Deine Website soll neu gemacht werden, und plötzlich stehen zwei Namen im Raum: TYPO3 und WordPress. Die eine Agentur schwört auf das eine, die andere auf das andere. Und du sitzt dazwischen und fragst dich, wer hier eigentlich recht hat. Klingt nach Glaubenskrieg? Muss es aber gar nicht sein!
Ich sag dir gleich vorweg, wo ich stehe: Ich baue seit Jahren Websites mit WordPress, nicht mit TYPO3. Ganz neutral bin ich also nicht. Genau deshalb hab ich mir für diesen Vergleich die Fakten direkt bei den Herstellern, bei unabhängigen Marktzählungen und in der Sicherheitsstatistik geholt. Und ich sag dir ehrlich, wo TYPO3 die bessere Wahl ist. Die gibt es nämlich.
Am Ende weißt du, welches System zu deiner Organisation passt, welche Fragen du einer Agentur stellen solltest und woran du merkst, dass dir jemand einfach nur sein Lieblingswerkzeug verkaufen will.
Das Wichtigste in Kürze:
- Beide Systeme sind kostenlos und quelloffen. Die Kosten entstehen bei Umsetzung, Hosting und Pflege, nicht bei der Lizenz.
- WordPress läuft laut W3Techs auf rund 40 % aller Websites weltweit, TYPO3 auf 0,3 %. In Deutschland ist TYPO3 deutlich stärker, besonders an Hochschulen und in Verwaltungen.
- TYPO3 punktet bei vielen Redakteuren mit abgestuften Rechten, Freigabe-Workflows und vielen Sprachen oder Websites aus einer Installation.
- WordPress punktet bei Bedienung, Budget, der riesigen Auswahl an Erweiterungen und der großen Zahl an Entwicklern.
- Für die meisten kleinen und mittleren Unternehmen ist WordPress die pragmatischere Wahl. Für große Organisationen mit komplexen Redaktionsprozessen kann TYPO3 die bessere sein.

TYPO3 und WordPress: Zwei CMS, zwei Philosophien
Bevor wir vergleichen, kurz die Grundlage. Keine Sorge, das geht schnell!
Was ist ein CMS überhaupt?
Ein CMS, also ein Content-Management-System, ist die Software hinter deiner Website, mit der du Inhalte pflegst, ohne programmieren zu können. Du schreibst Texte, tauschst Bilder und legst neue Seiten an, und das CMS kümmert sich darum, dass alles im richtigen Design auf der Website landet.
Stell dir das wie ein Haus vor: Das CMS ist das Fundament mit den Leitungen. Das Design, also bei WordPress das Theme und bei TYPO3 das Template, sind Fassade und Inneneinrichtung. Und die Inhalte sind das, was du in den Räumen machst. Wer nur auf die Fassade schaut, übersieht, dass ein Umzug in ein anderes Fundament richtig aufwendig ist. Deshalb lohnt sich die Entscheidung am Anfang.
TYPO3 und WordPress sind beides solche Systeme. Beide CMS sind Open Source, stehen unter der freien GPL-Lizenz und kosten keinen Cent Lizenzgebühr. Mehr zu WordPress selbst findest du in meinem großen Guide Was ist WordPress?.
Spannend ist, wie sich TYPO3 selbst nennt: „Content Management Framework“. Das trifft es ziemlich gut. TYPO3 ist weniger ein fertiges Produkt zum Loslegen, sondern eher ein mächtiges Gerüst, das für jedes Projekt erst passend eingerichtet wird. WordPress ist dagegen so gebaut, dass du nach der Installation fast sofort losschreiben kannst.
Und falls du gerade noch ganz andere Optionen im Kopf hast: Die vergleiche ich ausführlich in meinem Artikel zu den WordPress-Alternativen. Dort geht es um:
- Homepage-Baukästen wie Wix, Jimdo oder Squarespace
- Design-Builder wie Framer und Webflow
- KI- und Vibe-Coding-Builder wie Lovable oder Base44
TYPO3 spielt in einer anderen Kategorie. Es ist kein Baukasten, sondern wie WordPress ein ausgewachsenes CMS.
Woher TYPO3 und WordPress kommen
Die Herkunft erklärt erstaunlich viel über die Stärken der beiden.
TYPO3 hat der dänische Entwickler Kasper Skårhøj ab 1997 entwickelt, ein Jahr später hat er es öffentlich vorgestellt. Von Anfang an war es als Werkzeug für Unternehmenswebsites gedacht, mit Seitenbaum, Rechteverwaltung und vielen Konfigurationsmöglichkeiten. Heute steht die gemeinnützige TYPO3 Association dahinter, ein Mitgliederverein mit Sitz in der Schweiz, der die Weiterentwicklung finanziert.
Ein paar Fakten zum Verein hinter TYPO3:
- Gegründet wurde er 2004, als sich Skårhøj aus dem Projekt zurückgezogen hat.
- Er hat heute rund 1.100 Mitglieder.
- Jedes Jahr steckt er rund 650.000 € in die Entwicklung des Kerns und in die Community.
- Zu ihm gehört die TYPO3 GmbH, eine hundertprozentige Tochter, die Support und Dienstleistungen anbietet. Den Namen liest du weiter unten beim Thema Langzeit-Support noch mal.
WordPress startete 2003 als Blogsoftware, ursprünglich als Ableger des Projekts b2/cafelog, wie die offizielle Projektseite verrät. Aus dem kleinen Blog-Werkzeug ist über die Jahre ein vollwertiges CMS geworden, das heute von Ein-Personen-Blogs bis zu großen Nachrichtenportalen alles trägt. Die Wurzeln merkt man bis heute: WordPress ist darauf ausgelegt, dass auch Laien schnell loslegen können.
Kurz gesagt: TYPO3 kommt aus der Unternehmenswelt und ist auf Struktur und Kontrolle gebaut. WordPress kommt aus der Blogwelt und ist auf Einfachheit und Erweiterbarkeit gebaut.

Verbreitung: Wer nutzt TYPO3, wer WordPress?
Schauen wir mal, wo die beiden Systeme eigentlich zu Hause sind. Kleiner Spoiler: Weltweit und in Deutschland sieht das Bild ziemlich unterschiedlich aus.
Weltweit: WordPress spielt in einer eigenen Liga
Die nackten Zahlen sind eindeutig. Laut W3Techs läuft WordPress im Oktober 2026 auf 39,6 % aller Websites weltweit. TYPO3 kommt auf 0,3 %. Weltweit ist TYPO3 also eine Nische.
Betrachtest du nur Websites, bei denen sich überhaupt ein CMS erkennen lässt, sieht es so aus:
- WordPress: 58,4 %
- TYPO3: 0,5 % laut der W3Techs-Statistik zu TYPO3
Grob gerechnet kommen auf eine TYPO3-Seite also rund hundert WordPress-Seiten. Ein ziemlich ungleiches Rennen, oder?

In Deutschland ist TYPO3 eine echte Größe
In Deutschland sieht das Bild anders aus. Bei Websites mit .de-Endung und erkennbarem CMS liegt WordPress laut W3Techs bei 54,1 %, TYPO3 bei 6,7 %. Das ist für TYPO3 ein Vielfaches seines weltweiten Anteils, und TYPO3 liegt damit noch vor dem Shopsystem Shopify mit 4,9 %. TYPO3 ist ein sehr deutschsprachiges System, und in bestimmten Bereichen ist es sogar der Platzhirsch:
| Bereich in Deutschland | TYPO3 | WordPress |
|---|---|---|
| Universitäten (415 Webauftritte) | 48 % | 12 % |
| Gemeinden (6.533 Webauftritte) | 20,5 % | 17,8 % |
| Alle .de-Websites mit erkennbarem CMS | 6,7 % | 54,1 % |
Die Zahlen zu Hochschulen und Gemeinden stammen vom CMScensus, der die Websites öffentlicher Einrichtungen auswertet. Bei vielen Gemeinden ließ sich das System gar nicht erkennen, die Werte sind also Richtwerte. So groß ist der Anteil, bei dem kein System erkannt wurde:
- Gemeinden: rund 38 % laut der Auswertung der Gemeinde-Websites
- Hochschulen: gut 13 %, hier ist die Lage also deutlich klarer
Und die Bundesbehörden? Auch da liegt TYPO3 vorn. So verteilen sich die 644 Webauftritte in der CMScensus-Liste der Bundesbehörden:

Kleiner Haken: Die Liste stammt von 2022 und ist damit nicht mehr ganz frisch.
Die Tendenz ist aber klar: Wer im öffentlichen Bereich oder an einer Hochschule arbeitet, begegnet TYPO3 ständig. Mir geht es genauso, wenn ich mich auf öffentliche Ausschreibungen bewerbe.
Und in der Wirtschaft? Da wird die Datenlage dünn. Eine Erhebung der TYPO3-Agentur dkd unter mittelständischen Firmen ab 100 Mitarbeitern im Rhein-Main-Gebiet kommt auf rund 42 % TYPO3 und 18 % WordPress. Aber Vorsicht: Wann die Zahlen erhoben wurden, ist unklar, und eine TYPO3-Agentur hat natürlich ein Interesse an genau diesem Ergebnis. Nimm das also eher als Hinweis, dass TYPO3 auch in größeren Firmen eine Rolle spielt, nicht als harte Statistik.

Warum TYPO3 bei Hochschulen und Behörden so verbreitet ist
Wenn du für eine Verwaltung, eine Hochschule oder einen Verband arbeitest, wirst du TYPO3 fast zwangsläufig begegnen. Das hat aus meiner Sicht mehrere Gründe:
- Unabhängigkeit: TYPO3 ist Open Source und damit unabhängig von einem einzelnen Hersteller.
- Passende Funktionen: Die Rechte- und Freigabefunktionen passen zu Organisationen mit vielen Abteilungen. Dazu gleich mehr.
- Tradition: Viele Einrichtungen haben vor zwanzig Jahren mit TYPO3 angefangen und sind dabei geblieben.
Ein starkes Signal kommt vom Bund selbst: Der Government Site Builder, mit dem viele Bundesbehörden ihre Websites betreiben, wurde in seiner aktuellen Fassung auf TYPO3 umgestellt. Das berichtet die Open-Source-Beobachtungsstelle der EU-Kommission.
Laut dem Bericht basiert die Version GSB 11 auf TYPO3, während die bisherige Version GSB 7 noch auf kommerzieller Software mit jährlichen Lizenzkosten lief. Und die Begründung liest sich fast wie eine Zusammenfassung dieses Artikels:
- sinkende Kosten für Entwicklung und Wartung
- eine große Community hinter dem System
- TYPO3 war in der Bundesverwaltung ohnehin schon weit verbreitet
- drei Jahre Langzeitsupport
- digitale Souveränität, also möglichst unabhängig von einzelnen Softwareherstellern zu sein
Wie groß so ein Projekt beim Bund ist, zeigt ein weiterer Bericht derselben Beobachtungsstelle zur Ausschreibung. Demnach ging es um diese Summen:
- 26,88 Millionen Euro für Produktentwicklung und Support
- 73,2 Millionen Euro für Migration und Relaunch
- 8 Millionen Euro für den Betrieb
Die Beträge stammen aus diesem Bericht, nicht direkt aus den Vergabeunterlagen. Und keine Sorge: Mit dem Budget für deine Firmenwebsite hat das natürlich überhaupt nichts zu tun!
Öffentlich heißt nicht automatisch TYPO3
Trotzdem heißt „öffentlich“ nicht automatisch „TYPO3“. Das Vergaberecht schreibt in § 31 VgV sogar vor, dass eine Leistungsbeschreibung nur in begründeten Fällen auf ein bestimmtes Produkt verweisen darf. Und dann auch nur mit dem Zusatz „oder gleichwertig“, so steht es in Absatz 6.
Eine Ausschreibung, die ausschließlich TYPO3 zulässt, dürfte rechtlich also eher die Ausnahme sein. Mein Eindruck aus der Praxis: Entscheidend ist meistens, welches System schon im Haus ist und wer es betreut.
Gerade für kleinere Projekte, Projektwebsites und Forschungsverbünde ist WordPress oft die schlankere Lösung. Ein Beispiel aus meiner eigenen Arbeit ist die Projektwebsite besos-sachsen.de für ein Forschungsprojekt der TU Bergakademie Freiberg, gebaut mit WordPress. Das Projekt brauchte eine Website, die das Team selbst pflegen kann, und keinen Konzern-Workflow.

TYPO3 vs. WordPress: Der große Vergleich auf einen Blick
Hier die wichtigsten Unterschiede, Vor- und Nachteile kompakt. Die Details zu jedem Punkt folgen darunter.
| Kriterium | TYPO3 | WordPress |
|---|---|---|
| Lizenz | kostenlos, Open Source | kostenlos, Open Source |
| Bedienung für Redakteure | mächtig, braucht Einarbeitung | intuitiv, schnell gelernt |
| Rechte und Freigaben | sehr fein, Freigabe-Workflows im Kern | sechs feste Rollen, mehr nur per Plugin |
| Mehrere Sprachen | im Kern enthalten | per Plugin (z. B. WPML ab 39 € im Jahr) |
| Mehrere Websites in einer Installation | im Kern enthalten | über Multisite möglich |
| Erweiterungen | überschaubare Auswahl an Extensions | über 76.000 kostenlose Plugins |
| Verfügbare Entwickler | wenige, vor allem im deutschsprachigen Raum | sehr viele, weltweit |
| Updates | planbare Langzeitversionen (LTS) mit drei Jahren Support | laufende Updates, kleine Sicherheitsupdates automatisch |
| Typischer Einsatz | Hochschulen, Verwaltungen, Konzerne | Selbstständige, KMU, Shops, Blogs, Vereine |
Schon beim Überfliegen merkst du: Einen klaren Sieger gibt es nicht. Jedes System hat seine Heimspiele. Welche das sind, schauen wir uns jetzt genauer an.

Bedienung und Funktionen: Wer kann was besser?
Jetzt wird es konkret. Wie fühlt sich die tägliche Arbeit mit den beiden Systemen an? Und was können sie, wenn deine Website wächst?
Bedienung im Alltag: Wer pflegt die Seite?
Das ist für mich die wichtigste Frage überhaupt, und sie wird bei der Auswahl oft vergessen. Eine Website wird nicht einmal gebaut, sondern jahrelang gepflegt. Und zwar meistens nicht von der Agentur, sondern von dir oder deinem Team.
WordPress ist hier klar im Vorteil. Wer schon mal eine E-Mail formatiert hat, findet sich im Block-Editor schnell zurecht: Absatz schreiben, Bild reinziehen, Veröffentlichen klicken. Jede Seite besteht dort aus einzelnen Blöcken, also Absätzen, Bildern oder Buttons, die du ganz easy hin und her schiebst. Viele meiner Kunden pflegen ihre Seiten nach einer kurzen Einweisung komplett selbst.

TYPO3 ist mächtiger, aber auch komplexer. Inhalte hängen in einem Seitenbaum, es gibt Inhaltselemente, Spalten, Sprachversionen und Berechtigungen. Den Seitenbaum kannst du dir wie die Ordnerstruktur auf deinem Computer vorstellen, nur eben für alle Seiten deiner Website. Für eine Redaktion mit festen Abläufen ist das ein Segen, für den Inhaber eines kleinen Betriebs eher ein Fremdkörper. Ohne Einarbeitung kommt bei TYPO3 kaum jemand aus.

Ganz ehrlich: TYPO3 für die Website eines kleinen Handwerksbetriebs einzusetzen, ist ein bisschen wie mit Kanonen auf Spatzen zu schießen. Funktioniert, ist aber völlig übertrieben.
Rechte, Freigaben, viele Sprachen: Hier ist TYPO3 stark
Jetzt zu den Punkten, bei denen TYPO3 wirklich glänzt. Und das meine ich ernst.
- Rechteverwaltung In TYPO3 kannst du sehr genau festlegen, wer welchen Teil der Website bearbeiten darf. Die Pressestelle pflegt nur die News, das Institut A nur seine Unterseiten, die Personalabteilung nur die Stellenanzeigen. Technisch läuft das über Benutzergruppen und sogenannte Mounts. Ein Mount legt fest, welchen Ausschnitt des Seitenbaums jemand überhaupt zu sehen bekommt.
- Freigaben Mit den sogenannten Workspaces bringt TYPO3 Freigabe-Workflows im Kern mit. Eine Redakteurin bereitet Änderungen vor, die Abteilungsleitung prüft und gibt frei, erst dann geht es live. Die Live-Seite bleibt bis dahin unberührt. Du kannst sogar eigene Freigabestufen anlegen, jeder Stufe verantwortliche Personen zuordnen und pro Benutzer oder Gruppe festlegen, wer in welchem Workspace arbeiten darf. Für Organisationen, in denen nichts ohne Freigabe veröffentlicht werden darf, ist das Gold wert.
- Viele Sprachen und Websites TYPO3 kann mehrere Websites und Sprachversionen aus einer einzigen Installation verwalten, ohne Zusatzsoftware. Eine Hochschule mit Fakultäten, Instituten und englischen Seiten bekommt so alles unter ein Dach. Auf seiner offiziellen Website wirbt TYPO3 sogar mit unbegrenzt vielen Websites und Sprachen. Jede Website bekommt ihre eigene Konfiguration mit Einstiegspunkt, Sprachen und Adressen, das sogenannte Site Handling.

Und wie schlägt sich WordPress hier? Bei den Rechten ist es deutlich einfacher gestrickt. WordPress kennt von Haus aus sechs feste Rollen, vom Abonnenten bis zum Administrator. Die sechste Rolle, den Super-Admin, gibt es allerdings nur bei Multisite-Installationen. Für die Redaktionsarbeit sind vor allem diese drei wichtig:
- Redakteur: veröffentlicht und verwaltet alle Beiträge, auch die von anderen.
- Autor: kümmert sich nur um seine eigenen Beiträge.
- Mitarbeiter: darf Beiträge schreiben, aber nicht veröffentlichen.
Das reicht für viele kleine Teams völlig aus. Eine Rolle wie „darf nur die Stellenanzeigen bearbeiten“ gibt es aber nicht. Feinere Rechte gehen nur über Plugins. Und auch bei den Freigaben gibt es nur die einfache Variante über die Rollen: Der Mitarbeiter schreibt, jemand mit mehr Rechten veröffentlicht.
Mehrere Sprachen und Websites schafft WordPress auch, aber über Multisite und Übersetzungs-Plugins wie WPML, die zusätzlich kosten und gepflegt werden wollen. So funktioniert Multisite:
- Mehrere WordPress-Seiten laufen in einer einzigen Installation.
- Alle Seiten teilen sich Themes und Plugins.
- Jede Seite speichert ihre Inhalte getrennt, nur die Benutzer sind gemeinsam.
Für die Übersetzungen nennt WPML auf seiner offiziellen Preisseite drei Pakete, jeweils mit zwölf Monaten Updates und Support:
- Multilingual Blog: 39 € im Jahr
- Multilingual CMS: 99 € im Jahr
- Multilingual Agency: 199 € im Jahr
Was ohne Zusatz-Plugin im Kern steckt
| Funktion | TYPO3 | WordPress |
|---|---|---|
| Open Source ohne Lizenzgebühr | Ja | Ja |
| Fein abgestufte Rechte pro Seitenbereich | Ja | Nein |
| Freigabe-Workflows mit eigenen Stufen | Ja | Nein |
| Mehrere Sprachen | Ja | Nein |
| Mehrere Websites in einer Installation | Ja | Ja |
| Langzeitversionen (LTS) | Ja | Nein |
- Viele Redakteure mit klar getrennten Zuständigkeiten
- Freigabe-Workflows, bei denen Änderungen geprüft werden, bevor sie live gehen
- Viele Sprachen oder Websites aus einer Installation
- Planbare Langzeitversionen mit festen Supportzeiträumen

Erweiterungen und Flexibilität: Hier ist WordPress stark
Auf der anderen Seite steht das, was WordPress so erfolgreich gemacht hat: das riesige Ökosystem. Im offiziellen Verzeichnis liegen über 76.000 kostenlose Plugins, also Erweiterungen, die du wie Apps auf dem Smartphone nachinstallierst. Kontaktformular, Terminbuchung, Shop, Mitgliederbereich, Mehrsprachigkeit: Für fast jede Anforderung gibt es eine fertige Lösung, oft sogar mehrere.
Dazu kommt die schiere Zahl an Menschen, die mit WordPress arbeiten. Wenn deine Agentur morgen zumacht, findest du übermorgen jemand anderen, der deine Seite weiterbetreut. Bei TYPO3 ist der Kreis der Entwickler deutlich kleiner und konzentriert sich auf den deutschsprachigen Raum. Das ist kein Drama, aber du bist bei der Wahl deiner Dienstleister weniger frei.
Und wenn du einen Onlineshop planst, führt bei kleinen und mittleren Shops kaum ein Weg an WooCommerce vorbei, der Shoplösung für WordPress. Ein Shop direkt in TYPO3 ist möglich, aber deutlich seltener.
- Bedienung, die du nach einer kurzen Einweisung beherrschst
- Über 76.000 kostenlose Plugins für fast jede Anforderung
- Sehr viele Entwickler weltweit, du bleibst bei Dienstleistern frei
- WooCommerce für kleine und mittlere Onlineshops

Sicherheit und Updates: Ist TYPO3 sicherer als WordPress?
Das ist die Frage, bei der ich am häufigsten Halbwahrheiten höre. Meist in der Form: „WordPress ist unsicher, TYPO3 ist sicher.“ So einfach ist es nicht.
Wo das Risiko bei WordPress wirklich steckt
Schauen wir auf die Zahlen. Der Sicherheitsdienstleister Patchstack hat in seinem Jahresbericht für 2025 insgesamt 11.334 neue Sicherheitslücken im WordPress-Umfeld gezählt. Das sind 42 % mehr als im Vorjahr. Klingt nach einer Menge? Ist es auch. Aber: 91 % davon steckten in Plugins, der Rest in Themes. Im WordPress-Kern selbst waren es ganze sechs, alle mit niedriger Priorität. Patchstack verkauft selbst Sicherheitslösungen, das solltest du beim Lesen im Hinterkopf behalten. An der Verteilung ändert das aber nichts.
Drei weitere Zahlen aus dem Bericht zeigen, warum Pflege so wichtig ist:
- 17 % der Lücken hatten einen hohen Schweregrad.
- 46 % waren zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung noch gar nicht geschlossen. Es gab also noch kein Update, das du hättest einspielen können.
- Bei den Lücken, die besonders stark ausgenutzt wurden, lag die Zeit bis zur Massenausnutzung im Median bei gerade mal fünf Stunden.
Heißt übersetzt: Der WordPress-Kern ist solide. Das Risiko entsteht durch die Erweiterungen und vor allem durch fehlende Pflege. Und jedes Plugin, das du gar nicht erst installierst, ist eine Baustelle weniger.
Und wie sieht es bei TYPO3 aus?
Bei TYPO3 gilt übrigens dasselbe Prinzip. Auch dort veröffentlicht das TYPO3 Security Team regelmäßig Warnungen, und zwar für den Kern genauso wie für Erweiterungen. Das Team ist gut aufgestellt:
- Es besteht aus acht Leuten.
- Es warnt sogar bei Erweiterungen, die niemand mehr pflegt.
- Die Sicherheitshinweise kommen per Mailingliste, RSS-Feed und Mastodon.
- Über ein Bug-Bounty-Programm gibt es eine Belohnung für gemeldete Sicherheitslücken.
Dass TYPO3-Seiten seltener angegriffen werden, hat einen simplen Grund: Es gibt weltweit viel weniger davon. Angreifer suchen sich die Ziele, bei denen eine Lücke tausendfach funktioniert. Stell dir einen Einbrecher vor: Der probiert sein Werkzeug lieber an dem Türschloss, das in jeder Neubausiedlung verbaut ist, als an einem seltenen Einzelstück. Das macht TYPO3 im Alltag ruhiger, aber nicht automatisch sicherer.
Was heißt das für dich? Ganz egal, für welches System du dich entscheidest:
- Spiel Updates für Kern, Plugins und Erweiterungen zeitnah ein.
- Installiere nur Erweiterungen, die du wirklich brauchst, und lösche ungenutzte.
- Abonnier die Sicherheitshinweise deines Systems, damit du von Lücken schnell erfährst.
- Behalte das Supportende deiner Version im Blick und plane den Wechsel rechtzeitig.
Updates und Lebensdauer: Das unterschätzte Thema
Hier unterscheiden sich die beiden Systeme grundlegend, und das hat direkte Folgen für dein Budget.
TYPO3 arbeitet mit Langzeitversionen, kurz LTS für Long Term Support. Jede Hauptversion bekommt zunächst ein paar Zwischenversionen mit neuen Funktionen, die letzte davon wird zur LTS-Version. Laut der offiziellen Versionsübersicht ist aktuell TYPO3 14 die empfohlene Version, mit kostenlosem Support bis Mitte 2029. Das ist planbar, und genau das schätzen große Organisationen. So sieht der Fahrplan für die aktuellen Versionen aus:
| Version | Kostenloser Support bis | Verlängerter Support (ELTS) bis |
|---|---|---|
| TYPO3 14 LTS | 30.06.2029 | 30.06.2032 |
| TYPO3 13 LTS | 31.12.2027 | 31.12.2030 |
| TYPO3 12 | endete am 30.04.2026 | 30.04.2030 |
Der Haken: Läuft der Support aus, musst du auf die nächste große Version wechseln. Und dieser Sprung ist bei TYPO3 oft ein eigenes kleines Projekt, weil sich Teile des Systems ändern und eigene Erweiterungen angepasst werden müssen. Wie viel sich da tut, zeigt die Auswertung einer TYPO3-Agentur. Sie hat im offiziellen Änderungsprotokoll die sogenannten Breaking Changes gezählt, also Änderungen, die bestehende Erweiterungen oder eigenen Code aus dem Tritt bringen können:
- TYPO3 12: 126 Breaking Changes
- TYPO3 13: 101 Breaking Changes
Wer den Sprung nicht rechtzeitig schafft, kann sich verlängerten Support kaufen. Für TYPO3 12 kostet dieser sogenannte ELTS, kurz für Extended Long Term Support, laut TYPO3 GmbH 3.200 € pro Lizenz und Jahr. Die Preise im Überblick:
- TYPO3 12, Einzellizenz: 3.200 € pro Jahr
- TYPO3 12 für Mitglieder der TYPO3 Association: je nach Stufe 2.400 € (Silver), 2.240 € (Gold) oder 1.760 € (Platinum)
- TYPO3 10 und 11: 2.800 € pro Jahr
Und viele zögern offenbar lange: Laut W3Techs läuft ein großer Teil der erkannten TYPO3-Seiten noch auf Version 12 oder älter. So sieht die Verteilung aus:

Seit dem 1. Mai 2026 bekommt TYPO3 12 ohne ELTS keine Sicherheitsupdates mehr. Damit läuft mehr als die Hälfte der erkannten TYPO3-Seiten auf Versionen ohne kostenlose Sicherheitsupdates. Wer da keinen ELTS-Vertrag hat, fährt sozusagen mit abgelaufenem TÜV.
WordPress geht den anderen Weg: Es gibt mehrmals im Jahr neue Versionen, und kleine Sicherheits- und Wartungsupdates spielt WordPress laut offizieller Dokumentation standardmäßig automatisch ein. Große Umbauprojekte wie bei einem TYPO3-Versionssprung gibt es dadurch selten. Dafür musst du dranbleiben, denn Plugins und Themes wollen laufend aktualisiert werden. So sieht das automatische Update-Verhalten im Detail aus:
- Kleine Updates für Wartung und Sicherheit sowie Übersetzungen spielt WordPress standardmäßig bei allen Installationen ein.
- Große Versionssprünge kommen automatisch bei Installationen, die ab Version 5.6 neu aufgesetzt wurden.
- Plugins und Themes aktualisiert WordPress nur in Sonderfällen selbst, etwa wenn das Sicherheitsteam eine kritische Lücke schließt. Ansonsten stößt du das selbst an oder schaltest automatische Updates in den Einstellungen ein.
Wichtig: Laut der offiziellen Versionsliste gilt nur der jeweils neueste Versionszweig als sicher. Und auch bei WordPress hinken viele hinterher. So verteilen sich die WordPress-Seiten laut W3Techs auf die Hauptversionen:
- WordPress 7: 66,5 %
- WordPress 6: 26,6 %
- WordPress 5: 4,7 %
Eine Website, die niemand aktualisiert, ist also kein TYPO3-Problem und kein WordPress-Problem. Sie ist ein Pflegeproblem.

Kosten: Was kommt auf dich zu?
Die Lizenz kostet bei beiden CMS nichts. Bezahlen musst du die Umsetzung, das Hosting und die laufende Pflege. Und da gibt es Unterschiede, auch wenn sich seriöse Zahlen für TYPO3-Projekte kaum öffentlich finden lassen. Ich nenne dir deshalb keine erfundenen Preisspannen, sondern die Faktoren, die den Preis treiben:
- Einrichtung TYPO3 braucht in der Regel mehr Konfiguration, bis eine Seite steht. Bei vergleichbarem Umfang ist die Erstumsetzung mit WordPress deshalb meistens günstiger.
- Entwickler-Markt Weniger TYPO3-Entwickler bedeuten weniger Auswahl und oft höhere Stundensätze. Bei WordPress hast du die freie Wahl zwischen Freelancern und Agenturen jeder Größe.
- Erweiterungen Bei WordPress kommen für Profi-Plugins jährliche Lizenzen dazu, etwa für Mehrsprachigkeit oder Formulare. Bei TYPO3 sind manche dieser Funktionen schon im Kern enthalten.
- Versionssprünge Bei TYPO3 solltest du alle paar Jahre ein Budget für das große Upgrade einplanen. Bei WordPress verteilen sich die Kosten eher gleichmäßig auf regelmäßige Updates und die laufende Wartung.
- Verlängerter Support Schiebst du das TYPO3-Upgrade zu lange auf, kostet allein der ELTS für Version 12 schon 3.200 € pro Lizenz und Jahr.
- Größe der Organisation Bei einer mehrsprachigen Website mit vielen Redakteuren und Freigaben kann TYPO3 auf Dauer sogar günstiger sein, weil du dort weniger Plugins zusammenstecken musst.
Interessant finde ich, dass eine TYPO3-Agentur in ihrem eigenen Vergleich zu einer ganz ähnlichen Einschätzung kommt:
- Einfache Firmenseiten seien mit WordPress meist günstiger, auch weil es mehr Entwickler gibt.
- Bei großen mehrsprachigen Auftritten mit Freigabe-Workflows und mehreren Mandanten, also mehreren eigenständigen Websites unter einem Dach, könne TYPO3 auf Dauer günstiger sein.
- Die Wartung sei bei TYPO3 dank der Langzeitversionen gut planbar.
Das ist natürlich eine Erfahrungsaussage und keine Studie. Aber wenn beide Seiten ungefähr dasselbe sagen, ist da vermutlich was dran.
Was eine Website mit WordPress konkret kostet, habe ich ausführlich mit vier Rechenbeispielen in Was kostet WordPress? aufgeschlüsselt. Und für das Gesamtprojekt mit Design und Umsetzung hilft dir mein Artikel zu den Webdesign-Kosten.

Barrierefreiheit: Kein System macht das von allein
Seit dem 28. Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz, kurz BFSG. Es betrifft laut IHK vor allem Angebote für Verbraucher wie Onlineshops und Buchungsstrecken, nicht automatisch jede Firmenwebsite. Für öffentliche Stellen gelten ohnehin schon länger strenge Regeln, beim Bund zum Beispiel die BITV 2.0.
Dazu kommen ein paar Ausnahmen, die unter anderem der Händlerbund zusammengefasst hat:
- Reine B2B-Shops, die nur an Unternehmen verkaufen, sind nicht betroffen.
- Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten und höchstens 2 Millionen Euro Jahresumsatz oder Bilanzsumme sind ausgenommen, wenn sie Dienstleistungen anbieten.
- Für Produkte gilt diese Ausnahme für Kleinstunternehmen dagegen nicht.
Ich bin kein Anwalt. Wenn du also unsicher bist, ob dein Angebot betroffen ist, lass das bitte rechtlich prüfen.
Und hier räume ich gleich mit einem Mythos auf: Weder TYPO3 noch WordPress macht eine Website automatisch barrierefrei. Entscheidend sind das Design-Template, sauber aufgebautes HTML, ausreichende Kontraste und die Inhalte selbst, also zum Beispiel Bildbeschreibungen und eine sinnvolle Überschriften-Struktur. Das kann in beiden Systemen gut oder schlecht umgesetzt sein. In der Praxis teilt sich die Verantwortung so auf:
- Entwickler oder Agentur: ein Template oder Theme mit sauberem HTML, logischen Überschriften, guten Kontrasten und ARIA-Attributen, also Zusatzinfos für Screenreader.
- Deine Redaktion: Alt-Texte für Bilder und die richtige Überschriften-Ebene in jedem neuen Text.
- Plugins und Page Builder: Auch die müssen mitspielen, sonst reißt ein einzelnes Formular- oder Slider-Plugin wieder Lücken auf.
Beide Seiten tun übrigens was für das Thema:
- TYPO3 wirbt auf seiner Herstellerseite damit, dass sich das Backend per Tastatur und mit Screenreader bedienen lässt.
- WordPress hat ein eigenes Accessibility-Team und kennzeichnet passende Themes als „accessibility-ready“.
Schön und gut, eine Prüfung deiner konkreten Website ersetzt das aber nicht.
Wenn das Thema für dich wichtig ist, frag nicht „Welches CMS?“, sondern „Wie prüft ihr die Barrierefreiheit?“. Mehr dazu findest du auf meiner Seite zum barrierefreien Webdesign.

Wechseln: Von TYPO3 zu WordPress umziehen
Du hast eine alte TYPO3-Seite, die niemand mehr pflegen mag? Ein Umzug zu WordPress ist möglich, aber kein Knopfdruck. Texte und Bilder ziehst du per Export und Import um. Du exportierst die Inhalte aus TYPO3, zum Beispiel als XML- oder CSV-Datei, und liest sie mit einem Import-Plugin wie WP All Import in WordPress ein. Die Bilder holt das Plugin über ihre Adresse gleich mit.
Bei größeren Websites übernimmt das Ganze oft ein eigenes Skript oder eine Agentur. Was sich nicht automatisch übertragen lässt, sind Sonderfunktionen, eigene Erweiterungen, Rechte und Freigabeprozesse. Die müssen in WordPress neu gelöst werden.
Der wichtigste Punkt beim Umzug ist aber ein anderer: die Weiterleitungen. Jede alte Adresse muss sauber auf die passende neue Seite zeigen, sonst verlierst du deine Google-Rankings und Besucher landen auf Fehlerseiten. Das ist bei jedem Relaunch so, egal von welchem System du kommst. Wie du so einen Relaunch planst, ohne Sichtbarkeit zu verlieren, erkläre ich auf meiner Seite zum Website-Relaunch.
Checkliste: So klappt der Umzug zu WordPress
Damit beim Wechsel nichts unter den Tisch fällt, gehe ich bei so einem Umzug diese Punkte durch:
- Inhalte übernehmen Texte aus TYPO3 exportieren, zum Beispiel als XML- oder CSV-Datei, und mit einem Import-Plugin wie WP All Import samt Bildern in WordPress rüberholen. Danach Seite für Seite kontrollieren. Automatisch heißt nicht fehlerfrei.
- 301-Weiterleitungen einrichten Jede alte URL bekommt eine dauerhafte Weiterleitung, die Google sagt: Diese Seite ist umgezogen. Ein Plugin wie Redirection hilft dir dabei.
- SEO-Metadaten mitnehmen Seitentitel, Meta-Beschreibungen, strukturierte Daten und die Sitemap gehören genauso umgezogen wie die Inhalte.
- Sonderfunktionen nachbauen Eigene TYPO3-Erweiterungen haben meist kein direktes Gegenstück. Ich löse sie zum Beispiel über eigene Inhaltstypen, sogenannte Custom Post Types, etwa für Veranstaltungen oder Projekte.
- Sprachen, Rechte und Freigaben klären Übersetzungs-Plugin, Rollen und Redaktionsabläufe festlegen, bevor die neue Seite live geht. Wer die Workspaces gewohnt ist, muss sich auf einfachere Abläufe einstellen oder sie per Plugin nachrüsten.
Ich selbst betreue übrigens keine TYPO3-Seiten. Wenn du aber von TYPO3 zu WordPress umziehen willst, helfe ich dir gern dabei. Und falls du den umgekehrten Weg planst: Auch für den Umzug von WordPress zu TYPO3 gibt es Werkzeuge, etwa eine Migrations-Erweiterung von T3Planet.

Fazit: Nicht das System entscheidet, sondern dein Alltag
Wenn du bis hierhin gelesen hast: Gratulation! Du weißt jetzt mehr über WordPress und TYPO3 als so mancher, der dir eins davon verkaufen will.
TYPO3 oder WordPress ist keine Glaubensfrage, sondern eine Frage der Passform. TYPO3 ist das Werkzeug für große Organisationen mit komplexen Abläufen. WordPress ist das Werkzeug für alle, die schnell, flexibel und mit überschaubarem Budget eine Website betreiben wollen, die sie selbst im Griff haben.
Meine Empfehlung: Wann TYPO3, wann WordPress?
Genug Theorie. Hier meine ehrliche Einschätzung, wann welches CMS die bessere Wahl ist.
- viele Redakteure aus verschiedenen Abteilungen an der Website arbeiten und klar getrennte Rechte brauchen
- Änderungen vor der Veröffentlichung geprüft und freigegeben werden müssen
- du viele Sprachversionen oder mehrere Websites aus einem System verwalten willst
- deine Organisation bereits auf TYPO3 setzt und eine erfahrene TYPO3-Agentur an der Hand hat
- du ein kleines oder mittleres Unternehmen, ein Verein oder eine Praxis bist
- du oder dein Team die Website selbst pflegen wollt, ohne lange Schulung
- das Budget überschaubar ist und du flexibel bei der Wahl deiner Dienstleister bleiben willst
- du einen Shop, Terminbuchungen oder andere Zusatzfunktionen brauchst
Für die allermeisten meiner Kunden, also Selbstständige, Praxen, Kanzleien, Handwerksbetriebe und mittelständische Unternehmen, ist WordPress die pragmatischere Wahl. Aber wer eine Hochschul-Website mit dreißig Redakteuren und vier Sprachen betreut, ist mit TYPO3 oft besser bedient. Und das sage ich als jemand, der selbst nur mit WordPress baut.
Drei Fragen, die dir die Entscheidung abnehmen
Mach die Entscheidung nicht an der Meinung einer einzelnen Agentur fest, sondern an drei Fragen:
- Wer pflegt die Seite? Wenn du oder dein Team das ohne lange Schulung selbst machen wollt, spricht viel für WordPress.
- Wie viele Leute, Sprachen und Freigaben gibt es? Je mehr Redakteure, Sprachversionen und Freigabestufen im Spiel sind, desto stärker spielt TYPO3 seine Vorteile aus.
- Wer betreut das System in fünf Jahren noch? Denk an Versionssprünge, laufende Wartung und daran, wie leicht du einen neuen Dienstleister findest.
Wenn du diese Fragen beantwortet hast, ist die Wahl meistens schon klar.
Du überlegst, deine Website mit WordPress neu aufzusetzen oder von einem anderen System umzuziehen? Dann schau dir an, wie ich dabei vorgehe, oder schreib mir einfach, was du vorhast.
Häufige Fragen zu TYPO3 und WordPress
Ist TYPO3 besser als WordPress?
Nicht grundsätzlich. TYPO3 ist stärker bei vielen Redakteuren, Freigabe-Workflows und vielen Sprachen oder Websites aus einer Installation. WordPress ist stärker bei Bedienung, Budget, Erweiterungen und der Zahl verfügbarer Entwickler. Welches CMS besser ist, hängt von der Größe und den Abläufen deiner Organisation ab.
Ist TYPO3 sicherer als WordPress?
Nicht automatisch. Bei WordPress stecken laut Patchstack 91 % der gemeldeten Sicherheitslücken in Plugins, der Kern selbst ist solide. TYPO3-Seiten werden vor allem seltener angegriffen, weil es weltweit viel weniger davon gibt. Bei beiden Systemen ist fehlende Pflege das größte Risiko.
Was kostet TYPO3 im Vergleich zu WordPress?
Die Software kostet bei beiden nichts. Bei TYPO3 ist die Ersteinrichtung meist aufwendiger und es gibt weniger Entwickler, außerdem fallen alle paar Jahre größere Versionssprünge an. Bei WordPress kommen dafür oft jährliche Lizenzen für Profi-Plugins dazu. Für kleine und mittlere Websites ist WordPress in der Regel günstiger.
Warum nutzen so viele Hochschulen und Behörden TYPO3?
TYPO3 ist Open Source, stark bei Rechten und Freigaben und hat im deutschsprachigen Raum eine lange Tradition. Laut CMScensus nutzen rund 48 % der deutschen Universitäten TYPO3, und der Government Site Builder des Bundes basiert in seiner aktuellen Fassung ebenfalls darauf.
Kann ich von TYPO3 zu WordPress wechseln?
Ja. Texte und Bilder lassen sich übernehmen, indem du die Inhalte aus TYPO3 exportierst, zum Beispiel als XML- oder CSV-Datei, und mit einem Import-Plugin wie WP All Import in WordPress einliest. Bei größeren Websites erledigt das oft ein eigenes Skript oder eine Agentur. Sonderfunktionen, Rechte und Freigabeprozesse musst du in WordPress neu lösen, und für jede alte Adresse brauchst du eine saubere Weiterleitung, damit deine Google-Rankings erhalten bleiben.
Ist WordPress für große Unternehmen geeignet?
Ja, auch große Nachrichtenportale und Konzerne setzen auf WordPress. Mit Multisite, Übersetzungs-Plugins und erweiterten Rollen lässt sich auch eine große Website abbilden. Je mehr Redakteure, Sprachen und Freigaben im Spiel sind, desto mehr Zusatzaufwand entsteht aber, und desto eher lohnt sich ein ernsthafter Blick auf TYPO3.
Welches CMS ist leichter zu bedienen?
Kurze Antwort: WordPress. Mit dem Block-Editor finden sich die meisten nach einer kurzen Einweisung zurecht. TYPO3 ist mächtiger, aber durch Seitenbaum, Inhaltselemente und Rechte deutlich komplexer und braucht eine richtige Einarbeitung.
Wie lange wird TYPO3 14 unterstützt?
Laut offizieller Versionsübersicht bekommt TYPO3 14 kostenlosen Support bis zum 30. Juni 2029. Danach kannst du kostenpflichtigen, verlängerten Support (ELTS) bis zum 30. Juni 2032 dazukaufen.
Was ist ELTS bei TYPO3?
ELTS steht für Extended Long Term Support, also verlängerten Support nach dem Ende der kostenlosen Pflege einer Version. Für TYPO3 12 kostet er laut TYPO3 GmbH 3.200 € pro Lizenz und Jahr, Mitglieder der TYPO3 Association zahlen weniger. Besser ist es, den Umstieg auf die nächste LTS-Version rechtzeitig einzuplanen.
Brauche ich bei WordPress ein Plugin für mehrere Sprachen?
Ja. Mehrsprachigkeit gibt es bei WordPress nur über Plugins, zum Beispiel WPML, das je nach Paket 39 €, 99 € oder 199 € im Jahr kostet. TYPO3 bringt mehrere Sprachen dagegen schon im Kern mit.






