copywriter kombinieren KI-Geschwindigkeit mit menschlichem Urteilsvermögen – und genau das macht sie wertvoller denn je.
Die häufigsten Fehler beim Copywriting (und wie du sie vermeidest)
Selbst wenn du alle Frameworks und Techniken kennst – es gibt Fallstricke, in die fast jeder tappt. Hier sind die schlimmsten Sünden beim Schreiben von Werbetexten:
1. Das „Wir-Syndrom“ – Der absolut häufigste Fehler. Unzählige Marketingtexte drehen sich endlos um die Firmengeschichte, die Innovationskraft und die jahrelange Erfahrung. Die bittere Wahrheit: Deinem Kunden ist das egal. Er interessiert sich exklusiv für die Lösung seines Problems. Faustregel: Das Wort „du“ muss deutlich häufiger vorkommen als „wir“.
2. Leere Floskeln und schwache Headlines – „Innovative Lösungen für eine bessere digitale Zukunft“ sagt absolut nichts aus. Wenn deine Headline nicht in 3 Sekunden vermittelt, was der Leser konkret davon hat, springt er ab.
3. Features statt Benefits – „Unser Staubsauger hat 2.000 Watt.“ Na und? „Dein Boden ist in 5 Minuten sauber – ganz ohne Anstrengung.“ Das ist der Unterschied, der verkauft.
4. Zu komplizierte Sprache – Viele Unternehmen glauben, durch Fachjargon und Schachtelsätze Kompetenz auszustrahlen. Das Gegenteil ist der Fall: Komplexität erzeugt Reibung im Gehirn, und Reibung führt zum Abbruch. Schreib so, dass ein 12-Jähriger es verstehen würde.
5. Fehlende oder schwache CTAs – Ein brillanter Text, der dem Leser am Höhepunkt des Verlangens nicht sagt, was er tun soll, verbrennt Werbebudget. Jeder Text braucht eine klare Handlungsaufforderung.
6. CTA-Verwirrung – Das Gegenteil: Zu viele CTAs gleichzeitig. Newsletter abonnieren, Whitepaper lesen, Produkt kaufen, Social Media folgen – alles auf einer Seite. Das führt zu Entscheidungslähmung. Eine Seite, ein Ziel.
7. Keine Einwandbehandlung – Wenn du die Einwände deiner Leser ignorierst, hoffen die nicht einfach weg.
8. Mangel an Spezifität – „Viele zufriedene Kunden“ vs. „127 Kunden in 3 Monaten“. Einer dieser Sätze verkauft. Der andere nicht.
9. Keine Emotionen – Nur Fakten und Zahlen, kein Storytelling, kein Verlangen. Erinnere dich: Zuerst System 1, dann System 2.
10. Nicht testen – Keine A/B-Tests, keine Performance-Analyse, kein Feedback. Copywriting ohne Daten ist wie Autofahren mit verbundenen Augen.
Vorher-Nachher-Beispiele – So sieht der Unterschied aus
Theorie ist gut und schön. Aber du willst sehen, wie sich das Ganze in der Praxis anfühlt? Hier kommen konkrete Vorher-Nachher-Vergleiche auf Deutsch.
Headlines transformieren
Vorher: „Willkommen auf meiner Website – ich bin Ihr Coach.“
Nachher: „In 90 Tagen vom Hamsterrad zur beruflichen Freiheit – ohne alles aufzugeben.“
→ Statt einer nichtssagenden Begrüßung ein konkretes Nutzenversprechen mit Zeitrahmen.
Vorher: „Innovative Softwarelösung für Ihr Unternehmen.“
Nachher: „Spare 5 Stunden pro Woche bei der Buchhaltung – ab dem ersten Tag.“
→ Von der generischen Floskel zum spezifischen, messbaren Benefit.
B2B-Sales-Text: Komplett umgeschrieben
Vorher (schwach – Fokus auf das Unternehmen):
„Wir als Muster GmbH bieten seit 20 Jahren eine erstklassige Buchhaltungssoftware für kleine Unternehmen an. Unsere Software ist durch neue Updates sehr schnell, absolut sicher und im Branchenvergleich sehr günstig. Wir sind stolz auf unsere Innovationen. Klicken Sie hier, um unsere Software noch heute zu kaufen.“
Was ist hier falsch? Alles dreht sich um „wir“. Die Adjektive sind leer und unbewiesen. Kein konkretes Problem, keine Emotion, und der CTA ist aggressiv ohne Vertrauensaufbau.
Nachher (stark – Fokus auf Transformation):
„Verbring deine Wochenenden wieder mit der Familie – statt frustriert über Excel-Tabellen zu brüten. Automatisiere deine vorbereitende Buchhaltung in unter 15 Minuten pro Woche – zu 100 % GoBD-konform. Über 2.500 Handwerksbetriebe nutzen das System bereits. Starte jetzt deinen risikofreien 14-Tage-Test (keine Kreditkarte erforderlich).“
Warum funktioniert das? PAS-Framework + BAB in Kombination. Sofort wird der Schmerzpunkt adressiert. Das Feature „Software“ wird zum emotionalen Benefit „Wochenenden mit der Familie“. Spezifische Zahlen bauen Vertrauen auf. Und der CTA eliminiert jedes Risiko.
CTAs aufwerten
- ❌ „Absenden“ → ✅ „Ja, ich will meine kostenlose Strategie-Analyse!“
- ❌ „Mehr erfahren“ → ✅ „Entdecke deinen persönlichen Ernährungsplan – in 2 Minuten erstellt“
- ❌ „Jetzt kaufen“ → ✅ „Jetzt 30 Tage risikofrei testen – Geld zurück, wenn du nicht zufrieden bist“
Produktbeschreibung: Feature vs. Benefit
Vorher (Feature-lastig):
„Kaffeevollautomat mit integriertem Mahlwerk. 15 bar Druck. 1,8 Liter Wassertank. Milchaufschäumer inklusive.“
Nachher (Benefit-orientiert):
„Stell dir vor: Du drückst einen Knopf und 47 Sekunden später hältst du einen Cappuccino in der Hand, der besser schmeckt als beim Italiener um die Ecke. Frisch gemahlen, perfekt aufgeschäumt – jeden Morgen, ohne Barista-Ausbildung.“
Merkst du den Unterschied? Die Features sind im Nachher-Text immer noch vorhanden – aber sie sind in ein emotionales Bild eingebettet, das Verlangen weckt.
E-Mail-Betreffzeilen
- ❌ „Newsletter Dezember – Firma XY“ → ✅ „Der eine Fehler, der dich 500 € pro Monat kostet“
- ❌ „Neue Produkte in unserem Shop“ → ✅ „Nur 48 Stunden: Dein exklusiver Zugang zur neuen Kollektion“
- ❌ „Wichtige Information zu unserem Angebot“ → ✅ „[Name], dein persönlicher 20-%-Gutschein wartet“
Fazit: Fang heute an!
Copywriting ist kein Talent, das man hat oder nicht. Es ist ein Handwerk, das auf Psychologie basiert – und das du lernen kannst. Schritt für Schritt, Text für Text.
Wenn du nur eine einzige Sache aus diesem Guide mitnimmst, dann diese: Hör auf, über dein Unternehmen zu schreiben. Schreib über das Problem deines Kunden und die Transformation, die dein Produkt oder deine Dienstleistung ermöglicht. Nutze PAS oder AIDA als Grundstruktur, sprich Emotionen an und liefere danach die rationalen Argumente nach.
Mein Vorschlag für deinen nächsten Schritt: Nimm jetzt – ja, genau jetzt – eine deiner bestehenden Landing Pages oder eine E-Mail und schreib sie mit dem PAS-Framework komplett um. Du wirst den Unterschied sofort spüren.
Und wenn du tiefer einsteigen willst: Schnapp dir „Cashvertising“, bau dir einen Swipe File auf und übe jeden Tag. In 90 Tagen wirst du Texte schreiben, die du heute nicht für möglich hältst.
Deine Texte sollen ab jetzt verkaufen. Los geht’s!
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Copywriting und Content Writing?
Copywriting hat das direkte Ziel, den Leser zu einer Handlung zu bewegen – Kauf, Anmeldung, Klick. Content Writing zielt auf langfristigen Vertrauensaufbau durch informative Inhalte (Blogartikel, E-Books). Beides ergänzt sich, verfolgt aber unterschiedliche Ziele.
Welche Copywriting-Formel ist am besten für Einsteiger?
Für Einsteiger empfehle ich die PAS-Formel (Problem – Agitation – Solution). Sie ist simpel, direkt und deckt 80 % der typischen Situationen ab – von Social Media Ads bis zur Landing Page. Wenn du PAS wirklich beherrschst, kannst du dich an AIDA und die anderen Frameworks wagen.
Wie viel verdient ein Copywriter in Deutschland?
Als Angestellter verdienst du je nach Erfahrung zwischen 28.000 und 95.000 € brutto im Jahr. Als Freelancer liegen die Stundensätze zwischen 30 € (Einsteiger) und 250 € (Top-Spezialisten). Projektepreise: Eine Landing Page kostet 500–4.000+ €, eine E-Mail-Sequenz 700–3.000 €.
Kann ich Copywriting mit KI ersetzen?
KI ist ein mächtiges Werkzeug, aber kein Ersatz. Sie übernimmt Rohentwürfe, Headline-Varianten und SEO-Anpassungen. Was sie nicht kann: Strategie entwickeln, echte Markenstimmen treffen oder kulturelle Nuancen des deutschen Markts erfassen. Die besten Ergebnisse entstehen, wenn Menschen und KI zusammenarbeiten.
Wie lange dauert es, Copywriting zu lernen?
Mit 3–6 Monaten intensivem Lernen und Üben erreichst du solide Grundlagen. Nach 6–12 Monaten bist du bereit für erste bezahlte Aufträge. Professionelles Niveau erreichst du nach 1–3 Jahren kontinuierlicher Praxis. Wichtig: Täglich schreiben und echtes Feedback einholen.
Was ist ein guter CTA (Call-to-Action)?
Ein guter CTA folgt der Formel: Verb + Nutzen + Sicherheit. Beispiele: „Jetzt kostenlose Strategie-Analyse sichern“ oder „30 Tage risikofrei testen – Geld zurück wenn nicht zufrieden“. Vermeide generische Buttons wie „Absenden“ oder „Mehr erfahren“ – sie konvertieren deutlich schlechter.














